Daniel Osorio
Daniel Osorio (* 29. September 1971 in Santiago de Chile) ist ein chilenisch-deutscher Komponist. Sein Schaffen ist der zeitgenössischen Musik zuzuordnen.[1]
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Daniel Osorio studierte zunächst klassische Gitarre. Anschließend studierte er Komposition an der Universidad de Chile bei Pablo Aranda sowie elektroakustische Komposition bei Edgardo Cantón. Er wird der Generation chilenischer Kunstschaffender zugerechnet, die ab den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren im Bereich der elektroakustischen Musik in Chile aktiv wurde.[2]
Im Jahr 2005 absolvierte er ein Aufbaustudium im Fach Komposition an der Hochschule für Musik Saar in Saarbrücken. Dort studierte er bei Theo Brandmüller, Stefan Litwin und Stefan Zintel.[3]
Osorio lebt und arbeitet in Saarbrücken. Er ist künstlerischer Leiter des Ensembles Die Cronopien sowie Leiter des Festivals eviMus - Saarbrücker Tage für elektroakustische und visuelle Musik. Zudem wirkt er regelmäßig als Instrumentalist in verschiedenen interkulturellen Ensembles und Orchestern mit.[4]
Künstlerisches Schaffen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Schwerpunkte seiner Arbeit liegen in der instrumentalen Komposition mit Elektronik, im Musiktheater sowie in interkulturellen Projekten. Osorios kompositorische Arbeit umfasst instrumentale, elektroakustische und multimediale Formate. Ein strukturelles Merkmal ist die Kombination elektronischer Medien mit traditionellen Instrumenten der Andenregion (Zampoña, Charango) sowie anderer Musikkulturen (Duduk, Kanun und Pferdekopfgeige).
Die Werke basieren häufig auf historischen Ereignissen oder literarischen Vorlagen. Das für das Kollektiv Die Cronopien geschriebene Werk Points de non-retour (2023) ist von Alexandra Badeas gleichnamigem Theaterstück über das Massaker von Thiaroye inspiriert. Zudem vertont Osorio regelmäßig literarische Vorlagen; das Werk Cavalier seul (2022) und das Live-Musik-Hörspiel Herz im Gegenlicht (2024/2025) beruhen auf Texten des chilenischen Autors Patricio Manns. Das szenisch-musikalische Projekt Der Gruftwächter (2022) entstand auf Basis von Franz Kafkas gleichnamigem Textfragment.
Für größere Besetzungen entstanden im Auftrag des Frankfurter Bridges-Kammerorchesters die Orchesterwerke Carnaval (2020) und Qhipa (2022). Im Bereich der multimedialen Projekte entstand in Zusammenarbeit mit der bildenden Künstlerin Ghazal Aldakr das vierkanalige akusmatische Stück z-Loop (2025) mit Videoprojektionen.
Auszeichnungen und Stipendien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2005: Stipendium der chilenischen Regierung (Stipendium des Präsidenten der Republik „MIDEPLAN“)[5]
- 2009: „FOND ART“ für 2_Live (Komposition) in Santiago de Chile; Bologna (Italien) Kompositionswettbewerb „2.August“ Auszeichnung „Mention Special“[6]
- 2013: Kulturpreis der Landeshauptstadt Saarbrücken (Förderstipendium für Künstler)
- 2014:Stipendiumspreis der Bundesregierung für deutsche Studienzentrum in Venedig[7]
- 2015: Kulturpreis für Musik des Regionalverbandes Saarbücken[8]
Werke (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Atres (2000) – für Violine, Viola und Violoncello[9]
- Zikkus-Zyklus (u. a. Zikkus-F, Zikkus-S, Zikkus-V, Zikkus-P, Zikkus-K) – für Elektronik und wechselnde Instrumente[10]
- Ardepiedra (2020) – für Klavier, Stimme, Perkussion und Elektronik[11]
- Carnaval (2020) – für Orchester
- Yadnal (2021) – für fünf Musizierende und Live-Elektronik[12]
- Qhipa (2022) – für Kammerorchester
- Cavalier seul (2022) – für Ensemble, Rezitation, Gesang und Elektronik[13]
- Der Gruftwächter (2022) – Musik und klangliche Inszenierung nach Franz Kafka[14]
- Points de non-retour (2023) – für Duduk, andine Panflöte, Charango, Kanun und Elektronik[15]
- Herz im Gegenlicht (2024) – für Ensemble, Stimmen und Live-Elektronik[16]
- z-Loop (2025) – Akusmatische Komposition (4-Kanal-Audio) mit Video[17]
Diskografie (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Iax-aus (2004, FONDART)
- Zikkus (2021, NEOS)
- Masa / Kammermusik (2023)
- ResonanzTräume grenzenlos (2024) – mit dem Kollektiv Die Cronopien[18]
- Acusmática (2025)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Website von Daniel Osorio
- Eintrag zu Daniel Osorio im chilenischen Musiklexikon MusicaPopular.cl (spanisch)
- Daniel Osorio bei Neos Music
- Daniel Osorio bei Discogs
- Kommentar von Alexander Strauch zu Daniel Osorio im Blog der Neuen Musikzeitung
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Inigo Díaz: Daniel Osorio | Biografie & Werdegang. In: musicaPopular.cl. 16. Februar 2022, abgerufen am 25. Oktober 2026 (spanisch).
- ↑ Daniel Osorio. In: Daniel Osorio | MusicaPopular.cl. Abgerufen am 25. Oktober 2026 (es-CL).
- ↑ Daniel Osorio. In: Daniel Osorio | MusicaPopular.cl. Abgerufen am 25. Oktober 2026 (es-CL).
- ↑ Daniel Osorio. In: Daniel Osorio | MusicaPopular.cl. Abgerufen am 25. Oktober 2026 (es-CL).
- ↑ Daniel Andrés Osorio González: Daniel Osorio | Biografie & Werdegang. In: https://danielosorio.de/biografie/. 2025, abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Daniel Osorio | Biografie & Werdegang. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Daniel Osorio | Biografie & Werdegang. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Bisherige Preisträger. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Daniel Osorio | Biografie & Werdegang. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Daniel Osorio | Biografie & Werdegang. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Daniel Osorio | Biografie & Werdegang. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Daniel Osorio | Biografie & Werdegang. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Daniel Osorio | Biografie & Werdegang. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Daniel Osorio | Biografie & Werdegang. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Daniel Osorio | Biografie & Werdegang. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Daniel Osorio | Biografie & Werdegang. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Daniel Osorio | Biografie & Werdegang. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Daniel Osorio | Biografie & Werdegang. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
| Personendaten | |
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| NAME | Osorio, Daniel |
| KURZBESCHREIBUNG | chilenisch-deutscher Komponist |
| GEBURTSDATUM | 29. September 1971 |
| GEBURTSORT | Santiago de Chile |