Byströmit kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem, konnte bisher aber nur in Form poröser, massiger Mineral-Aggregate gefunden werden, die aus submikroskopischen Teilchen bestehen. Einzelne, mikroskopisch kleine Kristalle sind durchsichtig bis durchscheinend und von blaugrauer Farbe, die durch Beimengungen von Stibiconit auch ins Gelblichbraune abweichen kann. Die Strichfarbe von Byströmit ist jedoch immer hellgrau.
Erstmals entdeckt wurde Byströmit in der „Mina la Fortuna“ bei El Antimoneo (auch El Antimonio) im Municipio Caborca im mexikanischen Bundesstaat Sonora. Analysiert und erstbeschrieben wurde das Mineral durch Brian Mason und Charles J. Vitaliano, die es nach dem Kristallchemiker Anders Byström (1916–1956) benannten, der die Struktur der synthetischen Verbindung MgSb2O6 entschlüsselt hatte. Veröffentlicht wurde die Erstbeschreibung 1952 im Fachmagazin American Mineralogist.
Da der Byströmit bereits vor der Gründung der International Mineralogical Association (IMA) 1958 bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt war, wurde dies von ihrer Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) übernommen und bezeichnet den Byströmit als sogenanntes „grandfathered“ (G) Mineral.[2] Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Byströmit lautet „Bym“.[1]
Auch die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte[9]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Byströmit in die Abteilung „Metall:Sauerstoff=1:2 und vergleichbare“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen und der Kristallstruktur. Das Mineral ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung und seinem Aufbau in der Unterabteilung „Mit mittelgroßen Kationen; Ketten kantenverknüpfter Oktaeder“ zu finden, wo es zusammen mit Ordoñezit, Tapiolit-(Fe) und Tapiolit-(Mn) die „Tapiolitgruppe“ mit der Systemnummer 4.DB.10 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Byströmit die System- und Mineralnummer 44.02.01.01. Das entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Antimonate“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Antimonate A(X2O6)“ in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 44.02.01, in der auch Ordoñezit und Tripuhyit eingeordnet sind.
Byströmit bildet sich in Quarz-Adern von verwitterten Antimon-Lagerstätten, wo er vorwiegend in Paragenese mit Stibiconit und Quarz auftritt.
Außer an seiner Typlokalität Grube „Fortuna“ sowie in der nahe gelegenen Grube „San Jose“ bei El Antimoneo (Sonora) in Mexiko konnte das Mineral bisher nur noch in der Grube „Silberne Rose“ bei Brandholz-Goldkronach im Fichtelgebirge in Oberfranken, Bayern (Deutschland) entdeckt werden (Stand 2025).[10]
Anders Byström, Brita Hök, Brian Mason:The crystal structure of zinc metantimonate and similar compounds. In: Arkiv för Kemi, Mineralogi och Geologi. Band15, Nr.4, 1942, S.1–8 (englisch).
Brian Mason, Charles J. Vitaliano:Bystromite, magnesium antimonate, a new mineral. In: American Mineralogist. Band37, 1952, S.53–57 (englisch, minsocam.org[PDF; 358kB; abgerufen am 22.November 2025]).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
12345Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.208 (englisch).
123456
Byströmite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF]).
↑Byströmite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 22.November 2025(englisch).