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Bloom (Phase)

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In der Polymerchemie, Materialwissenschaft und Lebensmittelchemie bezeichnet „Bloom“ (deutsch Blüte) bezugsweise "Blooming" (deutsch Blühen) die Wanderung einer Komponente eines festen Gemisches an die Oberfläche eines Materials. Dieser Prozess ist ein Beispiel für Phasentrennung oder Phasenaggregation.

Materialwissenschaft

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Das EU‑Lebensmittelkontaktmaterial‑Symbol wird zur Kennzeichnung von Materialien verwendet, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen, wie in der Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 festgelegt.

Blooming (Ausblühung) wird häufig bei Polymeradditiven wie Stabilisatoren beobachtet.[1] Viele Polymere bestehen im Wesentlichen aus reinen Kohlenwasserstoffen, während Additive oft deutlich polarer sind. Dadurch werden sie aufgrund hydrophober Kräfte aus dem Polymer herausgedrängt. Das Blooming von Additiven kann erwünscht oder unerwünscht sein. So kann beispielsweise die Migration von Antioxidantien an die Oberfläche eines Polymers dazu beitragen, dessen Abbau zu verhindern. Umgekehrt ist das Auslaugen von Additiven aus Verpackungsmaterialien in Lebensmittel oder das Ausblühen von Additiven in biomedizinischen Anwendungen häufig ein ernstes Problem.[2] In vielen Ländern gibt es Vorschriften, die sicherstellen, dass sowohl das Ausmaß des Bloomings als auch die verwendeten Materialien unbedenklich sind. Ein Beispiel hierfür ist das internationale Symbol für Materialien mit Lebensmittelkontaktzulassung: Das Weinglas-und-Gabel-Symbol.

Schwefelblüte bezeichnet die Migration von Schwefel, in der Regel als S8, an die Oberfläche eines Gummiprodukts – entweder vor oder nach der Vulkanisation. Das Auftreten von Blüte ist in der Gummiverarbeitung unerwünscht. Tritt Schwefelblüte vor der Vulkanisation auf, fehlt dem Gummi ein Teil des Vernetzungsmittels. Schwefelblüte nach der Vulkanisation weist auf eine unvollständige Vulkanisation hin.[3] Um Schwefelblüte zu verhindern, verwendet die Gummiindustrie für die Schwefelvulkanisation amorphe, polymere Formen von Schwefel, die als „unlöslicher Schwefel“ bezeichnet werden. Dieser bleibt im unvernetzten Gummi unlöslich und verhindert dadurch Migration und Blütenbildung.[4] In der Gummiverarbeitung können neben Schwefel auch andere Bestandteile „ausblühen“, darunter Antioxidantien, Fettsäuren und Vulkanisationsbeschleuniger.

Lebensmittelchemie

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Schokoladenblüte

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Schokoladenblüte bzw. Schokoladenreif bezeichnet zwei Arten von weißlichem Belag, der auf der Oberfläche von Schokolade auftreten kann: Fettblüte, die durch Veränderungen der Fettkristalle in der Schokolade entsteht, und Zuckerblüte, die durch Kristallbildung infolge von Feuchtigkeitseinwirkung auf den Zucker verursacht wird. Schokolade mit „Blüte“ ist weiterhin essbar, kann jedoch ein unansehnliches Aussehen und eine veränderte Textur aufweisen.

Einzelnachweise

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  1. Hans Zweifel, Ralph D. Maier, Michael Schiller: Plastics additives handbook. 6. Edition. München 2009, ISBN 978-3-446-40801-2 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 22. Mai 2026]).
  2. Micheal Nouman, Johanna Saunier, Emile Jubeli, Najet Yagoubi: Additive blooming in polymer materials: Consequences in the pharmaceutical and medical field. In: Polymer Degradation and Stability. Band 143, September 2017, S. 239–252, doi:10.1016/j.polymdegradstab.2017.07.021 (englisch).
  3. Barlow, Fred W.: Rubber Compounding: Principles: Materials, and Techniques. Hrsg.: M. Dekker. 2. Edition, 1993, ISBN 0-8247-8968-7 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 22. Mai 2026]).
  4. Jakub Wręczycki, Dariusz M. Bieliński, Rafał Anyszka: Sulfur/Organic Copolymers as Curing Agents for Rubber. In: Polymers. Band 10, Nr. 8, 5. August 2018, ISSN 2073-4360, S. 870, doi:10.3390/polym10080870, PMID 30960795, PMC 6403713 (freier Volltext) (englisch).