Controllable Local System
Ein sogenanntes englisch Controllable Local System (CLS, dt.: Steuerbares lokales System) ist ein lokales System mit IT-Komponenten im Home Area Network (HAN) eines Anschlussnutzers. Zu ihnen zählen beispielsweise Stromerzeugungsanlagen wie Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher, steuerbare Verbraucher wie Ladestationen, Klimaanlagen oder Haushaltsgeräte sowie Heimautomatisierungsanwendungen. Sie gehören nicht direkt zu einem intelligenten Messsystem (iMSys), nutzen aber dessen Smart-Meter-Gateway für Kommunikationszwecke.
Funktion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Steuerbare lokale Systeme können über das Smart-Meter-Gateway angebunden werden. Die Kommunikation kann direkt mit einem externen Marktteilnehmer oder indirekt über ein Energiemanagementsystem erfolgen. Externe Marktteilnehmer werden in aktive und passive unterteilt (aEMT und pEMT). Aktive externe Marktteilnehmer dürfen über das Smart-Meter-Gateway (SMGW) mit dem CLS kommunizieren und Steuerbefehle für die Dimmung oder Abschaltung von Geräten vornehmen. Passive externe Marktteilnehmer dürfen dagegen nur Messdaten aus dem intelligenten Messsystem empfangen.[1]
Die Kommunikation zwischen einem steuerbaren lokalen System und einem aktiven externen Marktteilnehmer im Wide Area Network (WAN) erfolgt über die sogenannte CLS-Proxy-Funktionalität des Smart-Meter-Gateways. Diese sorgt für eine beidseitig vertrauliche Verbindung, ohne dass das Smart-Meter-Gateway selbst die übermittelten Daten inhaltlich verarbeitet. Die Parametrierung und Verwaltung dieser Kommunikationsverbindungen übernimmt der Gateway-Administrator (GWA), der auch für die sichere Anbindung und Konfiguration zuständig ist. Dies ermöglicht die etwa die Steuerung von Verbrauchseinrichtungen oder das Energiemanagement regelbarer Erzeugungs-, Speicher- und Verbrauchseinrichtungen.[2] Die CLS-Einheit kann beispielsweise als Steuerbox realisiert werden.[3]
Rechtliche Aspekte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemäß § 14a Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) haben Verteilnetzbetreiber die Befugnis, ähnlich wie dies bei den schon länger bestehenden Lastabwurfkunden der Fall ist, im Bedarfsfall die Leistung von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen zu reduzieren oder steuerbare Endkundenverbraucher aus zu schalten, um Versorgungsengpässe im Verteilnetz zu vermeiden. Neben Verbrauchseinrichtungen können auch Erzeugeranlagen wie Photovoltaikanlagen durch den Verteilnetzbetreiber gesteuert werden um beispielsweise eine Übereinspeisung in das Stromnetz durch Abschaltung vermeiden. Gemäß § 9 Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird eine Steuerung implementiert, um Einspeisespitzen zu vermeiden.[4]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- CLS-Management. Vollintegriert und automatisiert. (PDF; 0,2 MB) auf kisters.eu
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Leitfaden Regulatorische Vorgaben für externe Marktteilnehmer (EMT) (PDF; 1,5 MB) auf dena.de
- ↑ Stufenmodell zur Weiterentwicklung der Standards für die Digitalisierung der Energiewende. Stand der Technik. Version: 2.1. In: bsi.bund.de. Abgerufen am 7. September 2026.
- ↑ Eine Übersicht zur „CLS-Einheit“ – Umsetzungen und Begrifflichkeiten (PDF; 0,4 MB) auf dena.de
- ↑ Connected Devices: Zusammenspiel von Smart Meter, HEMS und flexiblen Anlagen (PDF; 0,2 MB) auf dena.de