Zum Inhalt springen

Broadcasting Satellite System Corporation

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Broadcasting Satellite System)
Broadcasting Satellite System Corporation
Rechtsform Kabushiki-gaisha
Gründung 13. April 1993
Sitz Fuchū-shi, Präfektur Tokio, Japan Japan
Leitung Hideo Kado (CEO)
Mitarbeiterzahl 88 (1. Juli 2025)
Umsatz 10,83 Mrd. Yen (2024)
Branche Satellitenkommunikation
Website www.b-sat.co.jp

Die Broadcasting Satellite System Corporation (B-SAT; jap. 株式会社放送衛星システム, kabushiki kaisha hōsō eisei shisutemu) ist ein japanisches Unternehmen für Satellitenkommunikationsdienstleistungen mit Sitz in Fuchū-shi in der Präfektur Tokio.

B-SAT wurde am 13. April 1993 mit dem Ziel gegründet, um Rundfunksatelliten zu beschaffen und zu unterhalten, sowie deren Transponderkapazitäten zu verleasen. Größter Aktionär (49,9 %) ist die NHK (die japanische Rundfunkgesellschaft).

Die Broadcasting Satellite System Corporation betreibt aktuell eine Flotte von vier geostationären Kommunikationssatelliten, welche alle bei 110° Ost stationiert sind. Insgesamt wurden seit 1998 zehn BSAT-Satelliten gestartet.

BSAT-1a wurde im Juni 1994 bei Hughes Space and Communications bestellt und am 17. April 1997 zusammen mit Thaicom 3 mit einer Ariane-44LP-Rakete gestartet. Am 28. April 1998 folgte der Backup Satellit BSAT-1b zusammen Nilesat 101 mit einer Ariane-44P. Beide Satelliten wurden in eine geostationäre Umlaufbahn in eine Position von 110° Ost gebracht. Sie ersetzen die beiden BS-3 Satelliten von NHK.[1] Nach Erhalt der Lizenz zum Ausstrahlen von digitalen Diensten (z. B. für das japanische Fernsehen) durch die japanischen Behörden nahm BSAT-1b im Juli 1998 dann seiner Dienst auf.[2] Die spinstabilisierten und zylinderförmigen Satelliten beruhten auf Hughes Satellitenbus HS-376 (heute Boeing 376) und wogen im Orbit und mit Treibstoff 723 kg. Sie hatten einen Durchmesser von 2,17 m und eine Höhe von 3,15 m mit eingeklappter Antenne beim Start und 7,97 m im ausgefalteten Zustand. Die Satelliten bestanten jeweils aus zwei Sektionen: einer sich mitdrehenden Satellitenbussektion mit Star-30BP-Antriebssystem und einer sich nicht mitdrehenden Nutzlastsektion. Die von Nickel-Cadmium-Akkumulatoren unterstützten Solarzellen lieferten 1200 Watt Leistung für den 106-Watt-(TWTA)-Sender und die Bordelektronik. Kommandos wurden auf der Frequenz von 17 GHz empfangen und Telemetriedaten auf einer Frequenz von 12 GHz gesendet. Als Nutzlast trugen die Satelliten acht (davon vier Reserve) Ku-Band-Transponder. Als Lebensdauer waren zehn Jahre geplant.[3]

BSAT-2a wurde im März 1999 bei Orbital Sciences Corporation bestellt und nach einigen Verzögerungen am 8. März 2001 mit einer Ariane-5G-Rakete zusammen mit Eurobird 1 in eine geostationäre Umlaufbahn in die Position 110° Ost gestartet. Der Backup-Satellit BSAT-2b erreichte am 12. Juli 2001 durch einen Fehler der Ariane-5G-Rakete nicht seine Umlaufbahn. Daraufhin beauftragte man Orbital Sciences im Oktober 2001 mit dem Bau des Ersatzsatelliten BSAT-2c, welcher schließlich am 11. Juni 2003 ebenfalls mit einer Ariane 5G zusammen mit Optus C1 gestartet wurde und einen Monat später seinen Betrieb aufnahm.[2] Die Satelliten basierten auf Orbital Sciences leichtem STAR-1-Satellitenbus. Die würfelförmigen, dreiachsenstabilisierten Satelliten mit zwei Solarzellenpaneelen (aus Silizium mit einer Leistung von 2000 Watt (BOL)) hatten im Orbit eine Größe von 3,8 × 2,8 m mit einer Spannweite von 15,7 m. Sie waren beim Start 1317 kg schwer (1292 kg im Orbit) und beherbergten acht (davon vier Reserve) Ku-Band-Transponder (17 GHz Empfang, 12 GHz Senden) mit einer Ausgangsleistung von je 130 Watt, die sich einer 2,2-m-Antenne bedienten. Als Antrieb kam eine Feststoff-Kickstufe und ein Hydrazintriebwerk zum Einsatz. Als Lebensdauer waren 10 Jahre geplant.[4][5]

Satellitenflotte

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand der Listen: 13. Mai 2026

NameBestelljahrStartdatum (UTC)TrägerraketeStartplatzSatellitenbusNSSDC-IDTransponderAnmerkungen
BSAT-1a199416. Apr. 1997Ariane 44LPKourouHS-376 (Hughes)1997-016BKu-Band:
4 (+4 Backup)
außer Betrieb seit August 2010
BSAT-1b199428. Apr. 1998Ariane 44PKourouHS-376 (Hughes)1998-024BKu-Band:
4 (+4 Backup)
außer Betrieb seit August 2011
BSAT-2a19998. Feb. 2001Ariane 5GKourouSTAR-1 (Orbital ATK)2001-011BKu-Band: 4außer Betrieb seit Januar 2013
BSAT-2b199912. Juli 2001Ariane 5GKourouSTAR-1 (Orbital ATK)2001-029BKu-Band: 4Fehlstart; Orbit nicht erreicht
BSAT-2c200111. Juni 2003Ariane 5GKourouSTAR-1 (Orbital ATK)2003-028AKu-Band: 4Ersatz für BSAT-2b, außer Betrieb seit August 2013
BSAT-3a200514. Aug. 2007Ariane 5 ECAKourouA2100A (Lockheed Martin)2007-036BKu-Band: 12außer Betrieb seit Februar 2025
BSAT-3b200828. Okt. 2010Ariane 5 ECAKourouA2100A (Lockheed Martin)2010-056BKu-Band: 12aktiv
BSAT-3c
(JCSAT-110R)
20086. Aug. 2011Ariane 5 ECAKourouA2100A (Lockheed Martin)2011-041BKu-Band: 12aktiv, Joint-Venture mit SKY Perfect JSAT
BSAT-4a201529. Sep. 2017Ariane 5 ECAKourouSSL-1300 (Space Systems/Loral)2017-059BKu-Band: 24aktiv
BSAT-4b201815. Aug. 2020Ariane 5 ECA+KourouSSL-1300 (Space Systems/Loral)2017-056AKu-Band: 24aktiv

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Gunter’s Space Page: BSAT-1
  2. 1 2 B-Sat Website (Memento vom 7. Juli 2009 im Internet Archive) (englisch)
  3. Boeing: BSAT-1 factsheet (Memento vom 20. Januar 2009 im Internet Archive)
  4. Orbital Sciences: BSAT (Memento vom 12. Juli 2008 im Internet Archive)
  5. Geo-Orbit: BSAT-2 (Memento vom 17. Oktober 2008 im Internet Archive)