Bexheim

Bexheim, früher u. a. Bechgitsem,[1] ist eine ursprünglich eigenständige dörfliche Siedlung mit eigener romanischer Kirche, die in der Gemeinde Deersheim im Landkreis Harz, aufgegangen ist. Heute trägt eine Straße in Deersheim die Bezeichnung Bexheim. Im einstigen Dorf sowie als Guts-Hauptsitz in Deersheim war die Familie von Gustedt ansässig, die auch das Patronat über die örtliche Kirche besaß[2] und über ein Familienfideikommiss miteinander verbunden war.[3] Davon übriggeblieben ist noch der kleine Privatfriedhof dieser Familie an der Nordseite der Kirche.
Kirche
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei der Dorfkirche von Deersheim-Bexheim handelt es sich um eine charakteristische spätromanische Anlage. Der Kirchenbau besteht aus einem mächtigen quadratischem Westturm, gleich breitem rechteckigem Schiff, etwas eingezogenen Chor und einer halbkreisförmigen Apsis. Sie wurde vermutlich um 1170 aus behauenen Feldsteinen erbaut und vom Halberstädter Bischof Ulrich geweiht. Den wehrhaften Turm und das Kirchenschiff öffnen nur wenige kleine Rundbogenfenster. Zuerst lag das Kirchenpatronat,[4] im frühen Mittelalter, bei der Familie von Neindorf, bei Henning von Neindorf.
Der Kirchturm wies tiefe Risse auf, gegen das Herausfallen von Steinen in einen benachbarten Kindergarten wurde er 2010 mit einem Drahtgeflecht „gesichert“. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz engagierte sich, und seit Ende 2012 ist der Kirchturm wieder saniert.
Im flachgedeckten Innenraum ist besonders der Flügelaltar aus dem Ende des 15. Jahrhunderts zu erwähnen, der sich über einer steinernen Mensa erhebt. Das älteste Ausstattungsstück ist der romanische Taufstein aus Sandstein.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Bexheim, In: Ute Bednarz, Folkhard Cremer: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt. I. Regierungsbezirk Magdeburg. Hrsg. Georg Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V., Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2002, S. 161.
- Hermann Wesche, Fritz Gille: Heimatgeschichte und Chronik der Dörfer Deersheim und Bexheim-Von einem Laien. Verlag Zickfeldt, Osterwieck (Harz) 1937.
- Kirche von Bexheim, In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete. XXIII. Heft: Die Kreise Halberstadt Land und Stadt. Hrsg. Historische Commission der Provinz Sachsen. 30, Verlag Otto Hendel, Halle 1902, S. 34.
- Bexheim, In: Gustav Nebe: Die Kirchenvisitation des Bisthums Halberstadt in den Jahren 1564 und 1589. In: Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete. Band 12, Hrsg. Historische Commission der Provinz Sachsen, Verlag Otto Hendel, Halle 1880, S. 83 f.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Gustav Schmidt: Urkundenbuch des Hochstifts Halberstadt und seiner Bischöfe. III, In: Publicationen aus den K. Preußischen Staatsarchiven. Band 27, Verlag S. Hirzel, Leipzig 1887, S. 611.
- ↑ Haase/Hilbert (Hrsg.): Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen. XXVIII-Ephorie Osterwiek (Kreis Halberstadt), Selbstverlag Verfasser, Magdeburg 1882, S. 76.
- ↑ Handbuch über den Königlich Preußischen Hof und Staat für das Jahr 1877. Verlag der Königliche Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei R. (L.) v. Decker, Berlin 1876/1877, S. 29.
- ↑ Zeitschrift des Vereins für Kirchengeschichte in der Provinz Sachsen. IV. Jahrgang, Kommissionsverlag der Evangelischen Buchhandlung, Magdeburg 1907, S. 216.
Koordinaten: 51° 58′ 56,8″ N, 10° 46′ 49,2″ O