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Bergpalmen

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Bergpalmen

Chamaedorea costaricana

Systematik
Commeliniden
Ordnung: Palmenartige (Arecales)
Familie: Palmengewächse (Arecaceae)
Unterfamilie: Arecoideae
Tribus: Chamaedoreeae
Gattung: Bergpalmen
Wissenschaftlicher Name
Chamaedorea
Willd.

Die Bergpalmen (Chamaedorea) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Palmengewächse (Arecaceae). Die etwa 106 Arten sind in der Neotropis verbreitet. Es sind eher kleine, häufig horstbildende Palmen.

Junge Blütenstände von Chamaedorea alternans
Fruchtstand von Chamaedorea alternans
Chamaedorea cataractarum
Chamaedorea elegans

Erscheinungsbild

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Chamaedorea-Arten sind kleine, selten mittelgroße, aufrechte oder niederliegende, selten kletternde Palmen. Ein Stamm kann ausgebildet sein oder unterirdisch verborgen. Sie sind einzelstämmig oder horstbildend und unbewehrt. Der Stamm ist meist schlank, ganz oder teilweise mit den faserigen Blattbasen oder mit glatten, grünen, auffallend geringelten Blattnarben besetzt.

Die Blätter sind zweiteilig (bifid) oder verschiedenartig gefiedert; selten sind sie auch ungeteilt. Die Blattscheide ist geschlossen oder reißt auf, sie ist kurz oder lang und hat manchmal einen vertrocknenden Lappen gegenüber dem Blattstiel. Der Blattstiel ist kurz bis lang, an der Oberseite abgeflacht, an der Unterseite gerundet und hat hier manchmal einen auffallenden hellgrünen oder gelben Streifen. Die Blattspreite ist ungeteilt, zweiteilig und dann fiederig gerippt, oder regelmäßig oder unregelmäßig fiederteilig. Es gibt dann wenige bis zahlreiche Fiederblättchen, die einmal oder mehrmals gefaltet sind. Sie sind schmal bis breit. Ihre Oberfläche ist kahl.

Chamaedorea-Arten sind zweihäusig getrenntgeschlechtig (Diözie|diözisch). Die Blütenstände stehen zwischen oder unter den Blättern. Pro Blattachsel entstehen ein oder mehrere Blütenstände. Die Blütenstände sind unverzweigt oder ein- bis selten zweifach verzweigt, manchmal gegabelt. Die männlichen Blütenstände sind häufig stärker verzweigt als die weiblichen. Der Blütenstandsschaft ist kurz bis lang. Das Vorblatt ist röhrig mit einer zweiteiligen Spitze. Es gibt zwei bis mehrere Hochblätter am Blütenstandsschaft. Diese sind verlängert, röhrig und hüllen den Blütenstandsstiel scheidig ein. Sie sind ledrig oder häutig, ausdauernd, mit kurzer Spitze. Die blütentragenden Seitenzweige (Rachillae) sind kurz bis lang, schlank oder fleischig, manchmal gefurcht und tragen zur Reife keine Hochblätter. An ihnen stehen eng oder weit voneinander in spiraliger Anordnung entweder männliche oder weibliche Blüten. Die Blüten sind sitzend oder teilweise in einer Grube der fleischigen Rachilla eingesenkt.

Die eingeschlechtigen Blüten sind klein bis sehr klein und dreizählig.

Die männlichen Blüten sind symmetrisch. Die drei Kelchblätter sind ganzrandig und können im untersten Bereich miteinander verwachsen sein. Die drei Kronblätter sind frei oder in unterschiedlichem Ausmaß miteinander verwachsen. Die Kronlappen stehen valvat. Die sechs Staubblätter haben kurze Staubfäden und sind breit oder ahlenförmig. Auf dem Staubfaden setzt der Staubbeutel an seiner Rückseite an (dorsifix). Das Stempelrudiment ist zylindrisch oder unten verbreitert, und manchmal dreilappig. Der Pollen ist ellipsoidisch, manchmal leicht dreieckig, bisymmetrisch oder leicht asymmetrisch. Die Keimöffnung ist ein distaler Sulcus. Die längste Achse misst 20 bis 35 Mikrometer.

Bei den weiblichen Blüten gleicht der Kelch dem der männlichen Blüten. Die Kronblätter sind meist verwachsen, die Kronlappen sind valvat oder imbricat (dachziegelartig überlappend). Die Staminodien sind, wenn vorhanden, zahnförmig. Drei Fruchtblättern sind zu einem eiförmigen, synkarpen Fruchtknoten verwachsenen. Die Samenanlagen sind campylotrop und setzen seitlich an. Die Narben sind klein und zurückgebogen.

Die Früchte sind klein und kugelig bis länglich mit drei Fruchtfächern. Die Narbenreste stehen basal. Das Exokarp ist glatt, das Mesokarp fleischig und das Endokarp dünn. Der Samen steht aufrecht, ist kugelig oder ellipsoid. Die Narbe (Hilum) ist klein. Das Endosperm ist knorpelig. Die Früchte der meisten Arten enthalten Calciumoxalat-Kristalle.[1]

Chamaedorea-Arten sind von Mexiko über Zentralamerika nach Süden bis Brasilien und Bolivien verbreitet. Alle Arten gedeihen im Unterwuchs von feuchten, nassen Wäldern im Tiefland oder – der Großteil der Arten – im Bergland. Einige Arten kommen über Kalkgestein vor.

Illustration von Chamaedorea linearis
Illustration von Chamaedorea pumila
Chamaedorea ernesti-augusti
Chamaedorea geonomiformis
Chamaedorea metallica
Chamaedorea oreophila
Fruchtstand von Chamaedorea pinnatifrons
Chamaedorea seifrizii
Blütenstände von Chamaedorea tepejilote
Ausschnitt eines Fruchtstands von Chamaedorea tepejilote

Die Gattung Chamaedorea wurde 1806 durch Carl Ludwig Willdenow in Species Plantarum, Editio Quarta, Tomus 4, Pars 2, Seite 638, 800 aufgestellt. Der Gattungsname Chamaedorea setzt sich aus den altgriechischen Wörtern Chamai für „am Grund“ und dorea für „Geschenk“ ab und bezieht sich neben der Kleinheit möglicherweise auf die elegante Wuchsform vieler Arten.

Synonyme für Chamaedorea Willd. nom. cons. sind: Anothea O.F.Cook, Cladandra O.F.Cook, Collinia (Liebm.) Oerst., Dasystachys Oerst., Docanthe O.F.Cook, Edanthe O.F.Cook & Doyle, Eleutheropetalum (H.Wendl.) H.Wendl. ex Oerst., Kinetostigma Dammer, Kunthia Bonpl., Legnea O.F.Cook, Lobia O.F.Cook, LophotheleO.F.Cook, Mauranthe O.F.Cook, Meiota O.F.Cook, Migandra O.F.Cook, Morenia Ruiz & Pav., Neanthe O.F.Cook, Nunnezharia Ruiz & Pav., Nunnezia Willd., Omanthe O.F.Cook, Paranthe O.F.Cook, Platythea O.F.Cook, Spathoscaphe Oerst., Stachyophorbe (Liebm.) Liebm. ex Klotzsch, Stephanostachys Klotzsch ex Oerst., Tuerckheimia Dammer nom. nud., Vadia O.F.Cook.[2]

Die Gattung Chamaedorea gehört zur Tribus Chamaedoreeae in der Unterfamilie Arecoideae innerhalb der Familie Arecaceae. Sie ist die Schwestergruppe von Gaussia.

Die Gattung Chamaedorea ist monophyletisch. Die Gattung Chamaedorea wurde von Donald Robert Hodel 1992 in acht Untergattungen unterteilt. Die beiden artenreichsten Untergattungen sind allerdings polyphyletisch, auch die restlichen sind nicht alle monophyletisch.[3]

Die Gattung umfasst etwa 106 Arten (Stand März 2025):[2]

Die Blütenstände einiger Arten wie etwa Chamaedorea tepejilote werden als Gemüse genutzt. Die Blätter werden zum Dachdecken verwendet. Die medizinischen Wirkungen wurden untersucht. Es erfolgt eine Verwendung im Schnittblumenhandel und dazu werden Blätter in Naturbeständen entnommen.

Einige Arten werden als Topfpflanzen in großen Mengen produziert. Chamaedorea elegans ist wahrscheinlich die am häufigsten verwendete Zimmerpalme.[1]

  • John Dransfield, Natalie W. Uhl, Conny B. Asmussen, William J. Baker, Madeline M. Harley, Carl E. Lewis: Genera Palmarum. The Evolution and Classification of Palms. Zweite Auflage. Royal Botanic Gardens, Kew 2008, ISBN 978-1-84246-182-2, S. 377–381.
  • Donald Robert Hodel: Chamaedorea palms: the species and their cultivation. International Palm Society, Kansas 1992.

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Robert Lee Riffle, Paul Craft: An Encyclopedia of Cultivated Palms. 4. Auflage. Timber Press, Portland 2007, ISBN 978-0-88192-558-6, S. 294–294.
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 Chamaedorea. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 22. März 2025.
  3. Argelia Cuenca, Conny B. Asmussen-Lange: Phylogeny of the Palm Tribe Chamaedoreeae (Arecaceae) Based on Plastid DNA Sequences. In: Systematic Botany. Band 32, 2007, OCLC 842589638, S. 250–263.
Commons: Bergpalmen (Chamaedorea) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien