Alfred-Wegener-Institut
| Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung — AWI — | |
|---|---|
Aktuelles Logo | |
| Träger: | AWI Stiftung |
| Rechtsform des Trägers: | Stiftung des öffentlichen Rechts |
| Mitgliedschaft: | Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren |
| Standort der Einrichtung: | Bremerhaven, |
| Außenstellen: | Helgoland, List (Sylt), Potsdam, AWIPEV (Station auf Spitzbergen), (Neumayer-Station III auf dem Ekström-Schelfeis, Antarktis) |
| Art der Forschung: | Meeresbiologie und -geologie, Klimaforschung, Erkundung der Polarregionen, deren geologischer Aufbau sowie ihrer Struktur und Einordnung in die Erdgeschichte mittels Seismologie und Seismik |
| Grundfinanzierung: | 140 Millionen Euro / Jahr Bundesministerium für Bildung und Forschung: 90 %, Bremen: 8 %, Brandenburg: 1 %, Schleswig-Holstein: 1 % |
| Leitung: | Hajo Eicken (Direktor) |
| Mitarbeiter: | > 900 |
| Anmerkung: | Gegründet am 15. Juli 1980, vier Forschungsschiffe, zwei Polarflugzeuge |
| Homepage: | awi.de |
| HIGHSEA @ the AWI | |
|---|---|
| Schulform | Gymnasium |
| Gründung | 2002 |
| Ort | Bremerhaven |
| Land | Bremen |
| Staat | Deutschland |
| Koordinaten | 53° 31′ 59″ N, 8° 34′ 49″ O |
| Träger | Stadt Bremerhaven |
| Schüler | etwa 60 |
| Lehrkräfte | 9 |
| Leitung | Susanne Gatti, Kerstin von Engeln |
| Website | HIGHSEA @ AWI |
HIGHSEA
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]HIGH school of Science & Education @ the AWI, kurz HIGHSEA, ist ein Unterrichtsprojekt in Kooperation des Alfred-Wegener-Instituts mit den Bremerhavener Schulbehörden und wurde 2001 als Teil des naturwissenschaftlichen Zentrums Science & Education @ the AWI (SEA) ins Leben gerufen.
In dem Unterrichtsprojekt bereiten sich Schüler der 10.–12. Jahrgangsstufe an Gymnasien über drei Jahre auf das Abitur vor und erarbeiten sich während der gesamten Zeit forschend und experimentell Unterrichtsgegenstände. Dabei unterstützen AWI-Wissenschaftler die Unterrichtsgestaltung der freigestellten Biologie-, Chemie-, Physik-, Mathematik- und Englischlehrer in Form des Teamteaching und gewährleisten eine enge Anknüpfung des Unterrichts an laufende Projekte des Instituts. Für den Unterricht stellt das Alfred-Wegener-Institut zweimal die Woche ein extra Gebäudeteil mit Laboren, Unterrichtsräumen und Büros zur Verfügung.
Die Laufzeit des Unterrichtprojekts ist zeitlich nicht begrenzt und wird durch die Universität Duisburg-Essen extern evaluiert. In der Anfangsphase wurde das Projekt aus Mitteln des Impuls- und Vernetzungsfonds des Präsidenten der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren gefördert. Des Weiteren wurde das Projekt 2006 mit dem NaT-Working Preis der Robert Bosch Stiftung ausgezeichnet.
Forschungsfahrten
Jeder HIGHSEA-Jahrgang fährt einmal während seiner Zeit am AWI auf Expedition. Dies beinhaltet die Gewinnung von Sponsoren und eine wissenschaftliche Fahrtplanung mit Forschungsschwerpunkt. Bislang führten die Expeditionen nach Spitzbergen, Grönland, Island und zu den Seebergen vor Madeira. Um die anfallenden Kosten zu decken, wurde 2010 der Verein Sea Networks e. V. von ehemaligen HIGHSEA-Schülern gegründet. Der Verein hat das Ziel, kommende HIGHSEA-Jahrgänge bei ihren Forschungsfahrten zu unterstützen. Unter anderem soll dafür ein Großsegler des Vereins zur Verfügung stehen.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das AWI wurde 1980 im Zuge des deutschen Beitritts zum Antarktisvertrag gegründet.[7] Anfangs wurde nur eine Handvoll Mitarbeiter beschäftigt, während das AWI heute 920 Forscher, Techniker und Verwaltungsangestellte an den unterschiedlichen Standorten einsetzt.[8] Initiator und Gründungsdirektor war Gotthilf Hempel. Hempel gründete 11 Jahre später das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie in Bremen. Das ZMT stellt in vielen Bereichen das tropen-biologische Äquivalent zum AWI dar.
Politischer Hintergrund der relativ guten finanziellen Ausstattung war die Idee, Rohstoffressourcen in den Polarregionen zu finden, um sich vom Öl aus dem Nahen Osten unabhängig zu machen. Das AWI emanzipierte sich jedoch schnell von diesem Forschungsziel und baute seine biologische Polarforschung aus. Noch bevor der Klimawandel ein Medienthema war, untersuchte der Geophysiker Albrecht Müller 1985 die Auswirkungen des Klimas auf die Antarktis. 1981 wurde die erste Forschungsstation in der Antarktis errichtet.[9]
Im Jahr 1986 wurde in Bremerhaven-Mitte beim Alten Hafen das damalige Hauptgebäude des AWI nach Plänen des Architekten Oswald Mathias Ungers fertiggestellt. Im Jahr 2004 wurde der Hauptstandort an die Fischereihafenschleuse verlegt. Den Neubau „Am Handelshafen“ hat der Architekt Otto Steidle entworfen.
Die bisherigen Liegenschaften des AWI-Campus wurden durch den Bau des Technikums, das ehemalige Verwaltungsgebäude der „Deutschen See“ sowie durch das ehemalige Verwaltungsgebäude der Nordsee GmbH erweitert.[10] Im Jahr 2023 bezogen Klimaforscher des AWI den neuen Klimacampus in der Klußmannstr. in der Nähe des ehemaligen Bahnhofs Geestemünde.
Am 24. Februar 1985 schossen Terroristen der Frente Polisario ein Forschungsflugzeug des Institutes vom Typ Dornier 228-100 (Luftfahrzeugkennzeichen D-IGVN) auf dem Rückweg aus der Antarktis ab. Bei diesem Abschuss über der Westsahara kamen der Pilot Herbert Hampel, der Copilot Richard Möbius und der Mechaniker Josef Schmid ums Leben (siehe auch Abschuss der Polar 3).
Im Jahre 2020 feierte das AWI 40-jähriges Bestehen.[11]
Direktoren
- Gotthilf Hempel (1981 bis 1992)
- Max Tilzer (1992 bis 1997)
- Jörn Thiede (1997 bis 2007)
- Karin Lochte (2007 bis 2017)
- Antje Boetius (2017 bis 2025)
- Hajo Eicken (seit 2026)
Mitgliedschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sonstiges
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Arbeitsgruppe Ozeanische Akustik des AWI[12] unterstützte die Produktion des Hörspiels In darkness let me dwell – Lieder aus der Finsternis des Duos Merzouga („Hörspiel des Monats“ Dezember 2016). Es befasst sich mit dem Auslaufen des Forschungsschiffs Polarstern des AWI in die Antarktis im Jahr 2016, dem hundertjährigen Jubiläum der gescheiterten Endurance-Expedition Ernest Shackletons und verschränkt die beiden Ereignisse.[13][14]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- PALAOA (Observatorium des AWI zur ozeanischen Akustik)
- Liste der Planetarien in Deutschland
- Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (GEOMAR)
- Otto-Schmidt-Labor für Polar- und Meeresforschung am Institut für Arktis- und Antarktisforschung (AARI) in St. Petersburg (gemeinschaftliches Forschungslabor)
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ingo Hemesath: AWI Alfred-Wegener-Institut, Bremerhaven (= Neue Architektur in Bremen. Band 3). Aschenbeck & Holstein Verlag, Delmenhorst 2006, ISBN 978-3-939401-13-1 (PDF; 2,6 MB).
- Gotthilf Hempel, Der Ozean – Lebensraum und Klimasteuerung – Weltweite Meeresforschung in Bremen und Bremerhaven. Wittheit zu Bremen, 2002, ISBN 3-89757-147-1 (PDF; 29 MB).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Website des AWI
- Marfa Heimbach: 15.07.1980 – Gründung des Alfred-Wegener-Instituts WDR ZeitZeichen vom 15. Juli 2020. (Podcast)
- Kalifornien statt Bremerhaven: Forscherin Boetius geht in die USA am 16. Oktober 2024 auf ndr.de
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Resonator-Podcast der Helmholtz-Gemeinschaft: Das AWI in Bremerhaven (Folge 16, 10. Oktober 2013)
- ↑ Geschäftsbericht 2022. 31. Dezember 2022, abgerufen am 4. August 2024.
- ↑ Hustedt Zentrum für Diatomeenforschung, Alfred Wegener Institut Bremerhaven
- ↑ Alfred-Wegener-Institut. In: Bremerhaven.de. Alfred-Wegener-Institut, 23. März 2017, abgerufen am 27. Juli 2020.
- ↑ AWI, Bremerhaven. KDM – Konsortium Deutsche Meeresforschung, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 19. Januar 2021; abgerufen am 27. Juli 2020.
- ↑ Janine Felden, Lars Möller, Uwe Schindler, Robert Huber, Stefanie Schumacher, Roland Koppe, Michael Diepenbroek, Frank Oliver Glöckner: PANGAEA – Data Publisher for Earth & Environmental Science. In: Scientific Data. Band 10, Nr. 1, 2. Juni 2023, ISSN 2052-4463, S. 347, doi:10.1038/s41597-023-02269-x, PMID 37268655, PMC 10238520 (freier Volltext) – (nature.com [abgerufen am 6. Oktober 2023]).
- ↑ Wissenschaftsrat: Empfehlungen zur zukünftigen Entwicklung der deutschen marinen Forschungsflotte, Drucksache 10330-10, 12. November 2010, S. 37.
- ↑ 15. Juli 1980: Gründung des Alfred-Wegener-Instituts (AWI). In: buten un binnen. Radio Bremen, 2020, abgerufen am 27. August 2024., Archivlink.
- ↑ Bundesforschungsministerin Dr. Annette Schavan weiht hochmoderne deutsche Antarktisstation ein – Neumayer-Station III nimmt den wissenschaftlichen Betrieb auf. Alfred-Wegener-Institut, 20. Februar 2009, abgerufen am 11. Juli 2014.
- ↑ Ehemaliges Nordsee-Gebäude wird für Alfred-Wegener-Institut (AWI) energetisch saniert - Europäischer Fonds für regionale Entwicklung. Abgerufen am 27. August 2024.
- ↑ Zwischen Frittenbude und Polareis: Bremerhavener AWI wird 40 - buten un binnen. 27. Juli 2020, abgerufen am 27. August 2024.
- ↑ Ozeanische Akustik - AWI. 16. Mai 2017, abgerufen am 27. August 2024.
- ↑ hoerspielundfeature.de: Ursendung - In darkness let me dwell. 17. Dezember 2016, abgerufen am 27. August 2024.
- ↑ hoerspielundfeature.de: Hörspiel des Monats - In darkness let me dwell - Lieder aus der Finsternis. 4. März 2017, abgerufen am 27. August 2024.
Koordinaten: 53° 31′ 58″ N, 8° 34′ 48″ O
- Wissenschaft in Bremerhaven
- Meeresforschungsinstitut in Deutschland
- Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft
- Stiftung des öffentlichen Rechts
- Stiftung in Bremerhaven
- Fischereiwissenschaft
- Alfred Wegener als Namensgeber
- Bauwerk der Moderne in Bremerhaven
- Mitte (Bremerhaven)
- Oswald Mathias Ungers
- Alfred-Wegener-Institut
- Forschungseinrichtungsgründung 1980





