Die Asphyxie (von altgriechischἀσφυξίαasphyxía „kein Puls“, fachsprachlich früher auch Asphyxia „Pulslosigkeit“, „schwere Atemstörung“[1]) ist eine stark verringerte bis fehlende Atmung, durch die der Körper nicht mehr genug Sauerstoff aufnehmen und Kohlenstoffdioxid abatmen kann. Ohne Therapie kommt es zum Erstickungstod.[2]
Die Asphyxia neonatorum wird beim Neugeborenen beschrieben. Je nach Dauer und Stärke unterscheidet man dabei die Asphyxia livida (Zyanose, Schnappatmung, P21.1; auch „blauer Scheintod“ genannt), die meist erfolgreich mit üblichen Weckmethoden behandelt werden kann, oder als prognostisch ungünstige Asphyxia pallida („weißer Scheintod“, P21.0).[3] Die postnatale Asphyxie stellt ein anfallweises Geschehen beim Neugeborenen dar, das insbesondere bei Frühgeborenen mit ungenügender Lungenreifung auftritt.
Die traumatische Asphyxie oder auch das Perthes-Syndrom ist eine Verletzung mit hoher Sterblichkeit, die durch ein anhaltendes starkes Zusammendrücken des Brustkorbes – beispielsweise durch Verschüttung – hervorgerufen wird. Durch den Druck wird Blut aus dem Brustkorb in Kopf und Hals gepresst. Die Folge können blau-rote Verfärbungen im Hals- und Kopfbereich, Einblutungen unter die Haut und blutunterlaufene Augen, Sehstörungen bis zur Erblindung, Gehirnblutungen oder ein Hirnödem sein. Durch die massive Gewalteinwirkung kommt es häufig zu weiteren Verletzungen im Brust- und Bauchbereich.
Asphyxie bei Massenpanik:
Eine spezielle Form der traumatischen Asphyxie ist die Kompressionsasphyxie, etwa im Rahmen einer Massenpanik, wie sie in Fußballstadien, bei religiösen Festen oder Konzerten vorkommt. Dabei führt die extreme Enge in der Menschenmenge dazu, dass sich der Brustkorb nicht mehr in dem Maße ausdehnen kann, wie es für das Atmen erforderlich ist.[4]
↑Tankred Koch: Kulturgeschichtliches des Phänomens „Scheintod“. In: Tankred Koch: Lebendig begraben. Geschichte und Geschichten vom Scheintod. Edition Leipzig, 1990, ISBN 3-361-00299-0; Neudruck (Lizenzausgabe mit dem Titel Scheintod. Lebendig begraben) Tosa Verlag, Wien 2002, S. 31–47, hier: S. 40, 42 (bei Jean Riolan wohl auch bei beim Patienten nicht tastbarem Puls ohne weitere Beeinträchtigungen) und 56 ff. (bei Hufeland nicht in erster Linie „Pulslosigkeit“, sondern vor allem „Fehlen der Atembewegungen“).
↑Vgl. auch Tankred Koch: Medizingeschichtliche Aspekte des »Scheintods«. In Tankred Koch: Lebendig begraben. Geschichte und Geschichten vom Scheintod. Edition Leipzig, 1990, ISBN 3-361-00299-0; Neudruck (Lizenzausgabe mit dem Titel Scheintod. Lebendig begraben) Tosa Verlag, Wien 2002, S. 48–68, hier: S. 66–67.
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