Anton Hallmann

Anton Hallmann (* 29. Mai 1812 in Hannover; † 28. August 1845 in Livorno) war ein deutscher Maler, Zeichner, Architekt und Schriftsteller.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hallmann war ein Sohn des Kaufmanns Anton August Hallmann (1773–1848)[1] und dessen Ehefrau Antoinette Lucie, geb. Rodatz (1788–1855).[2] Er besuchte das Thierbachsche Institut in Hannover und erhielt ab 1826 Privatunterricht bei dem Architekten Ludwig Hellner in Hannover. Dort konnte er bereits ab 1828 an Entwurf und Bau hannoverscher Kirchen mitwirken. Zusätzlich studierte er 1828/29 mathematische Fächer an der Artillerieschule in Hannover und erhielt danach Privatunterricht in Mathematik. 1832 bekam er von Hellner ein Zeugnis als Ingenieur und Architekt. Für die Staatsprüfung ging er im Mai 1832 an die Akademie in München. Im Jahre 1833 begab er sich zu Fuß durch Tirol nach Italien, wo er sich bis 1836 in Rom, unterbrochen von Reisen nach Sizilien, aufhielt. Im Jahr 1834 verband er sich mit dem Kunsthistoriker Wilhelm Schulz aus Dresden zur Herausgabe eines Werkes über die Denkmäler der Kunst des Mittelalters in Unteritalien. Das Werk erschien aber erst 1860 im Druck. Im Herbst 1836 kehrte Hallmann nach München zurück und arbeitete bei Friedrich von Gärtner, u. a. als Bauleiter am Damenstift St. Anna in München. In München wurde er im Sommer 1837 bei König Ludwig I. und Kronprinz Maximilian vorgestellt und machte im Herbst Bekanntschaft mit Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen. 1837/38 war er in Hannover und im Februar 1838 in Berlin. Dort begann der Kontakt mit Karl Friedrich Schinkel und der langjährige Briefwechsel mit Alexander von Humboldt. Anschließend reiste er über Belgien, Paris und London nach Petersburg. Dort arbeitete u. a. für Auguste de Montferrand an der Innenausstattung der Isaakskathedrale und es begann seine Freundschaft mit Ludwig Bohnstedt. Nach einem Aufenthalt im August 1838 in Moskau und im Winter 1838/39 in Kopenhagen ging er im Frühjahr 1839 nach London und versuchte vergeblich in England oder Britisch-Indien eine Anstellung zu finden. Vom Frühjahr 1840 bis April 1841 hielt er sich in Berlin auf. Dort hatte er eine Audienz bei Friedrich Wilhelm III. und auf Empfehlung von Alexander von Humboldt eine Vorstellung bei Friedrich Wilhelm IV. Mit einem Entwurf für einen Neubau des Doms bewarb er sich um eine Staatsanstellung und wurde am 5. Dezember 1840 zum Hofbauinspektor ernannt, mit der Zusicherung einer späteren leitenden Stellung, eventuell als Nachfolger Schinkels. Auf Betreiben beamteter Architekten, u. a. August Stüler, erfolgte eine Ablehnung der Anstellung wegen der fehlenden preußischen Staatsprüfung. Der preußische König gewährte ihm aber für drei Jahre eine Pension. Im Frühling 1841 nach Rom zurückgekehrt, malte er Architekturbilder in Öl, unter andern den Klostergarten bei Fossa Nuova. 1842 gab er die Schrift Kunstbestrebungen der Gegenwart heraus. Im Jahre 1843 reiste er wieder nach Rom und vollendete hier mehrere große Ölbilder, worunter das Gemälde Ein Tag auf Cypern sich durch Reichtum der Komposition und Üppigkeit der Phantasie auszeichnet. Im Jahre 1844 malte er für den König von Preußen eine große verfallene Villa bei Abendbeleuchtung. 1845 gehörte er zu den Gründern des Deutschen Künstlervereins zu Rom.[3] Er starb im gleichen Jahre auf der Rückreise nach Deutschland an Malaria.
Anton Hallmanns Bruder war der Naturforscher und Arzt für Wasserheilkunde Eduard Hallmann (1813–1855).
Werke (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Poseidon-Tempel und Basilika in Paestum
- Santa Maria Maggiore, Rom 1833
- Santa Croce, 1836
Schriften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Denkmäler der Kunst des Mittelalters in Unteritalien, postum hg. von Ferdinand von Quast und Ernst Strehlke. Dresden 1860.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Wilhelm Rothert: Allgemeine Hannoversche Biografie, Bd. 2: Im Alten Königreich Hannover 1814–1866. Sponholtz, Hannover 1914, S. 538[4]
- Robert Dohme: Hallmann, Anton. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 10, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 444.
- Sabine Kimpel: Der Maler-Architekt Anton Hallmann (1812–1845). Leben und Werk mit einem Oeuvre-Verzeichnis. Dissertation. München 1974
- Der Teilnachlass befindet sich in der Bayerischen Staatsbibliothek und ist digitalisiert
- Uwe Kieling: Berliner Privatarchitekten und Eisenbahnbaumeister im 19. Jahrhundert, Biographisches Lexikon. Kulturbund der DDR, Berlin 1988, S. 26–27.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Hannover, Marktkirche, Tote 1829–1852. In: Ancestry.com. Bremen, Deutschland, und Hannover, Preußen, Deutschland, evangelische Kirchenbücher, 1574–1945 [Datenbank online].
- ↑ Hannover, Sankt Ägidien, Tote 1833–1860. In: Ancestry.com. Bremen, Deutschland, und Hannover, Preußen, Deutschland, evangelische Kirchenbücher, 1574–1945 [Datenbank online].
- ↑ Friedrich Noack: Das Deutschtum in Rom seit dem Ausgang des Mittelalters. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1927, Band 2, S. 234
- ↑ o. V.: Hallmann, Anton in der Datenbank Niedersächsische Personen (Neueingabe erforderlich) der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 25. Juli 2018
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hallmann, Anton |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Maler, Zeichner und Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 29. Mai 1812 |
| GEBURTSORT | Hannover |
| STERBEDATUM | 28. August 1845 |
| STERBEORT | Livorno |