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David Hebenstreit

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Flyer von Sir Tralala, 2024

David Hebenstreit (* 1978 in Wien), bekannt unter dem Künstlernamen Sir Tralala, ist ein österreichischer Musiker, Komponist, Sänger, Geiger, Gitarrist, Musikproduzent und Filmkomponist. Seine Musik wird zwischen Pop, Rock, elektronischer Musik, Avantgarde und Singer-Songwriter-Traditionen eingeordnet. Als Sir Tralala ist Hebenstreit seit den 2000er-Jahren in der österreichischen Independent- und Underground-Musikszene aktiv.

David Hebenstreit wurde 1978 in Wien geboren und wuchs in Klagenfurt in Kärnten auf. Seine Lebens- und Arbeitsschwerpunkte liegen laut mica – music austria zwischen Wien und Niederösterreich.[1] Er spielt unter anderem Violine, Gitarre und singt.[2]

Musikalische Laufbahn

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Das Projekt Sir Tralala wurde laut mica – music austria im Jahr 2005 gegründet.[2] Hebenstreit schreibt Texte und Musik des Projekts selbst, spielt Instrumente ein, programmiert Sounddesign und mischt seine Aufnahmen.[2] 2005 erschien das Album Flying Objects they don't have a Brain ..., 2009 folgte Escaping Dystopia bei Seayou Records.[2]

In einem Porträt von mica – music austria wurde Hebenstreit 2009 als schwer einzuordnender Individualist beschrieben, dessen Musik sich einfachen Genrezuordnungen entziehe.[3] Das Musikmagazin The Gap beschrieb Escaping Dystopia 2009 als Album mit einem „weirden, ausladenden Pop-Verständnis“ und hob die Verbindung unterschiedlicher Stile durch Hebenstreits Vortrag hervor.[4] In der Tageszeitung Die Presse schrieb Holger Fleischmann im selben Jahr, Hebenstreit festige mit Escaping Dystopia seine Stellung als „Individualist und Exzentriker der Wiener Szene“.[5]

Ab 2011 trat Hebenstreit auch mit der Band Sir Tralala & The Golden Glanders auf.[2] Das ORF RadioKulturhaus beschrieb ihn 2012 als Geiger, Gitarristen und Sänger sowie als „genial-exzentrisches Talent“ der Wiener Szene zwischen Fluc und rhiz.[6]

Das ORF RadioKulturhaus beschrieb Hebenstreit 2018 als Musiker, der als Gast auf mehr als dreißig veröffentlichten Alben mitgewirkt, Musik zu Kino- und Fernsehfilmen komponiert und produziert sowie unter anderem Bühnenauftritte von Soap&Skin, Der Nino aus Wien und der Neigungsgruppe Sex, Gewalt und gute Laune begleitet habe.[7] Laut ORF/FM4 stand er bis 2018 bei rund 1000 Konzerten in zwölf Ländern auf der Bühne.[8] In einem Interview mit profil wurde Hebenstreit 2018 als Multiinstrumentalist beschrieben; der Artikel verwies ebenfalls auf seine Mitwirkung auf über 30 Alben, Kompositionen und Produktionen für mehrere Kino- und Fernsehfilme sowie auf Zusammenarbeiten mit Naked Lunch, Soap&Skin und Der Nino aus Wien.[9]

Echt gute böse Lieder

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2018 erschien das Album Echt gute böse Lieder beim Label Schallter.[10] FM4 beschrieb das Album als Sammlung von „abstrusen Liebesballaden“, „Außenseiter-Hymnen“ und „Familiendrama-Begleitmusik“ und nannte als musikalische Bezugspunkte unter anderem Johnny Cash, Tom Waits, Moondog, Roy Harper, Georg Kreisler und Franz Bilik.[8]

The Gap hob in seiner Rezension die kompromisslose Beobachtungsgabe und Düsterkeit des Albums hervor.[10] Thomas Kramar schrieb in Die Presse, Hebenstreit gelte seit Langem als „Sorgenkind und Hoffnungsträger der Wiener Szene“, beurteilte das Album jedoch ambivalent und kritisierte einzelne Stücke als parodistisch oder kabarettistisch.[11] Im Interview mit profil sprach Hebenstreit über die moralischen, gewaltbezogenen und therapeutischen Motive des Albums und beschrieb unter anderem den Einsatz von Obertongesang, Orchesterarrangements und elektronischen Elementen, um Gewalt emotional erfahrbar zu machen.[9]

Neben seiner Tätigkeit als Musiker und Interpret arbeitet Hebenstreit auch als Filmkomponist und Musikproduzent. Für den österreichischen Spielfilm Die Vaterlosen von Marie Kreutzer komponierte er Musik.[12][2]

2024 komponierte Hebenstreit die Musik für den österreichischen Dokumentarfilm Hacking at Leaves von Johannes Grenzfurthner. Die Diagonale führt ihn in ihrem Filmarchiv bei dem Film als Verantwortlichen für die Musik.[13][14][15]

Stil und Rezeption

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Hebenstreits Musik wurde wiederholt als schwer kategorisierbar beschrieben. mica – music austria betonte die Unvorhersehbarkeit seiner Kompositionen und die Verweigerung musikalischer Trends.[3] The Gap beschrieb seine Musik im Zusammenhang mit Escaping Dystopia als Mischung unterschiedlicher Stile, die durch energisch-verspielten Vortrag zusammengehalten werde.[4] Das ORF RadioKulturhaus charakterisierte Sir Tralala 2018 als Figur der österreichischen Musikszene, die „tiefer bohrt“, „rückhaltloser rumort“ und die Realität abgründiger verdichte als viele vergleichbare zeitgenössische Musiker.[7] In profil sprach Hebenstreit über seine Arbeit mit literarischen Ichs, über moralische Ambivalenzen in seinen Liedern sowie über Kunst als Mittel zur Darstellung und Reflexion gesellschaftlicher und individueller Konflikte.[9]

Auswahl nach mica – music austria:[2]

  • 2005: Flying Objects they don't have a Brain ...; Autonomous Lordship Records
  • 2008: This Kiss Could Tease; Seayou Records
  • 2009: Escaping Dystopia; Seayou Records
  • 2011: Bound to be; EP, Soundtrack zu Die Vaterlosen, Seayou Records
  • 2013: Flying Objects they don't have a Brain ...; remastered, Autonomous Lordship Records
  • 2013: That's All; Single, Autonomous Lordship Records
  • 2014: That Feel; Single, Autonomous Lordship Records
  • 2018: Echt gute böse Lieder; Schallter
Commons: David Hebenstreit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Hebenstreit David. In: Musikdatenbank von mica – music austria. mica – music austria, abgerufen am 24. Mai 2026.
  2. 1 2 3 4 5 6 7 Sir Tralala. In: Musikdatenbank von mica – music austria. mica – music austria, abgerufen am 24. Mai 2026.
  3. 1 2 Porträt: Sir Tralala. In: music austria. mica – music austria, 9. Oktober 2009, abgerufen am 24. Mai 2026.
  4. 1 2 Martin Mühl: Sir Tralala – Escaping Dystopia. In: The Gap. 4. Juni 2009, abgerufen am 24. Mai 2026.
  5. Holger Fleischmann: Sir Tralala – „Escaping Dystopia“. In: Die Presse. 24. September 2009, abgerufen am 24. Mai 2026.
  6. Live@RKH: Sir Tralala & The Golden Glanders. In: ORF RadioKulturhaus. 29. Juni 2012, abgerufen am 24. Mai 2026.
  7. 1 2 Sir Tralala & Gäste. In: ORF RadioKulturhaus. 3. Dezember 2018, abgerufen am 24. Mai 2026.
  8. 1 2 Live@RKH: Sir Tralala im Videostream. In: FM4. ORF, 3. Dezember 2018, abgerufen am 24. Mai 2026.
  9. 1 2 3 Philip Dulle: Sir Tralala: „Ich will Gewalt emotional spürbar machen“. In: profil. 10. Oktober 2018, abgerufen am 24. Mai 2026.
  10. 1 2 Dominik Oswald: Leck Oasch! – „Echt gute böse Lieder“ von Sir Tralala. In: The Gap. 6. September 2018, abgerufen am 24. Mai 2026.
  11. Thomas Kramar: Sir Tralala: „Echt gute böse Lieder“. In: Die Presse. 20. September 2018, abgerufen am 24. Mai 2026.
  12. Die Vaterlosen. In: Österreichisches Filminstitut. Abgerufen am 24. Mai 2026.
  13. Hacking at Leaves. In: Diagonale Filmarchiv. Abgerufen am 24. Mai 2026.
  14. Highlights aus dem Rahmenprogramm der Diagonale 2024. In: The Gap. 4. April 2024, abgerufen am 24. Mai 2026.
  15. Auf der Diagonale tanzen dieses Jahr alle jungen Leute. In: Der Standard. Abgerufen am 24. Mai 2026.