Dieser Artikel beschreibt den Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV). Für Informationen zum ehemaligen Bundesluftschutzverband (BLSV) siehe Bundesverband für den Selbstschutz.
Der Bayerische Landes-Sportverband e.V. (BLSV) ist die Dachorganisation der Sportvereine und der Fachsportverbände in Bayern und als solcher Mitglied im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Dem BLSV gehören über 11.500 Vereine mit mehr als4,75 Millionen Mitgliedern an (Stand Ende 2023).[1] Über 90.000 Übungsleiter und rund 300.000 Ehrenamtliche machen den BLSV und seine 57 Sportfachverbände (Stand 2024),[2] die den Sportbetrieb in über 350 anerkannten Sportarten organisieren, zur größten Personenvereinigung Bayerns und zum zweitgrößten Landessportverband hinter Nordrhein-Westfalen.
Gegründet wurde der BLSV am 18. Juli 1945. Im Februar 1946 bezog der BLSV seine erste Geschäftsstelle im Ruffiniblock Rosenthal 1 in München.[4] Bereits am 12. März 1946 stellte der erste Verein den Aufnahmeantrag in den BLSV.[4] Beim ersten ordentlichen Verbandstag am 2./3. August 1947 wurde die Ur-Satzung genehmigt. Man folgte damals der Idee „sich freiwillig in der Gemeinschaft zum Besten der Leibesübungen zusammenzuschliessen“. Dieser Grundgedanke ist erhalten geblieben. Publikationsorgan des BLSV war anfangs die Amtlichen Sportmitteilungen[4] und ist heute wöchentlich erscheinende Magazin bayernsport.
Eine Besonderheit in Bayern ist, dass der Bayerische Sportschützenbund im Gegensatz zu anderen Bundesländern kein Mitglied im Landessportverband ist, sondern als eigenständiger Dachverband auftritt. 2013 nahm der BLSV mit dem Einradverband Bayern zum ersten Mal nach 15 Jahren wieder einen neuen Fachverband auf. Der 2009 eingereichte Aufnahmeantrag wurde ursprünglich 2011 abgelehnt, trotz erfüllter Aufnahmebedingungen. Nach mehrjährigem Rechtsstreit entschied das OLG München am 20. Juni 2013, dass der BLSV den Einradverband als 54. Fachverband aufnehmen muss.[5][6] Gemäß § 12 der BLSV-Satzung und § 4 Abs. 2a der Aufnahmeordnung wurde in der Sitzung des BLSV Verbandsausschusses am 25. November 2017 die Aufnahme von drei weiteren Sportfachverbänden in den BLSV in die Wege geleitet: der Floorball-Verband Bayern (FVB), der Bayerische Cricketverband (BCV) und der Cheerleading und Cheerperformance Verband Bayern (CCVBy).[7][8]
1966 überschritt die Mitgliederzahl des Verbandes mit der Aufnahme eines Mitglieds des TSV 1880 Wasserburg die Marke von 1.000.000 Mitgliedern.[9]
Erarbeitung von Initiativen und Konzeptionen im Breitensport, Leistungssport und allen anderen Bereichen sportlicher Betätigung, wie:
Sport in Schule und Verein
Frauen im Sport, Integration
Kirche und Sport
Sport der Älteren
Sport und Gesundheit
Sportabzeichen
Jugendarbeit: mit der Bayerischen Sportjugend (BSJ) hat der BLSV einen eigenständigen Bereich zur Förderung der Jugendarbeit. Die BSJ übernimmt die wichtige gesellschaftliche Aufgabe der Jugendarbeit im BLSV.[11]
moderne sportliche Jugendarbeit
umfangreiches Aus- und Fortbildungsprogramm
Diskussionsforum für die sportlichen Interessen aller jungen Menschen in Bayern
Förderung der Entwicklung junger Menschen
Förderung jungen Engagements durch das Angebot von Freiwilligendiensten im Sport
Unterstützung der Sportvereine bei Kinder- und Jugendthemen
Ehrenamt: eine der wichtigsten Säulen in der Gesellschaft und im Sport. Um hierfür gute und geeignete Rahmenbedingungen zur schaffen, betreibt der BLSV umfangreiche Lobbyarbeit u.a. mit
dem Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr im Bereich des Breiten- und Leistungssports (außer-schulischer Sport) und der Sportförderung
dem Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst im Bereich des Schulsports
dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration
dem Bayerischen Jugendring für den Sport der Kinder und Jugendlichen
Serviceleistungen:
Allgemeine Vereinsberatung
Vereinsentwicklung: für zukunftsfähige Sportangebote der Vereine auf dem aktuellsten Stand
Bildungs- und Qualifizierungsangebote:
Ausbildungen zum Übungsleiter, Trainer und Vereinsmanager
Zusatzqualifikationen (BLSV-ZertifIkat)
Fortbildungslehrgänge und Intensivseminare
Schaffung von Förderprogrammen als Voraussetzung, dass Mitgliedsvereine staatliche Fördermittel in Anspruch nehmen können
Freiwilligendienste wie das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und die Bundesfreiwilligendienste im Sport, angeboten von der Bayerischen Sportjugend (BSJ)
Ehrungen zur Würdigung und Anerkennung für besondere Leistungen in der Vereinsarbeit
Versicherungsschutz mit Versicherungsmöglichkeiten für Mitgliedsvereine, Nichtmitglieder, Übungsleiter, Flüchtlinge, u.v.m.
Beratung in Rechts- und Steuerfragen
Öffentliche Musiknutzung im Sportverein, GEMA
Kostenlose Energieberatung für Sportstätten durch den Klima-Check
Nutzung der BLSV-Sportcamps für Trainingslager, Vereinsfahrten u.v.m.
12Satzung.(PDF; 535kB)BLSV,abgerufen am 21.Oktober 2024.
123Süddeutsche Zeitung Druckausgabe vom 8. Mai 1950: "Der Sportverband für 362000 Mitglieder" eingesehen am 1. August 2021 über den Benutzerzugang der Bayerischen Staatsbibliothek
1234Süddeutsche Zeitung, Druckausgabe vom 5. Oktober 1966: "Der BLSV ist Mitgliedsmillionär" eingesehen am 21. Oktober 2021 über den Benutzerzugang der Bayerischen Staatsbibliothek