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(1154) Astronomia

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(Weitergeleitet von Astronomia)
Asteroid
(1154) Astronomia
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Eigenschaften des Orbits Animation
Oskulation für Epoche: 21. November 2025 (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Hauptgürtelasteroid
Asteroidenfamilie
Große Halbachse 3,392 AE
Exzentrizität 0,069
Perihel – Aphel 3,157 AE – 3,627 AE
Perihel – Aphel  AE –  AE
Neigung der Bahnebene 4,5°
Länge des aufsteigenden Knotens 82,5°
Argument der Periapsis 205,9°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 27. Juli 2023
Siderische Umlaufperiode 6 a 90 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 16,16 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 55,7 km ± 0,5 km
Abmessungen {{{Abmessungen}}}
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,04
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 18 h 7 min
Absolute Helligkeit 10,5 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
FXU:
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Geschichte
Entdecker Karl Wilhelm Reinmuth
Datum der Entdeckung 8. Februar 1927
Vorläufige Bezeichnung 1911 RA, 1927 CB
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.

(1154) Astronomia ist ein Asteroid jenseits des äußeren Hauptgürtels, der am 8. Februar 1927 vom deutschen Astronomen Karl Wilhelm Reinmuth an der Landessternwarte Heidelberg-Königstuhl bei einer Helligkeit von 13,8 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er am gleichen Ort bereits am 3. September 1911 fotografiert worden war.

Der Asteroid ist benannt nach der Wissenschaft, die die Himmelskörper erforscht.

(1154) Astronomia wird zwar zu den Hauptgürtelasteroiden gezählt, bewegt sich aber außerhalb der Hecuba-Lücke und ist damit ein Mitglied der Cybele-Gruppe. Der Asteroid befindet sich dabei in einer Dreikörperresonanz mit den Planeten Jupiter und Saturn, denn seine doppelte gemittelte Umlauffrequenz (Kehrwert der siderischen Periode) ist etwa gleich groß wie die fünffache Umlauffrequenz von Jupiter minus die dreifache Saturns.

Wissenschaftliche Auswertung

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Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 erstmals Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (1154) Astronomia, für die damals Werte von 61,1 km bzw. 0,03 erhalten wurden.[1] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 57,3 km bzw. 0,03.[2] Eine Analyse von Beobachtungen, die im August 2006 und Februar 2007 durch das japanische Weltraumteleskop AKARI im mittleren Infrarot erfolgt waren, ergab 2012 Werte für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 64 ± 1 km bzw. 0,03.[3] Nach neuen Messungen mit NEOWISE wurden die Werte 2014 auf 55,7 km bzw. 0,04 korrigiert.[4] Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2015 zunächst mit 56,6 oder 59,7 km bzw. 0,04 oder 0,03 angegeben[5] und dann 2016 korrigiert zu 60,1 km bzw. 0,03, diese Angaben beinhalten aber alle hohe Unsicherheiten.[6]

Eine spektroskopische Untersuchung von 820 Asteroiden zwischen November 1996 und September 2001 am La-Silla-Observatorium in Chile ergab für (1154) Astronomia eine taxonomische Klassifizierung als X-Typ.[7] Spektroskopische Untersuchungen am 2. März 2010 mit der Infrared Telescope Facility (IRTF) am Mauna-Kea-Observatorium auf Hawaiʻi wiesen eher auf eine Taxonomie des C-Typs hin und eine ähnliche Mineralogie wie die von kohlenstoffhaltigen Meteoriten. Simulationen über 10.000 Jahre zurück zeigten kein ausgeprägtes chaotisches Verhalten dieses Objekts.[8]

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 5. Mai bis 14. Juni 2016 am Flarestar Observatory auf Malta. Aus der während acht Nächten aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 18,12 h bestimmt.[9]

Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 wurde dann in einer Untersuchung von 2020 mit der Methode der konvexen Inversion erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit retrograder Rotation und einer Periode von 18,1203 h berechnet.[10] Aus den gleichen Daten konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion noch einmal eine Rotationsperiode von 18,1204 h bestimmt werden.[11]

Einzelnachweise

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  1. ↑ E. F. Tedesco, P. V. Noah, M. Noah, S. D. Price: The Supplemental IRAS Minor Planet Survey. In: The Astronomical Journal. Band 123, Nr. 2, 2002, S. 1056–1085, doi:10.1086/338320 (PDF; 398 kB).
  2. ↑ J. R. Masiero, A. K. Mainzer, T. Grav, J. M. Bauer, R. M. Cutri, J. Dailey, P. R. M. Eisenhardt, R. S. McMillan, T. B. Spahr, M. F. Skrutskie, D. Tholen, R. G. Walker, E. L. Wright, E. DeBaun, D. Elsbury, T. Gautier IV, S. Gomillion, A. Wilkins: Main Belt Asteroids with WISE/NEOWISE. I. Preliminary Albedos and Diameters. In: The Astrophysical Journal. Band 741, Nr. 2, 2011, S. 1–20, doi:10.1088/0004-637X/741/2/68 (PDF; 73,0 MB).
  3. ↑ T. Kasuga, F. Usui, S. Hasegawa, D. Kuroda, T. Ootsubo, T. G. Müller, M. Ishiguro: AKARI/AcuA Physical Studies of the Cybele Asteroid Family. In: The Astronomical Journal. Band 143, Nr. 6, 2012, S. 1–11, doi:10.1088/0004-6256/143/6/141 (PDF; 477 kB).
  4. ↑ J. R. Masiero, T. Grav, A. K. Mainzer, C. R. Nugent, J. M. Bauer, R. Stevenson, S. Sonnett: Main Belt Asteroids with WISE/NEOWISE. Near-infrared Albedos. In: The Astrophysical Journal. Band 791, Nr. 2, 2014, S. 1–11, doi:10.1088/0004-637X/791/2/121 (PDF; 1,10 MB).
  5. ↑ C. R. Nugent, A. Mainzer, J. Masiero, J. Bauer, R. M. Cutri, T. Grav, E. Kramer, S. Sonnett, R. Stevenson, E. L. Wright: NEOWISE Reactivation Mission Year One: Preliminary Asteroid Diameters and Albedos. In: The Astrophysical Journal. Band 814, Nr. 2, 2015, S. 1–13, doi:10.1088/0004-637X/814/2/117 (PDF; 1,07 MB).
  6. ↑ C. R. Nugent, A. Mainzer, J. Bauer, R. M. Cutri, E. A. Kramer, T. Grav, J. Masiero, S. Sonnett, E. L. Wright: NEOWISE Reactivation Mission Year Two: Asteroid Diameters and Albedos. In: The Astronomical Journal. Band 152, Nr. 3, 2016, S. 1–12, doi:10.3847/0004-6256/152/3/63 (PDF; 1,34 MB).
  7. ↑ D. Lazzaro, C. A. Angeli, J. M. Carvano, T. Mothé-Diniz, R. Duffard, M. Florczak: S3OS2: the visible spectroscopic survey of 820 asteroids. In: Icarus. Band 172, Nr. 1, 2004, S. 179–220, doi:10.1016/j.icarus.2004.06.006 (arXiv-Preprint: PDF; 3,49 MB).
  8. ↑ M. Birlan, D. A. Nedelcu: Reflectance Spectrum of (1154) Astronomia. In: Romanian Astronomical Journal. Band 28, Nr. 1, 2018, S. 31–37, bibcode:2018RoAJ...28...33B (PDF; 1,72 MB).
  9. ↑ S. M. Brincat: Lightcurve Analysis for Three Main-belt Asteroids. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 44, Nr. 1, 2017, S. 1–2, bibcode:2017MPBu...44R...1B (PDF; 470 kB).
  10. ↑ J. Ďurech, J. Tonry, N. Erasmus, L. Denneau, A. N. Heinze, H. Flewelling, R. Vančo: Asteroid models reconstructed from ATLAS photometry. In: Astronomy & Astrophysics. Band 643, A59, 2020, S. 1–5, doi:10.1051/0004-6361/202037729 (PDF; 756 kB).
  11. ↑ J. Ďurech, M. Vávra, R. Vančo, N. Erasmus: Rotation Periods of Asteroids Determined With Bootstrap Convex Inversion From ATLAS Photometry. In: Frontiers in Astronomy and Space Sciences. Band 9, 2022, S. 1–7, doi:10.3389/fspas.2022.809771 (PDF; 1,01 MB).