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Bildbaum

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Bildbaum im Barnabitenwald (Niederösterreich)

Als Bildbaum bezeichnet man einen Baum, der ein oder mehrere Bilder trägt. In den weitaus meisten Fällen handelt es sich dabei um Heiligenbilder, es kommen aber auch geschnitzte Figuren oder Kreuze vor. Bildbäume werden in der Regel zur Gattung der Kleindenkmäler gezählt.

Bildbäume finden sich weltweit. Abseits des geschichtlich fundierten Hintergrundes ranken sich um Bildbäume, aus denen sich in Mitteleuropa im Laufe der Zeit nicht selten Kapellen entwickelten, zahlreiche Sagen.

In St. Marienkirchen bei Schärding (Oberösterreich) beispielsweise gilt ein sagenhafter Bildbaum mit Muttergottes-Darstellung als Vorläufer der heutigen Pfarrkirche, und auch das seit 1981 geführte Gemeindewappen weist auf diese Sage hin.[1][2]

Beim Herzsee in Tirol liegt der Gedenkplatz Maria im Wald, eine Gruppe von Bildbäumen.[3][4]

Bei Diedesfeld im Pfälzerwald befindet sich ein Bildbaum genannter Gebirgspass; namensgebend ist hier ein an einem Baum befestigtes Heiligenbild, das eine Madonna mit Jesuskind darstellt.

Zum Teil finden sich Bildbäume noch heute als Flurdenkmäler in Wanderkarten eingezeichnet. Bildbäume können als Kleindenkmäler auch unter Denkmalschutz stehen; dies ist aber nicht generell der Fall.

  • Monica Skidelsky: Die Bildbäume. Zeugnisse religiöser Volkskultur. In: Perchtoldsdorfer Rundschau, März 1998, S. 4–5.
  • Roland Graf: Wegkreuze – Bildbäume – Gedächtnissteine. Hrsg.: Arbeitskreis für Heimatpflege (= Heimatkundliches Jahrbuch des Landkreises Kronach. Band 7/1979). S. 105.
Commons: Bildbaum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. LGBl. für OÖ. 43/1981
  2. Gründungssage der Pfarrkirche St. Marienkirchen bei Schärding: „Als man auf dem Oberraderberg mit der Errichtung einer Kirche begann, fand man das Baumaterial am nächsten Morgen unterhalb des Berges bei einer großen Fichte, an der schon seit langer Zeit ein Marienbild befestigt war. Nachdem sich dieses Wunder mehrere Male wiederholt hatte, erbaute man die Kirche bei dieser Fichte, und rundherum entwickelte sich in der Folge der Ort St. Marienkirchen.“ Wiedergabe des Sagenkerns u. a. in: Adalbert Depiny (Hg.), Oberösterreichisches Sagenbuch, Linz 1932, S. 339, 344. — Gustav Gugitz, Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch: Oberösterreich und Salzburg (= Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch - Topographisches Handbuch zur religiösen Volkskunde 5), Wien 1958, S. 109. — Josef Kramer (Hg.), Das Innviertel in seinen Sagen, Wien-Linz-Weitra-München 1994, S. 58–59.
  3. Gruppe von Bildbäumen, Maria im Walde. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 15. November 2015.
  4. Maria im Wald. Sagen.at >> Traditionelle Sagen.