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Beckenschiefstand

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Klassifikation nach ICD-10
M95.5 Erworbene Deformität des Beckens
Q74.2 Sonstige angeborene Fehlbildungen der unteren Extremität(en) und des Beckengürtels
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
Klassifikation nach ICD-11
FC00.3 Erworbene Deformität des Beckens
LD2F.1Y Sonstige näher bezeichnete Syndrome mit multiplen strukturellen Anomalien, nicht umweltbedingter Ursprung
ICD-11: EnglischDeutsch (Vorabversion)

Ein Beckenschiefstand ist eine Fehlstellung des Beckens gegenüber der Horizontalen aufgrund angeborener oder erworbener Minderentwicklung (Hypoplasie) einer Beckenhälfte oder eines Beines, durch scheinbare Verkürzung eines Beines aufgrund einer Achsfehlstellung.[1]

Ein Beckenschiefstand von etwa einem Zentimeter ist sehr häufig und normal. Ausgeprägterer Schiefstand (mehr als 2 cm) kann zu einer Skoliose führen.[2]

Die Häufigkeit eines klinisch bedeutsamen Beckenschiefstandes von mehr als 2 cm mit einem ausgleichsbedürftigen Beinlängenunterschied wird mit 1 zu 1000 angegeben, das männliche Geschlecht ist etwa doppelt so häufig betroffen.[2]

Verschiedene Ursachen sind möglich:[3][4]

Angeborene Veränderungen des Beckenskelettes mit Beckenschiefstand sind sehr selten, siehe auch Unterentwicklung des Beckens. Dazu zählen:

Gleichfalls selten sind angeborene Veränderungen des Beinskelettes mit Beinlängendifferenz:

Erworbener Beckenschiefstand kann auftreten bei:

Erworbene Veränderungen des Beinskelettes mit Beinlängendifferenz (struktureller Beckenschiefstand)

Bei der Körperlichen Untersuchung wird die Position der äußeren Beckenknochen im Stehen von hinten beurteilt. Eine Messung kann ohne Röntgen mittels 3-D-Wirbelsäulenmessung durch Lichtprojektion parallel verlaufender Messlinien auf die Rückenoberfläche und Photodokumentation des Musters oder auf einer Röntgenbild-Stehaufnahme am besten auf Rasterkassette erfolgen.[4][6]

Sofern eine Behandlung als erforderlich angesehen wird, richtet sie sich nach der zugrunde liegenden Veränderung.[4] Funktioneller Beckenschiefstand kann durch Manuelle Medizin beeinflusst werden, vergleiche dazu Isogai Dynamic Therapy.

  • G. Giuca, I. Sanzarello, D. A. Marletta, S. Calaciura, M. Nanni, D. Leonetti: Incidence and risk factors of hip dislocation in children with cerebral palsy: A systematic review and pooled analysis. In: Journal of clinical orthopaedics and trauma, Oktober 2025, Band 69, S. 103141; doi:10.1016/j.jcot.2025.103141, PMID 40814403, PMC 1234533 (freier Volltext) (Review).
  • A. J. Karkenny, L. C. Magee, M. R. Landrum, J. B. Anari, D. Spiegel, K. Baldwin: The Variability of Pelvic Obliquity Measurements in Patients with Neuromuscular Scoliosis. In: JB & JS open access, 2021, Band 6, Nummer 1; doi:10.2106/JBJS.OA.20.00143, PMID 33748643, PMC 7963507 (freier Volltext).
  • Gunnar Hägglund: Association between pelvic obliquity and scoliosis, hip displacement and asymmetric hip abduction in children with cerebral palsy: a cross-sectional registry study. In: BMC Musculoskeletal Disorders, 2020, Band 21, Nummer 1 doi:10.1186/s12891-020-03484-y.

Einzelnachweise

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  1. Pschyrembel online
  2. 1 2 3 F. Hefti: Kinderorthopädie in der Praxis. Springer 1998, ISBN 3-540-61480-X.
  3. R. Putz, M. Müller-Gerbl: Beckenfehlbildungen mit Auswirkungen auf die Statik der Wirbelsäule. Anatomische Anstalt München; epub (PDF; 1,1 MB)
  4. 1 2 3 pelvic-obliquity. Radiopaedia.
  5. Pschyrembel Naegele Becken
  6. Alireza Moharrami, Peyman Mirghaderi, Nima Hoseini Zare, Seyed Mir Mansoor Moazen Jamshidi, Mazaher Ebrahimian, Seyed Mohammad Javad Mortazavi: Slight pelvic obliquity is normal in a healthy population: a cross-sectional study. In: Journal of Experimental Orthopaedics, 2023, Band 10, Nummer 1; doi:10.1186/s40634-023-00613-z.