Beital

Beital (auch: Baïtal, Baytal, Beytal) ist ein Dorf in der Landgemeinde Dabaga in Niger.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Dorf liegt am rechten Ufer des Trockentals Téloua im Gebirge Aïr. Es befindet sich rund 14 Kilometer südwestlich des Hauptorts Dabaga der gleichnamigen Landgemeinde, die zum Departement Tchirozérine in der Region Agadez gehört. Zu den Siedlungen in der näheren Umgebung von Beital zählen Intatat im Nordosten sowie Inwazeidi und Iguizran Malolnen im Südosten.
Beital besteht aus vier Ortsteilen, die jeweils von einem eigenen traditionellen Ortsvorsteher (chef traditionnel) geleitet werden: Beital Centre, Beital Sabon Gari, Beital Tagha Zarat und Beital Temakad.[1]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Beital wurde von der Tuareg-Gruppe der Kel Aghazer gegründet, die sich im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Tal Téloua niederließen.[2] Die französische Freiwilligenorganisation Enfants du monde 06 engagierte sich ab dem Jahr 2000 in Beital und weiteren Orten in Nord-Niger wie Azzel, Ikirkiwi und Intatat in den Bereichen Schulbildung und Wasserversorgung.[3] In mehreren Gemeinden der Region Agadez wurde von 2012 bis 2016 ein Projekt zur Stärkung der Gesundheitsinfrastruktur durchgeführt, mit dem die Mütter- und Kindersterblichkeit verringert werden sollte. Im Zuge dessen finanzierte das Außenministerium Luxemburgs die Errichtung einer Gesundheitshütte (Case de Santé) in Beital.[4] Junge Dorfbewohner im Alter von 20 bis 35 Jahren praktizierten Anfang der 2020er Jahre häufig Arbeitsmigration in andere Regionen Nigers und in Nachbarstaaten wie Algerien und Libyen. Zugleich wies das Dorf selbst nur eine geringere Zuwanderung auf, wovon es sich von anderen Siedlungen am Téloua unterschied.[5] Eine 2025 durchgeführte Untersuchung der nigrischen Regierung mit Unterstützung des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen stufte Beital als einen der 1285 Orte in Niger ein, die in Hinblick auf die Ernährungssicherheit äußerst verwundbar waren.[6]
Bevölkerung
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Bei der Volkszählung 2012 hatte Beital 503 Einwohner, die in 178 Haushalten lebten.[1] Bei der Volkszählung 2001 betrug die Einwohnerzahl 304 in 56 Haushalten.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Gegend von Beital gibt es Weideland[8] und es wird Bewässerungslandwirtschaft betrieben.[9] Das staatliche Versorgungszentrum für landwirtschaftliche Betriebsmittel und Materialien (CAIMA) unterhält eine Verkaufsstelle im Ort.[10] Mit einer Case de Santé ist eine einfache Gesundheitshütte im Ort vorhanden.[4] Es gibt eine Schule im Dorf.[11]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Répertoire National des Localités (ReNaLoc). (RAR) Institut National de la Statistique, République du Niger, Juli 2014, S. 20, archiviert vom am 24. September 2015; abgerufen am 15. August 2026 (französisch).
- ↑ Issouf Bayard, Franck Giazzi: Population et activités économiques au sein de la Réserve Naturelle Nationale de l’Aïr et du Ténéré. In: Franck Giazzi (Hrsg.): La Réserve Naturelle Nationale de l’Aïr et du Ténéré (Niger). La connaissance des éléments du milieu naturel et humain dans le cadre d’orientations pour un aménagement et une conservation durables. Analyse descriptive. Union internationale pour la conservation de la nature et de ses ressources, Gland 1996, ISBN 2-8317-0249-6, S. 294.
- ↑ Nicolas Duboscq: Enfants du monde 06: mobilisation sans relâche. In: Nice-Matin. 25. Mai 2016, abgerufen am 31. Oktober 2026 (französisch).
- 1 2 Abdoulaye Harouna: Agadez : Projet Santé Maternelle et Infantile : Renforcement des infrastructures sanitaires pour réduire la mortalité maternelle et infantile. In: Niger Diaspora. 7. April 2017, abgerufen am 31. Oktober 2026 (französisch).
- ↑ Mahamadou Moussa dit Kalamou, Mohamed Chaibou Argi, Hadiza Kiari Fougou, A. Maharazu Yusuf: Socio-demographic Characterization of Farming Households along the Telwa valley in Tchirozerine Department, Niger Republic. In: Tasiu Yalwa Rilwanu, Mansur Abdul Mohammed, Sulaiman Yunus (Hrsg.): Association of Nigerian Geographers, Northwest Zone. 2024 conference and Annual General Meeting (AGM), Held at the Department of Geography, Bayero University Kano, Nigeria. 19th – 21st August 2024. Book of Proceedings. Association of Nigerian Geographers, Northwest Zone, August 2024, S. 146–147 (academia.edu [abgerufen am 31. Oktober 2026]).
- ↑ Analyse des zones vulnérables 2025. In: Food Security Cluster. 23. Juni 2025, abgerufen am 31. Oktober 2026 (französisch).
- ↑ Répertoire National des Communes (RENACOM). (RAR) Institut National de la Statistique, République du Niger, archiviert vom am 2. Februar 2012; abgerufen am 15. August 2026 (französisch).
- ↑ Bulletin pastorale N°10/2017. (PDF) Direction du développement pastoral / Direction générale de la production et des industries animales, Ministère de l’agriculture et de l'élevage, République du Niger, August 2017, S. 1, archiviert vom am 9. Juli 2021; abgerufen am 31. Oktober 2026 (französisch).
- ↑ Abdoulaye Sambo Soumaila: Diagnostic des sites/systèmes de culture/systèmes de production intégrant la petite irrigation dans les régions d’Agadez, Tahoua et Tillabéri. Annexe du rapport du diagnostic agricole dans la région d’Agadez. (PDF) Programme Nigéro-Allemand de Promotion de l’Agriculture Productive, Oktober 2020, S. 5, abgerufen am 5. Oktober 2026 (französisch).
- ↑ CAIMA. In: Béret Vert. Bulletin de Liaison et d’Information des Forces Armées Nigériennes. Nr. 17, Mai 2013, S. 28.
- ↑ Répertoire National des Centres d’Enrôlement et de Vote (CEV). (PDF) Commission Electorale Nationale Indépendante (CENI), République du Niger, 13. September 2020, S. 29, archiviert vom am 3. September 2022; abgerufen am 31. Oktober 2026 (französisch).
Koordinaten: 17° 12′ N, 8° 3′ O