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Block der Frauen

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Block der Frauen

Der Block der Frauen ist eine mehrteilige Skulptur von Ingeborg Hunzinger zum Rosenstraßen-Protest. Sie steht in einer Grünanlage in der Rosenstraße 1–2 in Berlin-Mitte.

Entstehung und Geschichte

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Das Denkmal gemahnt an die mehrtägigen Proteste von hunderten nichtjüdischen Angehörigen und als „arisch“ geltenden Ehefrauen, deren jüdische Ehemänner in Berlin im Rahmen der Fabrikaktion Ende Februar/Anfang März 1943 am Arbeitsplatz verhaftet und in einem Gebäude in der Rosenstraße festgehalten wurden.[1] Am 6. März 1943 kamen die Männer wieder frei.[2]

Noch zu Zeiten der DDR begann die Bildhauerin Ingeborg Hunzinger ab 1989 mit der Arbeit an der Skulpturengruppe. Bis 1994 stellte sie das Werk fertig, das an die Judenverfolgung sowie an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus erinnern sollte. 1995 wurde es im öffentlichen Raum in einer kleinen Grünanlage auf einem Grundstück der WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte am Ort des ehemaligen jüdischen Verwaltungsgebäudes, in dem die Gestapo die Gefangenen festhielt,[3] aufgestellt und eingeweiht.[2] Eine Teilkopie des Ensembles mit den zentralen zwei sich schützend umarmenden Figuren wurde auch in Berlin-Köpenick im Innenhof des ehemaligen Zellengefängnisses mit Gedenkstätte zur Köpenicker Blutwoche aufgestellt.[2]

2021/2022 wurde das stark verschmutzte und verkrustete Denkmal im Auftrag der Akademie der Künste Berlin (AdK) und der WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte restauriert und gereinigt. Die Reinigungs- und Restaurierungsmaßnahmen sowie die Geschichte des Denkmals waren Bestandteil eines künstlerischen Projektes der Konzeptkünstlerin Maria Eichhorn, die 2021 von der AdK mit dem Käthe-Kollwitz-Preis ausgezeichnet wurde.[3] Ende 2025 veröffentlichte sie in einer AdK-Publikation ihre Recherche zu den Hintergründen der Entstehung und eine Studie zur restauratorischen Erhaltung der Skulpturengruppe. Teil des Projektes ist außerdem die weitere konservatorische und restauratorische Instandhaltung, die bis 2027 bei der Akademie der Künste und ab 2028 bei der Stadt Berlin als Eigentümerin der Skulpturengruppe sowie der Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte als Eigentümerin des Grundstücks liegen soll.[4][5][6]

Im August 2024 war das Denkmal Ziel von israel- und judenfeindlichen Schmierereien.[7][8] Sowohl die jüdische Adass-Jisroel-Gemeinde, die evangelische Kirche, das Drei-Religionen-Projekt „House of One“ wie auch die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes zeigten sich betroffen über die Beschädigung.[9] Die Skulpturengruppe wurde von der aufgesprühten Farbe gereinigt.

Mit Inschriften versehene Rückseiten
Mit Inschriften versehene Rückseiten
Mit Inschriften versehene Rückseiten
Die freistehenden Figuren
Die freistehenden Figuren
Die freistehenden Figuren

Die behauene Plastik besteht aus sechs einzelnen roten Rochlitzer Porphyrblöcken[5] mit der abstrahierenden Darstellung protestierender und trauernder Frauen[10] und weiterer Menschen.[2] Vier der etwa 230 cm hohen und 100 cm tiefen Natursteinblöcke sind mit Hoch- und Tiefreliefs von Figuren und dramatischen Szenen gearbeitet, die zudem mit jüdischen Symbolen und hebräischen Buchstaben versehen sind.[10]

In zwei Blöcke sind auf der Rückseite Inschriften eingemeißelt.[11] Sie lauten: „Gebt uns unsere Männer wieder! Frauen standen hier Tod besiegend. Jüdische Männer waren frei. Die Kraft des zivilen Ungehorsams, die Kraft der Liebe bezwingen die Gewalt der Diktatur“.[2][10]

Die Reliefs zeigen verschiedene Szenen der Verfolgung und des Verlustes, aber auch des Widerstands. Auf dem linken Block sind dicht beieinander stehende Frauen mit ihren Kindern abgebildet, die sowohl Angst als auch durch die Gemeinsamkeit bedingte Stärke und Entschlossenheit ausstrahlen. Ein altes Paar steht symbolisch für die vielen jüdischen Menschen, die in den Tod getrieben wurden. An der Schmalseite eines weiteren Blocks ist ein stehender Mann zu sehen, der als Symbol der Zerstörung der jüdischen Kultur durch die Nationalsozialisten eine zerbrochene Geige hält. Auf der rechten Seite wird die Freilassung der Männer und ihre Wiedervereinigung mit ihren Familien dargestellt. Zwei nebeneinander stehende Blöcke bilden, obwohl sie getrennt sind, eine Einheit: „Aus einer Gruppe gefangener Männer löst sich ein Befreiter und strebt auf eine Frau zu, die aus dem zweiten Block herausragt“.[10][11]

Zentrales Element der Skulpturengruppe ist eine im Halbkreis von drei Blöcken umrahmte freistehende Skulptur zweier sich umarmender Frauen, die einander stützen und trösten, sowie etwas abseits eine in Stein gehauene Parkbank mit einem darauf sitzenden Mann. Diese erinnert an das Verbot für Juden während der NS-Zeit, öffentliche Bänke zu nutzen.[10][11]

Trotz des zugrundeliegenden Themas des Protests deutscher christlicher Frauen füllte Ingeborg Hunzinger ihre gemeißelten Blöcke mit jüdischen Symbolen. „Zudem lässt sie ihr Werk sowohl eine kollektive Wut von beinahe mythischem Ausmaß als auch eine intimere, persönliche Trauer zum Ausdruck bringen“.[10] Ihrer Komposition gelingt es, „die emotionale Intensität und die physische Gefahr, denen die protestierenden Frauen ausgesetzt waren, in skulpturaler Form zu verdichten. Die Gesten und Gesichtsausdrücke der Figuren spiegeln sowohl Angst als auch Entschlossenheit wider“.[10]

Commons: Block der Frauen (Ingeborg Hunzinger) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Denkmal Rosenstraße. In: Bundeszentrale für politische Bildung. Abgerufen am 10. Mai 2026
  2. 1 2 3 4 5 Frauenprotest 1943. Frauenblock. In: Bildhauerei in Berlin. Abgerufen am 10. Mai 2026
  3. 1 2 Erinnerungskultur in Berlin Mitte: Denkmal zum Rosenstraßen-Protest frisch restauriert. In: WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte vom 22. August 2022. Abgerufen am 10. Mai 2026
  4. „Block der Frauen“ in der Rosenstraße wird restauriert: Ein Denkmal rückt wieder ins Licht. In: Tagesspiegel vom 14. Oktober 2025. Abgerufen am 10. Mai 2026
  5. 1 2 Ingeborg Ruthe: Weib, Wucht, Widerstand: Die Frauen der Rosenstraße aus Berlin-Mitte. In: Berliner Zeitung vom 17. Oktober 2025. Abgerufen am 10. Mai 2026
  6. Käthe Kollwitz-Preisträgerin Maria Eichhorn: Rechercheprojekt zu „Block der Frauen“. In: Kunstforum International vom 13. Oktober 2025. Abgerufen am 10. Mai 2026
  7. Antisemitische Schändung des Rosenstraße-Denkmals. In: Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz. Abgerufen am 10. Mai 2026
  8. NS-Denkmal in der Rosenstraße beschmiert. In: Jüdische Allgemeine vom 28. August 2024. Abgerufen am 10. Mai 2026
  9. Reaktionen auf Schändung des Rosenstraßen-Denkmals. In: Jüdische Allgemeine vom 30. August 2024. Abgerufen am 10. Mai 2026
  10. 1 2 3 4 5 6 7 Rosenstrasse Monument or Block of Women Monument in Berlin, Germany, 1995. In: Holocaust Memorial Monuments. Abgerufen am 10. Mai 2026
  11. 1 2 3 Block der Frauen. In: berlingeschichte.de. Abgerufen am 10. Mai 2026

Koordinaten: 52° 31′ 16,2″ N, 13° 24′ 18,5″ O