Christian Messner
Christian Messner (* 1. November 1805 in Trossingen; † 1874 ebenda), auch bekannt als „Zeug-Christe“, war ein deutscher Mundharmonikabauer und Begründer der Trossinger Harmonika-Industrie.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Messner wurde in eine Familie des damaligen Dorfes Trossingen in der Baar geboren, die vermutlich von der Weberei lebte. Messner arbeitete zunächst im väterlichen Betrieb mit (daher sein Spitzname „Zeug-Christe“) und begann parallel dazu um 1827 mit dem Bau von Mundharmonikas. 1832 machte er damit ein eigenes Geschäft auf und stellte seinen jüngeren Bruder Johannes als Lehrling ein. Ab März 1833 versuchte er diese damals noch weitgehend unbekannten Musikinstrumente in Baden und in der Schweiz zu verkaufen.[1]
In der Frühzeit konnte das "Bläslemachen", wie es mundartlich genannt wurde, als Familiengeheimnis gehütet werden. Die beiden Brüder Christian und Johannes Messner lernten auch ihren Neffen Christian Weiss an, der sich ab 1855 als Mundharmonikahersteller selbständig machte. Die Firma „Christian Messner & Cie.“ war bis 1870 der führende Betrieb in der Trossinger Mundharmonikabranche. Damals hatte er etwa 50 Mitarbeiter und war auch im Ausland so erfolgreich, dass sein Firmenzeichen nachgeahmt wurde.[2]
Christian Messner starb 1874 in Trossingen. Seine Neffen, die die Firma ab 1880 weiterführten, setzten dem „hochverdienten Gründer der Trossinger Harmonika-Industrie“ zum 100. Geburtstag ein Denkmal auf seinem Grab auf dem Trossinger Friedhof. Mehrere Anläufe, ein weltliches Denkmal im Stadtraum für ihn zu errichten, scheiterten aus finanziellen Gründen. Allerdings gibt es seit 1990 einen Triebwagen der Trossinger Eisenbahn mit dem Namen „Zeug-Christe“.[3]
Werk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ohne Christian Messner hätte der nachmalige Konkurrent Matthias Hohner sein später weltumspannendes Unternehmen nicht starten können. Mit der Begründung, seinen Freund Christian Weiss bei der Arbeit zu besuchen, spähte Matthias Hohner den Neffen der Gründer aus und etablierte eine eigene Mundharmonikaproduktion, die in den folgenden Jahrzehnten alle anderen Trossinger Firmen vom Markt verdrängte.[4]
Die Firma Messner & Cie. wurde kurz nach der Jahrhundertwende von dem Konkurrenten Matthias Hohner geschluckt.[5]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- J. B. (= Bürk): Die Mundharmonikafabrikation in Trossingen in: Illustrierte Dorfzeitung des Lahrer Hinkenden Boten, Nov. 1863
- Hartmut Berghoff: Zwischen Kleinstadt und Weltmarkt, Hohner und die Harmonika 1857–1961, Paderborn 1997
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Häffner, Martin, Harmonicas. Die Geschichte der Branche in Bildern und Texten, Trossingen/ Oberndorf 1991, S. 52 f.
- ↑ Hohner, Seydel, Köstler, Koch und die vielen and'ren noch. Die Harmonikahersteller in Deutschland und Österreich. Von Martin Häffner, Wolfram Märzendorfer, Anne Schaich u. a., hrsg. vom Deutschen Harmonikamuseum, Trossingen 2025
- ↑ Häffner, Martin, Harmonicas. Die Geschichte der Branche in Bildern und Texten, Trossingen/ Oberndorf 1991, S. 53
- ↑ Hohner, Seydel, Köstler, Koch und die vielen and'ren noch. Die Harmonikahersteller in Deutschland und Österreich. Von Martin Häffner, Wolfram Märzendorfer, Anne Schaich u. a., hrsg. vom Deutschen Harmonikamuseum, Trossingen 2025
- ↑ Hohner, Seydel, Köstler, Koch und die vielen and'ren noch. Die Harmonikahersteller in Deutschland und Österreich. Von Martin Häffner, Wolfram Märzendorfer, Anne Schaich u. a., hrsg. vom Deutschen Harmonikamuseum, Trossingen 2025
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Messner, Christian |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Mundharmonikabauer und Begründer der Trossinger Harmonikaindustrie |
| GEBURTSDATUM | 1. November 1805 |
| GEBURTSORT | Trossingen |
| STERBEDATUM | 1874 |
| STERBEORT | Trossingen |