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Chrintelbach

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Chrintelbach
Wolstelbächli (Oberlauf)
Der Rünenberger Giessen, ein Wasserfall am Chrintelbach

Der Rünenberger Giessen, ein Wasserfall am Chrintelbach

Daten
Gewässerkennzahl CH: 24
Lage Schweizer Jura

Schweiz Schweiz


Nordschweiz

Flusssystem Rhein
Abfluss über Homburgerbach Ergolz Rhein Nordsee
Quelle in der Bergmatte am Wisenberg
47° 24′ 41″ N,  53′ 1″ O
Quellhöhe ca. 715 m ü. M.
Mündung bei Sommerau in den HomburgerbachKoordinaten: 47° 26′ 11″ N,  51′ 2″ O; CH1903: 631065 / 254042
47° 26′ 11″ N,  51′ 2″ O
Mündungshöhe ca. 430 m ü. M.
Höhenunterschied ca. 285 m
Sohlgefälle ca. 59 
Länge 4,9 km[1]
Einzugsgebiet 6,87 km²[1]
Abfluss[2]
AEo: 6,87 km²
an der Mündung
MQ
Mq
100 l/s
14,6 l/(s km²)
Gemeinden Häfelfingen, Zeglingen, Kilchberg BL, Rünenberg, Rümlingen, Wittinsburg
Chrintelbach (Kanton Basel-Landschaft)
Chrintelbach (Kanton Basel-Landschaft)
Quelle
Mündung
Kanton Basel-Landschaft
Quelle und Mündung des Chrintelbachs

Der Chrintelbach ist ein fast fünf Kilometer langer Bach im Tafeljura in der Nordschweiz und ein rechter Zufluss des Homburgerbachs im Kanton Basel-Landschaft. Er entwässert ein Gebiet nördlich des Wisenbergs und passiert mehrere geologisch bedeutende Erosionsformationen, besonders den Felsenkessel beim Wasserfall «Rünenberger Giessen». Das Einzugsgebiet des Bachs liegt grösstenteils im Landschaftsschutzgebiet «Baselbieter und Fricktaler Tafeljura» des Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung.

Als längster Quellbach des Chrintelbachs kann das Wolstelbächli angenommen werden, das auf 715 m ü. M. am Nordhang des Wisenbergs in der Bergmatte entspringt. Der Felsboden im Quellgebiet besteht aus Schichten von Juranagelfluh.[3] Im Tal «Wolstel» mündet es von links in den viel kürzeren Bach, der als «Chrintelbach» bezeichnet wird. Der Bach fliesst einen Kilometer weit in nordwestlicher Richtung und stürzt dann im Wald südlich von Rünenberg in einem 18 Meter hohen Wasserfall über eine Felsstufe, an der mächtige Schichten der Hauptrogenstein-Formation aufgeschlossen sind.[3] Am Fuss der Felswand hat sich durch das stetig herabfallende Wasser ein grosser Kalksinterkegel gebildet. Der Wasserfall ist als «Rünenberger Giessen» bekannt und mit einem Wanderweg erschlossen.[4]

Unterhalb dieser Stelle fliesst der Chrintelbach durch das enge Tal «Stierengraben» und danach durch das flache, zwei Kilometer lange «Chrintel» (mundartlich für «Krintal»). Das Tal ist geologisch gesehen bei der Herausbildung des Tafeljuras aufgrund einer Verwerfung entstanden, bei der sich die Felsformationen in Schollen und Gräben teilten, wobei im Gebiet des «Giessen» der Hauptrogenstein hochgeschoben und vom Bach erodiert wurde.[3] So ist das Tal des Chrintelbachs mit den zahlreichen am Bach aufgeschlossenen Gesteinsformationen ein bedeutendes Geotop im Gebiet des Tafeljuras.

Im Tal entspringt eine Karstquelle, die seit langem als «Jörkebrunn» oder «St. Georgsquelle» bekannt ist und im 20. Jahrhundert für die Trinkwasserversorgung von Sissach genutzt wurde. Früher war die Stelle eine Grenzmarke zwischen den Grafschaften Homburg und Farnsburg.[5]

Im etwas breiteren unteren Bereich des Tals treten an den Berghängen auf beiden Seiten unter dem Hauptrogenstein noch Schichten der Passwangformation an die Oberfläche. Der Talboden ist von Kalkschotter bedeckt, in dem der Bachgraben verläuft. Am Talende passiert der Chrintelbach einen langen, gemauerten Durchlass unter dem Strassentunnel im Bahndamm der Hauensteinstrecke, die in den 1850er Jahren gebaut wurde. Westlich vom Bahndamm liegt der Bach wieder offen und mündet auf 430 m ü. M. in den Homburgerbach.

Sein 4,87 km langer Lauf endet etwa 285 Höhenmeter unterhalb seiner Quelle, was einem mittleren Sohlgefälle von circa 59 ‰ entspricht.

Das 6,87 km² grosse Einzugsgebiet des Chrintelbachs liegt im Tafeljura und wird über den Homburgerbach, die Ergolz und den Rhein zur Nordsee entwässert. Es umfasst eine Berglandschaft im oberen Baselbiet. Die mittlere Höhe des Einzugsgebietes beträgt 587,8 m ü. M., und der höchste Abschnitt ist der Nordhang des Wisenbergs mit der Rodungslichtung Hasmatt. Der Bachlauf liegt in den Gemeinden Häfelfingen, Zeglingen, Kilchberg, Rünenberg, Rümlingen und Wittinsburg; zum Einzugsgebiet gehört zudem der südlichste Teil des Gemeindegebiets von Gelterkinden.

Das Einzugsgebiet stösst im Norden und Osten an jenes des Eibachs, im Südosten an jenes des Eimattbachs und im Westen an den Homburgerbach direkt.

Es besteht zu 45,8 Prozent aus bestockter Fläche, zu 51,0 Prozent aus Landwirtschaftsflächen und zu 3,1 Prozent aus Siedlungsfläche.[6]

Flächenverteilung

Zuflüsse des Chrintelbachs von der Quelle zur Mündung, soweit sie in dem Geoportal des Kantons Basel-Landschaft namentlich genannt werden. Die Namen nach dem Geoportal des Kantons Basel-Landschaft, sonstige Daten nach dem Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung. Die Längen in Kilometern (km), das Einzugsgebiet in Quadratkilometern (km²)

  • Wolstelbächli (links), 1,0 km
  • Stellibächli (rechts), 0,3 km[7]
  • Bergbächli (links), 1,5 km
  • Hollenbächli (rechts), 0,5 km
  • Chätzlisbächli (rechts), 0,4 km
  • Chrintelholdenbächli (rechts), 0,1 km[7]
  • Oltechsbrunnenbächli (rechts), 0,2 km[7]
  • Buebenlochbächli (links), 1,1 km, 0,85 km²
  • Chrintelbach (links), 0,1 km[7]
  • Jörkebrunnbächli (rechts), 0,1 km[7]
  • Rappenbächli (links), 0,2 km[7]
  • Schöftletenbächli (rechts), 1,0 km, 0,68 km²
  • Verenenbächli (rechts), 1,1 km

Bei der Mündung des Chrintelbachs in den Homburgerbach beträgt seine modellierte mittlere Abflussmenge (MQ) 0,1 m³/s. Sein Abflussregimetyp ist pluvial jurassien[8], und seine Abflussvariabilität[9] beträgt 26.[2]

Der grösste Teil des Laufs des Chrintelbachs, mit Ausnahme des letzten Abschnitts am Homburgertal, liegt im Landschaftsschutzgebiet «Baselbieter und Fricktaler Tafeljura», das im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung verzeichnet ist.

Mit einer Verordnung von 2007 nahm der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft mehrere Flächen im Chrintel und im Stierengraben in das kantonale Inventar der geschützten Naturobjekte auf.[10] Das Naturschutzgebiet gehört zur Kategorie der Naturwaldreservate und bezweckt neben dem Schutz der wertvollen Vegetation auch die Erhaltung der Gewässer und der geologischen Objekte am Bachlauf. Im Jahr 2011 wurde der Auwald im mittleren Talbereich revitalisiert, eine alte Wasserfassung aufgehoben und das frühere Bachbett des Chrintelbachs zugedeckt. Das Gewässer bewegt sich nun frei durch das Auengebiet, in welcher sich die natürliche Vegetationsdynamik wieder entfalten kann.

Geschützte Objekte sind zudem mehrere Hecken und Gehölze am Oberlauf des Wolstelbächlis. Im Quellgebiet des Chätzlisbächlis, eines Nebenbachs des Chrintelbachs, befindet sich nahe von Rünenberg das Pro-Natura-Schutzgebiet Under Grieden und auf dem Bahndamm am Unterlauf des Chrintelbachs ein Element des Pro-Natura-Gebiets Homburgertal.

Commons: Chrintelbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung (Hinweise)
  2. 1 2 3 Mittlere Abflüsse (m³/s) und Abflussregimetyp für das Gewässernetz der Schweiz. Bundesamt für Umwelt (BAFU).
  3. 1 2 3 Hans-Rudolf Bläsi (u. a.): Geologischer Atlas der Schweiz 1:25'000 Blatt 1088 Hauenstein. Erläuterungen. Hrsg.: Bundesamt für Landestopographie. Wabern 2018.
  4. Toby Zenerino: Kurze Wanderung am Stierengraben. In: zenerino.ch. 4. Juni 2018, abgerufen am 13. Mai 2026.
  5. Erna Tribelhorn-Bitterlin: Rünenberger und Kilchberger Flurnamen. Bennwil 1997.
  6. Topographische Einzugsgebiete Schweizer Gewässer. Bundesamt für Umwelt (BAFU), abgerufen am 18. Mai 2026.
  7. 1 2 3 4 5 6 Eigenmessung auf dem Server.
  8. Martin Pfaundler, Rolf Weingartner, Robert Diezig: «Versteckt hinter den Mittelwerten» – die Variabilität des Abflussregimes. In: Hydrologie und Wasserbewirtschaftung. 50. Jg., Nr. 3, Juni 2006, S. 116–123, hier S. 119 (PDF; 3,2 MB).
  9. Die Abflussvariabilität beschreibt das Ausmass der Schwankungen des mittleren Abflusses einzelner Jahre um den langjährigen mittleren Abflusswert.
  10. Verordnung über das Naturschutzgebiet «Chrindel», Rünenberg, Rümlingen und Häfelfingen. In: Systematische Sammlung Kanton Basel-Landschaft. 11. Dezember 2007, abgerufen am 13. Mai 2026.
Der modellierte monatliche mittlere Abfluss (MQ) des Chrintelbachs in m³/s[2]
0,2
0,15
0,1
0,05
0
0,1
0,14
Jan.
0,16
Feb.
0,16
März
0,13
Apr.
0,09
Mai
0,08
Juni
0,05
Juli
0,03
Aug.
0,04
Sep.
0,07
Okt.
0,10
Nov.
0,14
Dez.
Durchgehende Linie: Mittlerer Jahresabfluss (MQ) 0,1 m³/s