Chromnitrid wird in der Regel in Form hauchdünner Beschichtungen hergestellt, seltener als keramischer Körper oder als Pulver.
Eine Herstellung aus den Elementen ist bei Temperaturen oberhalb von 800°C möglich, das Werkstück bzw. das Chrompulver werden bei diesem Verfahren unter reiner Stickstoffatmosphäre mehrere Stunden auf die nötige Temperatur erhitzt. Dies geschieht nach folgender Gleichung:[4]
Chromnitrid ist ein Einlagerungsnitrid mit metallischen Eigenschaften. Eine ionogene Formulierung im Sinne von Cr3+ und N3− ist irreführend, während eine Zuweisung entsprechender Oxidationszahlen korrekt ist.
Es liegt in Form eines schwarzen, magnetischen Pulvers vor, das unlöslich in Säuren und Laugen ist. Es besitzt eine Kristallstruktur vom Natriumchlorid-Typ (a = 415 pm). Bei höheren Temperaturen zersetzt sich Chromnitrid (γ-Chromnitridphase) zunehmend und geht in Chromheminitrid Cr2N (β-Chromnitridphase, CAS-Nummer: 12053-27-9) über. Es bildet sich abhängig von der Temperatur und dem Stickstoffdruck zwischen diesen beiden Phasen ein Gleichgewicht aus, so zum Beispiel bei 1100 °C und einem Stickstoffdruck von 1,7 Torr.[4] Chromheminitrid hat eine trigonale Kristallstruktur, die die RaumgruppeP31m(Raumgruppen-Nr. 162)Vorlage:Raumgruppe/162 besitzt.[8]
↑David R. Lide(Hrsg.):CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90.Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press/ Taylor and Francis, Boca Raton FL, Properties of the Elements and Inorganic Compounds, S.4-58.
1234Georg Brauer (Hrsg.) u.a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band III, Ferdinand Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0, S. 1494.
↑von Eckart Doege, Bernd-Arno Behrens:Handbuch Umformtechnik: Grundlagen, Technologien, Maschinen – Eckart Doege, Bernd-Arno Behrens. Springer DE, 2010, ISBN 3-642-04249-X, S.435 (eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche).
↑ T. H.Lee, S.-J.Kim, E.Shin, S.Takaki: On the crystal structure of Cr2N precipitates in high-nitrogen austenitic stainless steel. III. Neutron diffraction study on the ordered Cr2N superstructure. In: Acta Crystallographica, 2006, B62, S.979–986, doi:10.1107/S0108768106034173.