Zdenka Braunerová

Zdislava Rosalina Augusta Braunerová, genannt Zdenka (geboren am 9. April 1858 in Prag; gestorben am 23. Mai 1934 ebenda) war eine tschechische Landschaftsmalerin, Illustratorin und Graphikerin. Sie war das erste weibliche Mitglied der Künstlervereinigung Spolek výtvarných umělců Mánes (S.V.U.) und Förderin zahlreicher anderer tschechischer Künstler.
Leben
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Zdislava Braunerová entstammte einer wohlhabenden Familie. Ihr Vater František August Brauner war Mitglied des Österreichischen Reichsrats.[1] Ihre Mutter Augusta war Amateurmalerin, Intellektuelle und Künstler waren regelmäßig zu Gast in ihrem Haus. Zdislava nahm Unterricht bei Amalie Mánesová. Später studierte sie bei dem Prager Maler und Zeichner Soběslav Pinkas.[2]
Sie entschied sich schließlich, Malerei als Beruf zu ergreifen, wobei diese Entscheidung möglicherweise mit durch ihre Begegnung mit Antonín Chittussi beeinflusst war, einem jungen Landschaftsmaler, mit dem sie eine lange Freundschaft verband. Sie hatte eine Beziehung zum Schriftsteller Julius Zeyer, der siebzehn Jahre älter war als sie. Später wurde eine geplante Hochzeit mit dem Schriftsteller Vilém Mrštík in letzter Minute abgesagt.[3]
Nach 1880
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine wichtige Inspiration für ihre Kunst war Paris, wo sie von 1881 bis 1893 jeweils einen Teil des Jahres verbrachte, sowie die Maler der Schule von Barbizon. Ihr zukünftiger Schwager, der Autor Élémir Bourges, diente ihr als Führer und machte sie mit vielen Literaten wie Maurice Maeterlinck und Anatole France bekannt.[3] In dieser Zeit besuchte sie auch die Académie Colarossi, sie stellte häufig aus, beispielsweise im Salon de Paris und im Prager Rudolfinum.[2] Während all dieser Jahre gab sie nie ihre Verbindungen zu ihrer Heimat auf und nahm beispielsweise an Veranstaltungen teil, bei denen sie in tschechischen Trachten tanzte und Volkslieder sang.[3] 1896 wurde sie das erste weibliche Mitglied der Mánes-Künstler-Vereinigung, wurde jedoch offenbar wieder 1906 ausgeschlossen.[2]

Später eröffnete sie ein Atelier in Roztoky und lud 1902 Auguste Rodin zu sich ein.[3] 1909 entwickelte sie eine enge Freundschaft zum französischen Schriftsteller Paul Claudel, als dieser französischer Konsul in Prag war.[1] Eine Liebesbeziehung mit dem Schriftsteller Miloš Marten, der fünfundzwanzig Jahre jünger als sie war, empörte ihre Familie. Marten starb aber 1917 an den Folgen seiner Verwundungen im Ersten Weltkrieg.[3] Roztoky blieb für den Rest ihres Lebens ihr Zuhause und sie ließ sich von den Menschen und Landschaften auf dem Land inspirieren, während sie ein detailliertes Tagebuch und eine Reihe von Skizzenbüchern führte. Sie stellte bis 1932 aus.
Neben ihrer Tätigkeit als Malerin war sie auch als Grafikerin, Buchgestalterin und Glasgraveurin tätig. Viele Jahre lang engagierte sie sich für den Erhalt der Prager Altstadt und des Josefov, des alten jüdischen Ghettos.[1] Im diesem Rahmen schuf sie eine Reihe von Druckgrafiken. Viele jüngere Künstler, darunter František Bílek, Jan Zrzavý und Joža Uprka, erhielten von ihr finanzielle Unterstützung.
Sie starb am 23. Mai 1934 im Alter von 76 Jahren während eines Aufenthalts im Haus ihrer Familie in Prag und wurde auf dem Vyšehrader Friedhof beigesetzt.[4]
Ausgewählte Werke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Miloslav Vlk, Zdenka Braunerová (1858 – 1934), Středočeské muzeum, 2004, ISBN 80-239-2818-X
- František Kožík, The Life Story of Painter Zdenka Braunerová and the People Around Her, eine zweibändige Biographie:
- Na křídle větrného mlýna [Auf dem Flügel einer Windmühle], Edice Klíč, 1989, ISBN 80-202-0057-6
- Neklidné babí léto [Unruhiger Altweibersommer], Edice Klíč, 1990, ISBN 80-202-0063-0
- Milena Lenderová, Zdenka Braunerová, Mladá fronta, Prag 2000, ISBN 80-204-0868-1
- Prokop H. Toman, Zdenka Braunerová – Popisný seznam grafického díla [Beschreibende Liste der grafischen Werke], Státní nakladatelství krásné literatury an umění, Prag, 1963
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Brigitte Brauner: Les traces de Zdenka Braunerova, artiste Tchèque, dans la culture Française. Régie Théâtrale (französisch).
- Marcela Šášinková: Zdence Braunerové ke 150. výročí narození" (zum 150ten Geburtstag). Knihovna, 21. April 2009, archiviert vom (tschechisch).
- Galerie ženských osobností - Zdenka Braunerová. Tschechischer Rundfunk (tschechisch).
- Tschechische Heldinnen | Zdenka Braunerová. Czech Radio, 9. Juni 2020.
- Středočeské muzeum (Hrsg.): Ateliér Zdenky Braunerové. 5. August 2021 (tschechisch, youtube.com).
- Středočeské muzeum (Hrsg.): Komentované prohlídky muzea | Expozice Ateliér Zdenky Braunerové. 27. April 2020 (tschechisch, youtube.com).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 Brief biography. Roztoky.com, 26. Oktober 2019, archiviert vom ; abgerufen am 29. Januar 2026 (tschechisch).
- 1 2 3 Chronology of her life. Výtvarné Umĕlkynĕ (tschechisch).
- 1 2 3 4 5 Brief biography. Žena-In, 26. Januar 2021, archiviert vom ; abgerufen am 29. Januar 2026 (tschechisch).
- ↑ Vyšehradský hřbitov a Slavín. Stadt Prag ehemals im (nicht mehr online verfügbar) (tschechisch). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Braunerová, Zdenka |
| ALTERNATIVNAMEN | Braunerová, Zdislava Rosalina Augusta |
| KURZBESCHREIBUNG | tschechische Kunstmalerin und Graphikerin |
| GEBURTSDATUM | 9. April 1858 |
| GEBURTSORT | Prag, Kaisertum Österreich |
| STERBEDATUM | 23. Mai 1934 |
| STERBEORT | Prag, Tschechoslowakei |
