Barberiit entwickelt meist farblose oder weiße, kugelige Mineral-Aggregate bis etwa 2mm Größe, sehr selten aber auch sehr kleine, pseudohexagonale und hauchdünne Kristalltäfelchen von etwa 1μm Dicke bei einer Länge von etwa 50 bis 300μm.
Erstmals entdeckt wurde Barberiit im Oktober 1992 an den heißesten Fumarolen (etwa700 °C) nördlich des „La Fossa“-Kraters auf der sizilianischen Insel Vulcano und beschrieben durch Anna Garavelli und Vilippo Vurro, die das Mineral nach dem italienischen Vulkanologen Franco Barberi (*1938)[7] benannten. Noch im selben Jahr wurde das Mineral von der International Mineralogical Association (IMA) unter der internen Eingangs-Nr. IMA 1993-008 als eigenständig anerkannt.
Typmaterial des Minerals wird im Mineralogischen Museum der Universität Bari in Italien aufbewahrt.[5]
Bereits in der veralteten, aber teilweise noch gebräuchlichen 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Barberiit zur Mineralklasse der „Halogenide“ und dort zur Abteilung der „wasserfreien Doppelhalogenide“, wo er zusammen mit Avogadrit, Ferruccit und Knasibfit die „Ferruccit-Gruppe“ mit der System-Nr. III/B.01 bildete.
Die seit 2001 gültige und von der IMA verwendete 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Barberiit ebenfalls in die Klasse der „Halogenide“ ein, dort allerdings in die Abteilung der „Komplexen Halogenide“. Diese ist zudem weiter unterteilt nach der Kristallstruktur, so dass das Mineral entsprechend seinem Aufbau in der Unterabteilung der „Borofluoride“ zu finden ist, wo es nur noch zusammen mit Avogadrit die „Avogadritgruppe“ mit der System-Nr. 3.CA.10 bildet.
Anna Garavelli, Vilippo Vurro:Barberiite, NH4BF4, a new mineral from Vulcano, Aeolian Islands, Italy. In: American Mineralogist. Band79, 1994, S.381–384 (minsocam.org[PDF; 469kB; abgerufen am 15.Juni 2018]).
Barberiite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 70kB; abgerufen am 15.Juni 2018]).
123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.160 (englisch).
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Barberiite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 70kB; abgerufen am 15.Juni 2018]).
↑Marco E. Ciriotti, Lorenza Fascio, Marco Pasero:Italian Type Minerals. 1. Auflage. Edizioni Plus - Università di Pisa, Pisa 2009, ISBN 978-88-8492-592-3, S.43 (englisch).