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Augustin Buddeus

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Augustin Buddeus, latinisiert für August Budde, auch: August Buddaeus, August Buddäus (* 7. August 1695 in Anklam; † 25. Dezember 1753 in Berlin), war ein deutscher Mediziner, Anatom, Arzt und Hochschullehrer.

Leben und Wirken

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Augustin Buddeus war ein Sohn des Pfarrers in Anklam Franz Budde (1634–1706) und somit ein Halbbruder von Johann Franz Buddeus. Er studierte ab dem 10. September 1712 an der Universität Jena,[1] ab dem 25. Mai 1716 der Universität Halle[2] und ab dem 17. Juni 1717 der Universität Leiden, wo er ein Schüler von Herman Boerhaave wurde.[3] Für weitere anatomische Forschungen begab er sich nach Frankreich und England. Am 18. Juni 1721 kehrte er nach Leiden zurück,[4] wo er am 3. November desselben Jahres mit der Arbeit De musculorum actione & antagonismo zum Doktor der Medizin promoviert wurde.[5] 1723 wurde er Professor der Anatomie und Physiologie am medizinisch-chirurgischen Kollegium in Berlin und Direktor des Theatrum anatomicum der Charité. Als solcher sorgte für eine Vergrößerung der Anstalt und vermehrte den Leichenbezug für die von ihm geleiteten Sektionen.[6] 1725 erhielt er den Titel eines Hofrats und wurde Leibarzt von Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. Zudem verfasste einige Arbeiten in der karolinischen Akademie der Wissenschaften. Zu seinen Schülern gehörte 1735 der Mediziner Elias Friedrich Heister.

Buddeus verheiratete sich mit der jüngsten Tochter des herzoglich-lüneburgischen Leibarztes in Celle und späteren Leibarztes in Hannover Robert Scott.[7]

Augustin Buddeus starb 1753 an einem Schlaganfall.

Seit 1723 war Buddeus ordentliches Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften.[8] Am 14. November 1726 wurde er mit dem akademischen Beinamen Ptolemaeus zum Mitglied (Matrikel-Nr. 390) der Leopoldina gewählt.[9][10]

Schriften (Auswahl)

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  • De musculorum actione & antagonismo. Conrad Wishoff, Leiden 1721 (Digitalisat)
  • Observationes anatomicae selectiores. In: Miscellanea Berolinensia ad incrementum scientiarum. Band 3, Berlin 1727, S. 1–21 (Digitalisat).
  • Observationes miscellae circa animae et corporis unionem. In: Miscellanea Berolinensia ad incrementum scientiarum. Band 5, Berlin 1737, S. 63–73 (Digitalisat).
  • De corde scabioso pueri scabiosi. In: Miscellanea Berolinensia ad incrementum scientiarum. Band 6, Berlin 1740, S. 4–8 (Digitalisat).
  • August Hirsch: Biographisches Lexikon der hervorragenden Aerzte aller Zeiten und Völker. Urban & Schwarzenberg, Wien und Leipzig, 1884, Bd. 1, S. 611
  • Wilhelm von Waldeyer-Hartz: Zur Geschichte des anatomischen Unterrichts in Berlin. Gustav Schade, Berlin, 1899, S. 36
  • Johann Christoph Adelung: Fortsetzungen und Ergänzungen zu Christian Gottlieb Jöchers allgemeinem Gelehrten=Lexico, die Schriftsteller aller Stände nach ihren vornehmsten Lebensumständen und Schriften beschrieben werden. Johann Friedrich Gleditsch, Leipzig, 1784, Bd. 1, Sp. 2362

Einzelnachweise

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  1. Reinhold Jauering, Marga Steiger: Die Matrikel der Universität Jena. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar, 1977, Bd. 2, S. 98 Sp. b
  2. Fritz Juntke, Franz Zimmermann: Matrikel der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Universität und Landesbibliothek Halle, Halle (Saale), 1960, S. 57, Sp. b
  3. W. N. du Rieu: Album Studiosorum Academiae Lugduno Batavae MDLXXV - MDCCCLXXV. Martin Nijhoff, Den Haag, 1925, S. 853.
  4. W. N. du Rieu: Album Studiosorum Academiae Lugduno Batavae MDLXXV - MDCCCLXXV. Martin Nijhoff, Den Haag, 1925, S. 874
  5. Philipp Christiaan Molhuysen: Album Promotorum Academiae Lugdono Batavae. Den Haag, 1913–1924, S. 282
  6. Vgl. auch Georg Fischer: Chirurgie vor 100 Jahren. Historische Studie. [Gewidmet der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie]. Verlag von F. C. W. Vogel, Leipzig 1876; Neudruck mit dem Untertitel Historische Studie über das 18. Jahrhundert aus dem Jahre 1876 und mit einem Vorwort von Rolf Winau: Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg / New York 1978, ISBN 3-540-08751-6, S. 104 und 129.
    • 2. Februar 1646 Haus Itsche (Schottland), † 1. Februar 1714 in Celle, 9. Juni 1673 Dr. med in Angiers (Frankreich), war dann als Feldarzt in Frankreich tätig, wurde Hof- und Leibarzt des Herzogs Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg-Celle, nach dessen Tod Leibarzt des Kurfürsten in Hannover, aus seinen beiden Ehen stammen 16. Kinder, wovon die meisten gestorben waren, woraus ein Sohn und zwei Töchter hervorgingen (Fritz Roth: Leichenpredigten .... R 8380)
  7. Mitglieder der Vorgängerakademien. Augustin Buddeus. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 3. März 2015.
  8. Johann Daniel Ferdinand Neigebauer: Geschichte der kaiserlichen Leopoldino-Carolinischen deutschen Akademie der Naturforscher während des zweiten Jahrhunderts ihres Bestehens. Friedrich Frohmann, Jena, 1860, S. 210, Nr. 390 (Digitalisat)
  9. Mitgliedseintrag von August Buddäus bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 27. März 2016.