Calardis Royal
| Calardis Royal | |
|---|---|
| Zuchtnummer | Gf.2004-043-0010 |
| Art | Edle Weinrebe (Vitis vinifera subsp. vinifera) |
| Beerenfarbe | rot |
| Verwendung | |
| Züchter | Rudolf Eibach; Reinhard Töpfer; Oliver Trapp |
| Institut | JKI, Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof |
| Züchtungsjahr | 2004 |
| VIVC-Nr. | 27254 |
| Abstammung | |
|
Kreuzung aus | |
| Liste von Rebsorten | |
Die Rotweinsorte Calardis Royal ist eine Neuzüchtung des JKI, Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof. Der Sortenname leitet sich aus einer historischen Bezeichnung des Geilweilerhofs ab und erhält das beschreibende Beiwort Royal.[1]
Eigenschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aus der Rebsorte entstehen laut Züchter komplexe Rotweine mit Aromen dunkler Beerenfrüchte, wie Brombeere, Holunderbeere oder Kirsche, begleitet von einem Hauch von Tabak und Nelke. Mediterran anmutende Weine mit kräftigen Tanninen können in Abhängigkeit des Jahrgangs erzeugt werden. Dann empfiehlt sich eine Lagerung im Barrique/Holzfass um die Tannine effektiv einzubinden.[2]
Als Vertreter der PIWIs werden gute Weinqualitätseigenschaften mit einer hohen Widerstandsfähigkeit gegen die wichtigsten pilzlichen Schaderreger Echter Mehltau und Falscher Mehltau in dieser Sorte kombiniert. Durch die Kombination (Pyramidisierung) von drei unterschiedlichen Resistenzfaktoren gegen den Echten Mehltau (Run1, Ren3, Ren9) und zwei gegen den Falschen Mehltau besitzt sie sehr hohe Widerstandsfähigkeit. Gegen die Botrytisfestigkeit ist sie durch ihre stabile Beerenhaut gut geschützt. Dadurch lassen sich sowohl in integrierten als auch im ökologischen Anbau bis zu 80 % der Fungizide einsparen.[3] Durch ihren tendenziell frühen Austrieb ist sie nicht für Frostlagen geeignet. Der mittel bis späte Reifezeitpunkt entspricht etwa dem von Merlot. Sie besitzt hervorragende weinbauliche Eigenschaften durch ihren aufrechten Wuchs, eine geringe Neigung zu Geiztrauben und ihre sehr gute Holzreife.[3]
Abstammung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kreuzungseltern sind Calandro und der französische Zuchtstamm MTP 3082-1-49. Der komplexe Stammbaum kann im VIVC graphisch nachvollzogen werden.[4]
Zulassung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Anmeldung zum Sortenschutz erfolgte 2024. Nach der Beantragung der Sortenzulassung erfolgt aktuell die vergleichende Sortenprüfung durch das Bundessortenamt an neun Standorten. Interessierte Winzer können die Sorte bereits anpflanzen, allerdings ist es bis zur Sortenzulassung noch erforderlich einen Anbauvertrag mit dem Züchter abzuschließen.[5]
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Durch die noch ausstehenden Zulassung sind Weine aus dieser Rebsorten aktuell ausschließlich im Weinverkauf des JKI am Geilweilerhof erhältlich. Diese Weine wurden bereits ausgezeichnet, u. a. mit Gold beim PIWI Wine award international 2024[6] oder Silber beim Deutschen PIWI Weinpreis 2026.[7]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Calardis Royal in der Datenbank Vitis International Variety Catalogue des Instituts für Rebenzüchtung Geilweilerhof (englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ H. Hess, G. Alleweldt: Der Geilweilerhof und das Institut für Rebenzuechtung. Gemeinschaft der Freunde und Förderer des Instituts für Rebenzüchtung Geilweilerhof e.V., 1993 (vitis-vea.de [PDF]).
- ↑ Calardis Royal. geilweilerhof.eu, abgerufen am 3. April 2026.
- 1 2 JKI, Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof (Hrsg.): PIWIs 2026,. Siebeldingen 2026 (PDF-Datei).
- ↑ Calardis Royal in der Datenbank Vitis International Variety Catalogue des Instituts für Rebenzüchtung Geilweilerhof (englisch)
- ↑ Blatt für Sortenwesen. In: bundessortenamt.de. 15. März 2026, abgerufen am 3. April 2026.
- ↑ 2022er Gf.2004-43-10 trocken. Wine System, 19. Oktober 2024, abgerufen am 3. April 2026.
- ↑ Deutscher PIWI-Weinpreis Preisträger 2025. DLG, 7. November 2025, abgerufen am 3. April 2026.