Bangarang (Reggae)
| Bangarang | |
|---|---|
| Lester Sterling & Stranger Cole | |
| Veröffentlichung | 1968 |
| Genre(s) | Early Reggae |
| Text | Stranger Cole |
| Musik | Kenny Graham, Lester Sterling |
| Produktion | Bunny Lee |
| Label | Lee’s |
Bangarang ist ein Reggaesong von Lester Sterling und Stranger Cole aus dem Jahr 1968. Die Melodie ist eine Rekomposition des Bongo Chant von Kenny Graham’s Afro-Cubists aus dem Jahr 1955. Produzent der Aufnahme, die als einer der ersten Reggae-Songs bezeichnet wird, war Bunny Lee.
Entstehung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach dem Aus der ersten Skatalites (1962–1965) arbeitete Lester Sterling weiterhin als Studiomusiker. Im Oktober 1968 nahm Sterling im Treasure Isle Studio gerade für den Musikproduzenten Bunny Lee ein Instrumentalstück auf, als zufällig der Sänger Stranger Cole vorbeikam. Das Stück, dessen Rhythmus Sterling völlig neu arrangiert hatte, basierte auf dem Bongo Chant, einem Jazztitel von Kenny Graham’s Afro-Cubists aus dem Jahr 1955.
“I was passing by Treasure Isle one day and I was told that Bunny Lee is making records, so I went up to see him because he’s a good friend of mine, we go to Denham Town School together. He said, ‘I have a song here called Bongo Chant and I would love to put some words to it, could you come up with some words?’ I think for Five minutes and come up with ‘Muma no want bangarang’, and we went in the studio, and it was a hit instantly.”
„Eines Tages kam ich zufällig bei Treasure Isle vorbei und erfuhr, dass Bunny Lee gerade Songs aufnahm. Da er ein guter Freund von mir ist – wir waren zusammen auf der Denham Town School –, ging ich zu ihm rauf. Er sagte: ‚Ich habe hier einen Song namens Bongo Chant und hätte gerne einen Text dazu. Könntest du dir etwas ausdenken?‘ Ich habe fünf Minuten überlegt und mir ‚Muma no want bangarang‘ ausgedacht. Dann sind wir ins Studio gegangen, und es war sofort ein Hit.“
Der Liedtext besteht lediglich aus einer mehrfach wiederholten Zeile. Die Liedzeile „Muma no wan bangarang“ (englisch: Mother no want no problems) ist Patwah und bedeutet „Mama will keinen Stress“ bzw. „Mutti will keinen Ärger“.[2] Begleitet wurden Sterling & Cole von den Bunny Lee All Stars, einer Studioband, die nebenher auch als Max Romeos Begleitband The Hippy Boys in Erscheinung trat. Glen Adams (1945–2010), der als Arrangeur und Assistent im Treasure Isle Studio arbeitete, ist hier erstmals auf der elektrischen Orgel zu hören. Bei dieser Session wurde auch der Song Everybody Needs Love von Slim Smith (vormals The Techniques und The Uniques) aufgenommen.[3]
Sowohl Bunny Lee als auch Stranger Cole bezeichneten Bangarang mit dem ungewöhnlichen Riddim und dem neuen Orgelsound als ersten echten Reggae-Song.[4][5] Diese Ansicht wird nicht von allen zu jener Zeit aktiven jamaikanischen Musikern geteilt. Weitere Anwärter auf den ersten Reggae-Song sind Nanny Goat von Larry Marshall, People Funny Boy von Lee „Scratch“ Perry und Say What You’re Saying von Eric „Monty“ Morris, produziert von Clancy Eccles.[6]
Mitwirkende
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Lester Sterling: Altsaxophon
- Stranger Cole: Gesang
- Lloyd Charmers: Gesang
- Bunny Lee All Stars:
- Glen Adams: E-Orgel
- Reggie Lewis: E-Gitarre
- Aston Barrett: E-Bass
- Carlton Barrett: Schlagzeug
Rezeption
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der jamaikanische Sänger Freddie McGregor sang für sein Album Comin’ in Tough von 2005 eine Dancehall-Version mit neuem Text ein („Jamaica no wan no bangarang“).[7]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Bangarang / Someone to Love bei Discogs
- Bangarang bei Secondhandsongs
- Lester Sterling & Stranger Cole: Bangarang (Official Audio) auf YouTube
- Kenny Graham’s Afro Cubists: Bongo Chant auf YouTube
- Freddie McGregor: Bangarang auf YouTube
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ David Katz: Solid Foundation: An Oral History of Reggae. Bloomsbury, New York 2024, ISBN 978-1-399-60614-1, S. 162–163
- ↑ Mel Cooke: Story of the Song – One line makes a Bangarang In: The Gleaner vom 19. Juli 2009 (englisch)
- ↑ David Katz: Solid Foundation: An Oral History of Reggae. New York 2024, S. 163
- ↑ Bunny Lee Museum & Recording Studio: A message from Bunny „Striker“ Lee about the origins of Reggae.
- ↑ Claudia Gardner: Stranger Cole Insists ‘Bangarang’ Was First Reggae Song Ever Recorded In: Dancehallmag vom 16. August 2023.
- ↑ ‘Bangarang’ in the origin of reggae debate In: The Gleaner vom 7. Juli 2024.
- ↑ Freddie McGregor – Bangarang bei Reggae Fever