Christian Goiny

Christian Goiny (* 28. April 1965 in Berlin) ist ein Berliner Politiker (CDU). Er ist Mitglied des Abgeordnetenhauses und medienpolitischer Sprecher.
Leben und Studium
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Goiny wuchs in Berlin auf. 1984 legte er sein Abitur ab. 1993 schloss er sein rechtswissenschaftliches Studium an der FU Berlin ab. Ab 1999 arbeitete er als Rechtsanwalt, zwischen 2002 und 2005 in der Geschäftsführung der bpi-GmbH. Seit 2006 ist Goiny Geschäftsführer der Kommunal-Verlag GmbH. Christian Goiny ist ledig.
Partei
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Christian Goiny ist Mitglied der CDU-Fraktion und war von 1985 bis 1991 Kreisvorsitzender der Jungen Union Steglitz. Seit 2002 ist er Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Lichterfelde, von 1999 bis 2007 war er Mitglied im Landesvorstand. Von 1985 bis 1989 war er Bürgerdeputierter in der BVV Steglitz (Volksbildungsausschuss). 1989 bis 2001 Mitglied der BVV Steglitz und Steglitz-Zehlendorf (Unterbrechung Juli bis Nov. 1995). 1995 bis 2001 Vorsitzender der CDU-Fraktion in der BVV Steglitz-Zehlendorf.
Goiny war Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin Juli bis November 1995 und ist es wieder seit Oktober 2006. Er ist Mitglied im Hauptausschuss, im Ausschuss für Wissenschaft und Forschung und im Ausschuss für Europa- und Bundesangelegenheiten, Medien, Berlin-Brandenburg. Hier ist er medienpolitischer Sprecher.
Auf Vorschlag der CDU-Fraktion wurde Christian Goiny als Nachfolger von Friedbert Pflüger vom Abgeordnetenhaus für die Amtsperiode 2011/12 in den Rundfunkrat des rbb gewählt.
Wahlen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Goiny war von Juli bis November 1995 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin und ist seit 2006 wieder dort vertreten. In seinem Wahlkreis Steglitz-Zehlendorf 3 wurde er 2006, 2011, 2016, 2021 und 2023 direkt gewählt. Bereits 2001 hatte er dort kandidiert, erreichte damals jedoch nicht die Mehrheit.
Fördergeldaffäre
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Affäre um öffentliche Zuschüsse kam es ab 2024 zu Vorwürfen gegen Goiny sowie seinem CDU-Parteikollegen Dirk Stettner im Zusammenhang mit der Vergabe von Fördergeldern aus dem Berliner Landeshaushalt, die für Projekte gegen Antisemitismus vorgesehen waren. Recherchen der taz und des Tagesspiegels zufolge sollen Goiny und Stettner erreicht haben, dass insgesamt 3,4 Millionen Euro ohne inhaltliche und fachliche Prüfung durch Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt vergeben wurden. Von 18 geförderten Projekten standen 14 auf einer Liste, die von den beiden CDU-Politikern erstellt worden sein soll.[1][2] Die Projekte hatten mehrheitlich keine Expertise zum Thema Antisemitismus. Stattdessen sollen sie von Personen besetzt sein, die vor allem Vertraute Goinys sind. Anfang 2026 kam es zu einem Untersuchungsausschuss in der Sache, der von Grünen und Linken ins Leben gerufen wurde.[3] In der Folge wurden Nachrichten Goinys an die damalige Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson öffentlich, deren Inhalt im Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses als Druck zur Vergabe der Fördermittel bewertet wurde; von der Opposition wurde die Rücktritte von Goiny und Stettner gefordert, Kultursenatorin Wedl-Wilson selbst trat in Folge der Affäre Ende April 2026 von ihrem Amt zurück.[4]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Werner Breunig, Andreas Herbst (Hrsg.): Biografisches Handbuch der Berliner Abgeordneten 1963–1995 und Stadtverordneten 1990/1991 (= Schriftenreihe des Landesarchivs Berlin. Band 19). Landesarchiv Berlin, Berlin 2016, ISBN 978-3-9803303-5-0, S. 157.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Biografie auf der Website des Berliner Abgeordnetenhauses für die 19. Wahlperiode
- Christian Goiny auf abgeordnetenwatch.de
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Erik Peter: Projekte gegen Antisemitismus: Förderfilz der CDU. In: Die Tageszeitung: taz. 4. November 2025, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 1. Februar 2026]).
- ↑ 390.000 Euro für Verein des Mitarbeiters: Schwere Vorwürfe gegen Berliner CDU-Haushaltsexperten Christian Goiny. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 1. Februar 2026]).
- ↑ Druck machen, Vermerke löschen, Zeugen diskreditieren. In: taz.de. 27. Februar 2026, abgerufen am 1. Juni 2026.
- ↑ Berliner Fördergeldaffäre – Rücktritt der CDU-Abgeordneten Stettner und Goiny gefordert: Linke wirft ihnen Druck auf Ex-Kultursenatorin Wedl-Wilson vor. In: deutschlandfunk.de. 27. April 2026, abgerufen am 1. Juni 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Goiny, Christian |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (CDU), MdA |
| GEBURTSDATUM | 28. April 1965 |
| GEBURTSORT | Berlin |