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Bahnhof Chomutov

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Chomutov
Überschau (2025)
Überschau (2025)
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Daten
Betriebsstellenart Bahnhof (Stanice)[1]
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
PLC CZ53489
Eröffnung 8. Oktober 1870
Lage
Stadt/Gemeinde Chomutov
Okres Bezirk Komotau
Region Ústecký kraj
Staat Tschechien
Koordinaten 50° 27′ 24″ N, 13° 23′ 59″ OKoordinaten: 50° 27′ 24″ N, 13° 23′ 59″ O
Höhe (SO) 355 m
Eisenbahnstrecken Bahnstrecken bei Chomutov
Liste der Bahnhöfe in Tschechien

Der Bahnhof Chomutov, deutsch bis 1938: Komotau, 1938–1945: Komotau Hbf ist eine Betriebsstelle der Bahnstrecke Praha-BubnyCheb und der hier einmündenden Bahnstrecke Ústí nad Labem–Chomutov auf dem Gebiet der Stadt Chomutov (Komotau) in Tschechien. Darüber hinaus ist der Bahnhof Ausgangspunkt der Bahnstrecke Chomutov–Reitzenhain mit Anschluss nach Vejprty (Weipert).

Der Bahnhof Komotau wurde am 8. Oktober 1870 gleichzeitig mit dem Abschnitt Dux–Komotau der Bahnstrecke Aussig–Komotau eröffnet, die von der Aussig-Teplitzer Eisenbahn betrieben wurde. Am 19. Dezember 1872 wurde der Abschnitt Osseg–Komotau der Bahnstrecke Bodenbach–Komotau in Betrieb genommen, welcher von der Dux-Bodenbacher Eisenbahn-Gesellschaft betrieben wurde.

Bahnhof Komotau (1917)

Bereits am 4. Februar 1871 erweiterte die Buschtěhrader Eisenbahn ihr Streckennetz mit der zweigleisigen Verbindung zwischen Lana über Priesen bis Komotau mit einer Länge von 83,8 km maßgeblich und stellte damit eine Direktverbindung zwischen Prag und Komotau her. In Komotau entstand ein eigener Bahnhof, der gemeinsam mit der Aussig-Teplitzer Eisenbahn genutzt wurde. Die nächsten beiden eröffneten Strecken gehörten ebenfalls der Buschtěhrader Eisenbahn. Dies war zunächst die am 1. August 1872 eingeweihte eingleisige Bahnstrecke Komotau–Weipert/Reitzenhain über 57,7 km auf den Kamm des Erzgebirges von Komotau nach Weipert mit der in Krima-Neudorf anschließenden Strecke über Sebastiansberg zum sächsischen Eisenbahnnetz in Reitzenhain.[2][3] Als Nächstes erfolgte am 1. März 1873 die Inbetriebnahme der 12 km langen Strecke von Komotau nach Kaaden-Brunnersdorf, welche den letzten Abschnitt der durchgängigen Bahnstrecke Komotau–Eger darstellte. Die am 1. Februar 1887 eröffnete Bahnstrecke Potscherad–Wurzmes stellte eine Schienenverbindung von Komotau nach Pilsen her. Mit den fünf einmündenden Bahnstrecken Prag–Komotau, Komotau–Eger, Komotau–Weipert, Aussig–Komotau und Bodenbach–Komotau war der Bahnhof Komotau einer der fünf wichtigsten Eisenbahnknotenpunkte in Nordböhmen. Da alle Strecken ursprünglich drei privaten Eisenbahngesellschaften gehörten, besaßen die Aussig-Teplitzer Eisenbahn, die Dux-Bodenbacher Eisenbahn-Gesellschaft und die Buschtěhrader Eisenbahn jeweils einen eigenen Teil der Gleisanlagen, einen eigenen Vorstand und eigenes Personal am Komotauer Bahnhof.

Das ausgedehnte Bahnhofsareal hatte eine Länge von 1600 Metern, 14 Haupt- und 25 Nebengleise, sowie 140 Weichen. Im Aufnahmsgebäude mit seinen schönen Räumlichkeiten befand sich ein großer Speisesaal.

Nach der Gründung der Tschechoslowakei infolge des Ersten Weltkriegs erhielt der Komotauer Bahnhof offiziell den tschechischen Namen Chomutov. Aufgrund der Lage in einem mehrheitlich deutschsprachigen Gebiet blieb auch die bisherige deutsche Bahnhofsbezeichnung erhalten. Alle Bahnhofsbeschilderungen waren fortan zweisprachig.

Anfang der 1920er Jahre wurden die meisten privaten Bahnen in der Tschechoslowakei per Gesetz verstaatlicht und in das Netz der Tschechoslowakischen Staatsbahnen (ČSD) eingegliedert. Die Bahnhofsteile wurden zu einer Einheit verschmolzen und einem einzigen Vorstand unterstellt. Während der frühere Gemeinschaftsbahnhof der ATE und BEB zum Personenbahnhof wurde, erhielt der frühere Bahnhof der DBE die Funktion als Rangierbahnhof.

Nach der Angliederung des Sudetenlandes an Deutschland gehörte der Bahnhof ab 10. Oktober 1938 zum Netz der Reichsbahndirektion Dresden der Deutschen Reichsbahn. Er erhielt den Namen Komotau Hbf.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges bombardierte die U.S. Air Force im April 1945 den Eisenbahnknoten Komotau.

1945 bis zur Gegenwart

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Zugverkehr am Bahnhof (1995)

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam der Bahnhof im Mai 1945 wieder zu den ČSD.

Ab dem 9. Juni 1945 erfolgte die Vertreibung der deutschböhmischen Bevölkerung. Um auf dem Bahnhof Chomutov kein großes Aufsehen zu erregen, erfolgten die Vertreibungstransporte vom Gelände der Komotauer Edelstahlhütte (Poldihütte)[4] südlich von Chomutov. Die Transporte führten über den Bahnhof Cheb nach Bayern oder über nach Sachsen.

Lokomotivdepot am Bahnhof Chomutov

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Im früheren Bahnbetriebswerk des Bahnhofes befindet sich seit 2007 ein Depot des Technischen Nationalmuseums in Prag. In der Außenstelle des Museums sind über hundert Eisenbahnfahrzeuge gesichert untergestellt, die keinen Platz in der Dauerausstellung des Museums auf dem Letná in Prag haben. Sie ist die größte Sammlung von Eisenbahnfahrzeugen in der Tschechischen Republik. Sie ist am Wochenende als Museum Železniční depozitář Chomutov öffentlich zugängig.[5]

Commons: Bahnhof Chomutov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Daten auf www.zelpage.cz
  2. Gesetz vom 28. Juni 1872, in Betreff der Herstellung einer von der Hauptlinie der privilegirten Buschtěhrader Eisenbahn bei Krima abzweigenden, an die böhmisch-sächsische Gränze bei Raizenhain führenden Eisenbahnlinie. R. G. Bl. Nr. 100/1872
  3. Concessionsurkunde vom 12. November 1872, für die Locomotiv-Eisenbahn von Krima an die böhmisch-sächsische Gränze bei Raizenhain. R. G. Bl. Nr. 1/1873
  4. Die Poldihütte. Festschrift 50 Jahre Poldihütte 1889–1939. Heimatkreis Komotau, 1939, abgerufen am 19. September 2018.
  5. Website des Železniční depozitář Chomutov des NTM