Breitsee
| Breitsee | ||
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| Breitsee | ||
| Geographische Lage | Kanton Aargau | |
| Daten | ||
| Koordinaten | 632483 / 269621 | |
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| Fläche | 6 ha | |
Der Breitsee ist ein Feuchtgebiet auf dem Gemeindegebiet von Möhlin im Kanton Aargau in der Schweiz. Das rund sechs Hektaren grosse Naturschutzgebiet, in dem sich ein Flachmoor und ein kleiner See ausbreiten, steht seit 1986 unter kantonalem Schutz[1] und ist als Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung registriert.[2] Die Kernzone des Schutzgebiets ist zudem als Altholzinsel ein geschütztes Waldreservat.
Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Breitsee befindet sich nordöstlich der Ortschaft Möhlin im Gebiet Oberforst, rund 1,2 km südlich der am Rhein gelegenen Wüstung Rappertshäusern. Das Moor liegt in einer Mulde auf rund 330 m ü. M. und ist von Wald umgeben. Das Naturschutzgebiet ist nur über kleine Waldwege und Pfade zu erreichen.
Entstehung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Während der Riss-Kalkzeit vor rund 140'000 Jahren bildete das Möhliner Feld den nordwestlichsten Punkt der alpinen Vergletscherung. Über das Gebiet im Rheintal dehnte sich damals die Front einer mächtigen Gletscherzunge aus, die eine ausgedehnte Endmoräne schuf. Mit der Klimaerwärmung und damit dem Ende der Eiszeit begannen die Gletscher zu schmelzen und zogen sich allmählich zurück. Auf der nordwestlichen Erhebung der Hochterrassenschotters, der von Löss bedeckt ist,[3] entstand eine Mulde, worin sich im Laufe von Jahrtausenden Erosionsmaterial und Verwitterungsstaub ablagern konnte. Dies führte zur Bildung einer meterdicken, wasserundurchlässigen Schicht, auf welcher ein See entstand.
In der Zeit von rund 3000 bis 1000 v. Chr. setzte in der Verlandungszone die Moorbildung ein. Da sich abgestorbene Pflanzen in einem vernässten Boden nur beschränkt abbauen, lagerte sich immer mehr Pflanzenmaterial ab. Dazu kamen die Torfmoose, die mit der Zeit im feuchten Gebiet eine Schicht von Torf bildeten. Im sumpfigen Torfmoor am Breitsee wurden die ältesten Torffossilien des Kantons Aargau gefunden.[4] Das feuchte Gebiet besass weder einen natürlichen Zu- noch Abfluss, stand aber in Kontakt mit dem Grundwasser.
Mit der Entwässerung und der Anpflanzung von Birken und Rottannen begann 1827 die Zerstörung des Feuchtgebiets. Die Seefläche verkleinerte sich. Damals hatte die Torfschicht noch eine Mächtigkeit von 80 cm.
Gerade noch rechtzeitig wurde der See vor der völligen Verlandung gerettet, als der künstliche Abfluss im Jahr 1968 wieder mit Lehm abgedichtet wurde. Obwohl der See jahrzehntelang unter der Entwässerung gelitten hatte, konnte dank dieser Massnahme der Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten erhalten werden.
Der Breitsee besitzt auch heute keinen natürlichen Zufluss und wird ausschliesslich durch Oberflächen- und Grundwasser gespeist. Durch die Vielzahl an Torfpartikeln, welche im Seewasser schweben, erscheint der Breitsee aus der Nähe trüb und aus der Luft nahezu schwarz.
Flora und Fauna
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Teichfrosch
- Trügerisches Torfmoos
- Grosse Königslibelle
Das Naturschutzgebiet Breitsee bietet einen Lebensraum für rund 140 Pflanzenarten, die sich unter kargen Bedingungen des Flachmoors zurechtfinden müssen. Der Boden ist fast ständig bis zur Oberfläche mit Wasser getränkt; im Bereich der Wurzeln herrscht grosse Sauerstoffknappheit; die Nährstoffe sind begrenzt. Nur spezialisierte Pflanzenarten können unter diesen Bedingungen gedeihen. Am Breitsee finden sich vor allem verschiedene Sauergrasgewächse, wovon die meisten zur Gattung der Seggen zählen. Besonders wertvoll sind die letzten erhaltenen Bestände des seltenen, an Torfmoosen reichen Bruchwaldes mit Birken und Schwarzerlen. Am Breitsee wachsen seltene und geschützte Orchideen, Primeln und Schwertlilien.

Im Flachmoor und im See leben zahlreiche Tierarten. Einige Insektenarten benötigen zur Ablage ihrer Eier bestimmte Pflanzen, die sie nur im Ried finden. Im Naturschutzgebiet Breitsee sind Amphibien- und Libellenarten zahlreich vertreten. Verschiedene Käfer- und Heuschreckenarten halten sich ausschliesslich auf dem stets feuchten Riedboden auf, und nektarsuchende Insekten sind auf das sommerliche Blütenangebot angewiesen.
Zu den Bewohnern des Naturschutzgebietes zählen auch viele Vögel. Häufig zu beobachten sind Zwergtaucher, Teichhuhn und Reiherente, aber auch Baumfalke und Schwarzspecht sowie andere Singvögel. Im Frühling und Herbst wird der See jeweils von Zugvögeln besucht, denen er als Rastplatz dient.
Weitere Naturschutzgebiete in der Nähe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ägelsee, ein Toteissee (1,5 km südöstlich)
- Haumättli, ein Auengebiet am Rhein (1,3 km nordöstlich)
- Wolfhöhli/Chüelespitz (Burstel), ein Amphibienschutzgebiet (0,5 km westlich)
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hans Härri: Löss- und Pollenanalytische Untersuchungen am Breitsee. In: Mitteilungen der aargauischen naturforschenden Gesellschaft, 19, 1930. S. 99–152.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Breitsee. In: Möhlin Natur. Abgerufen am 9. Oktober 2026.
- ↑ Verordnung über den Schutz der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung (Amphibienlaichgebiete-Verordnung (AlgV)). In: www.admin.ch (online; PDF; 541 kB), 1. Juni 2007, S. 17.
- ↑ Urs Pfirter (u. a.): Geologischer Atlas der Schweiz 1:25'000. Blatt 1068 Sissach mit Südteil von 1048 Rheinfelden. Erläuterungen. Bern 2019. S. 91.
- ↑ Wo die Natur zuhause ist. Der Breitsee. In: Gemeinde Möhlin. Abgerufen am 9. Oktober 2026.
