CuBy
| CuBy | |
|---|---|
| Sechs CuBy-Satelliten, davon einer mit ausgebreiteten Solarpaneelen | |
| Typ: | Erdbeobachtungssatelliten |
| Land: | Deutschland |
| Betreiber: | Zentrum für Telematik |
| Missionsdaten | |
| Masse: | ca. 14 kg (je Satellit) |
| Größe: | ca. 37 cm × 23 cm × 10 cm |
| Start: | 7. Juli 2026 |
| Startplatz: | Vandenberg Space Force Base, Kalifornien |
| Trägerrakete: | Falcon 9 (Transporter-17-Mission) |
| Status: | im Orbit |
| Bahndaten | |
CuBy, offiziell Bayerisches Satellitennetzwerk, ist eine geplante multispektrale Erdbeobachtungsmission des Freistaats Bayern auf Basis einer Konstellation von CubeSat-Kleinsatelliten. Das vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat finanzierte Projekt zielt auf den Aufbau eines Satellitennetzwerks zur regelmäßigen Erfassung hochaufgelöster Erdbeobachtungsdaten für Verwaltung, Wirtschaft und Öffentlichkeit ab.[1]
Die Mission ist als mehrstufiges Programm ausgelegt. Als erster Schritt wird eine Demonstratormission mit fünf Satelliten realisiert, die eine Teilfläche Bayerns abdeckt und der technologischen Verifikation sowie dem Test des Gesamtsystems dient. Im geplanten Vollausbau soll die Konstellation eine hohe zeitliche und räumliche Abdeckung der gesamten bayerischen Landesfläche erreichen. Bei einem erfolgreichen Verlauf der Demonstratormission wird über den Ausbau zur Vollmission entschieden.[2]
Projektbeteiligte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Projekt wird von einem Konsortium aus Forschungseinrichtungen und Behörden umgesetzt:
- Das Zentrum für Telematik (ZFT) in Würzburg ist verantwortlich für Systemanalysen, die Softwareentwicklung sowie den Betrieb der Satelliten und des Bodensegments. Zudem erfolgen dort die Integration der Satelliten sowie deren Verifikation und Tests.
- Die Technische Universität München (TUM) bringt wissenschaftliche Expertise in Missionsdesign, Fernerkundung und Datenverarbeitung ein und entwickelt insbesondere Algorithmen zur Auswertung der Satellitendaten.
- Das Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (LDBV) definiert die Anforderungen aus Anwendersicht, ist für die Datenverarbeitung und Produkterstellung verantwortlich und stellt die Schnittstelle zu den Nutzern dar.
- Weitere industrielle Partner sind an Entwicklung und Fertigung der Satelliten beteiligt.[1]
Technische Details
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Satelliten der Demonstratormission haben Abmessungen von etwa 37 × 23 × 10 cm und eine Masse von jeweils rund 14 kg. Der Zielorbit liegt auf einer Höhe von etwa 460 km und ermöglicht eine Wiederholrate von etwa drei Tagen für die geplante Teilabdeckung der bayerischen Landesfläche.
Die Nutzlast besteht aus einer multispektralen Zeilenkamera (Push-Broom, ein Kamerasystem das zeilenweise scannt während der Satellit überfliegt) mit sieben Spektralkanälen sowie einem panchromatischen Kanal (7 + PAN). Die Datenauswertung erfolgt über ein bodenseitiges System, das unter anderem KI-gestützte Verfahren zur Analyse der Satellitendaten einsetzt.[3]
Wissenschaftliche und praktische Ziele
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ziel von CuBy ist eine eigenständige Erfassung und Auswertung von Fernerkundungsdaten für den Freistaat Bayern. Die gewonnenen Daten sollen insbesondere in der staatlichen Verwaltung genutzt werden und perspektivisch auch der Wirtschaft sowie der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Ein zentrales Merkmal der Mission ist die vollständige Kontrolle der Prozesskette innerhalb Bayerns – von der Datenerfassung im Orbit über die Verarbeitung am Boden bis hin zur Bereitstellung der Produkte.[2]
Missionsverlauf
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Dem Projekt gingen eine Machbarkeitsstudie sowie eine Missionsdesignstudie voraus, in denen das Konzept und die Anforderungen der Satellitenkonstellation erarbeitet wurden. Die Demonstratormission mit fünf Satelliten wurde am 7. Juli 2026 mit der Transporter-17-Mission einer Falcon 9-Trägerrakete von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien erfolgreich gestartet. Kurz nach dem Start wurden alle Satelliten ausgesetzt[4] und sendeten erste Signale zur Erde.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Bayerisches Staatsministerium der Finanzen und für Heimat: Pressemitteilung CuBy, abgerufen am 21. Mai 2026.
- 1 2 Bayern.de: Bayerisches Satellitennetzwerk auf Erfolgskurs, abgerufen am 21. Mai 2026.
- ↑ Bayerische Staatszeitung: Wirtschaftliche Schäden abmildern, abgerufen am 21. Mai 2026.
- ↑ BR24: Satelliten aus Würzburg erfolgreich ins Weltall gestartet, abgerufen am 7. Juli 2026.