Barićit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und entwickelt überwiegend tafelige, nach der b-Achse gestreckte Kristalle von bis zu zwölf Zentimetern Länge und fünf Zentimetern Dicke mit glasähnlichem Glanz auf den Oberflächen. In reiner Form ist er farblos und durchsichtig. Durch vielfache Lichtbrechung aufgrund von Gitterbaufehlern oder polykristalliner Ausbildung kann er aber auch weiß erscheinen und durch Fremdbeimengungen eine hellblaue Farbe annehmen, wobei die Transparenz entsprechend abnimmt.
Mit einer Mohshärte von 1,5 bis 2 gehört Barićit zu den weichen Mineralen, die sich ähnlich wie das Referenzmineral Gips (2) mit dem Fingernagel ritzen lassen. In dünnen Schichten und Flocken ist Barićit zwar biegsam, allerdings lässt er sich nach der b-Achse auch sehr leicht spalten, was sich durch die oft gefundenen, schuppenförmigen Aggregatformen bereits andeutet. Die Spaltflächen weisen einen perlmuttartigen Glanz auf.
Benannt wurde Barićit nach dem ehemaligen Leiter des Mineralogischen Museums und Professor der Mineralogie an der Universität ZagrebLjudevit Barić (1902–1984).[5]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Barićit die System- und Mineralnummer 40.03.06.02. Auch dies entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate etc.“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Phosphate etc., mit (A2+)3(XO4)2 × x(H2O)“ in der „Vivianitgruppe“, in der auch Vivianit, Erythrin, Annabergit, Köttigit, Parasymplesit, Hörnesit, Arupit und Pakhomovskyit eingeordnet sind.
Barićit aus Rapid Creek, Bergwerksbezirk Dawson, Yukon, Kanada (Größe: 9,8cm×4,7cm×1,5cm)
An seiner Typlokalität im Gebiet um Crosscut Creek und Rapid Creek in Yukon, Kanada findet sich Barićit als Bruchfüllungen in dortigen siderischen Eisenformationen, wo er unter anderem in Paragenese mit Siderit, Vivianit, Lazulith, Whiteit, Collinsit, Childrenit und Quarz auftritt.[5]
Barićit gehört zu den sehr seltenen Mineralbildungen, das bisher nur in wenigen Proben bekannt wurde. Seine genannte Typlokalität ist dabei das bisher einzige bekannte Vorkommen in Kanada. Daneben fand sich das Mineral noch in den „P-K Pegmatiten“ nahe der ehemaligen Gemeinde Nurmo in Finnland, im Khaldzan-Buragtag-Massiv des Altai in der Mongolei, im Distrikt Marlborough im Nordosten der Südinsel Neuseelands, wo das Mineral gefaltet zu bandartigen Massen im Sediment eines angehobenen Strandes gefunden wurde,[5] sowie im Bergmassiv Kowdor nahe der gleichnamigen Stadt auf der russischen Halbinsel Kola.[10]
B. D. Sturman, J. A. Mandarino:Barićite, the magnesium analogue of vivianite, from Yukon Territory, Canada. In: The Canadian Mineralogist. Band14, 1976, S.403–406 (englisch, rruff.info[PDF; 319kB; abgerufen am 5.August 2024]).
Hans Jürgen Rösler:Lehrbuch der Mineralogie. 4., durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie (VEB), Leipzig 1987, ISBN 3-342-00288-3, S.626(alsBaričit).
Barićitsearch results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 5.August 2024(englisch).
123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.481.
12345
Barićite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 58kB; abgerufen am 5.August 2024]).
123456Barićite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 5.August 2024(englisch).
↑Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.