Anselm Neft
Anselm Neft (* 6. Juli 1973 in Bonn) ist ein deutscher Schriftsteller und Publizist.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Anselm Neft besuchte das Aloisiuskolleg in Bonn-Bad Godesberg, leistete Zivildienst und studierte von 1993 bis 2000 Vergleichende Religionswissenschaften, Volkskunde und Vor- und Frühgeschichte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. 1999 bis 2001 trat er für zwei Jahre als Schalmeibläser und Herold mit der Mittelalter-Rockband Schelmish auf und tourte durch Deutschland. Anschließend war er in verschiedenen Berufen und Jobs tätig, darunter Deutschlehrer und Unternehmensberater.
Neft schreibt neben Romanen auch Essays, Satiren, Kolumnen und Glossen und publizierte bisher vor allem für Zeit online, Berliner Zeitung, Die Welt, Tagesspiegel, taz, Eulenspiegel, Titanic und DAS MAGAZIN.
2005 gründete er mit Christian Bartel und Francis Kirps EXOT, eine Zeitschrift für komische Literatur, und war bis zu deren Ende im Dezember 2015 Mitherausgeber.
2007 war er Finalist beim Open Mike und 2018 bei den 42. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt.
Im Oktober 2021 wurde sein Libretto zu zwei Kompositionen von Hannes Seidl unter dem Titel „Die Flexibilität der Fische“ auf den 100. Donaueschinger Musiktagen uraufgeführt.
Die Theaterinszenierung seines Romans Vom Licht durch das italienische Künstlerkollektiv Anagoor hatte ihre Premiere am 19. März 2022 im Theater an der Ruhr.
2023 erhielt er für sein Buch Ein Nachruf auf Fukurō Hayashi den Hamburger Literaturpreis in der Kategorie Roman.[1] Die Recherche wurde mit einem „Raus! Nur raus!“-Stipendium unterstützt, das dem Autor eine Reise nach Kōbe ermöglichte, in die Heimatstadt der Hauptfigur des Romans.[2]
Nach Stipendien-Aufenthalten in Schöppingen (2011) oder Roger Willemsens Villa Wentorf bei Hamburg (2019) verbrachte Neft 2025 ein Aufenthaltsstipendium im tschechischen Budweis.
Er lebt als freier Autor und Publizist in Hamburg und betreibt dort mit Nefeli Kavouras den monatlichen Literaturpodcast laxbrunch und mit Piero Masztalerz, Katrin Seddig und Ella Carina Werner die Lesebühne 'Liebe für alle'.
Veröffentlichungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten](Erzählende) Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bücher:
- mit Christian Bartel (Hrsg.): Götter, Gurus und Gestörte. Satyr-Verlag Berlin 2009, ISBN 978-3-938625-48-4.
- Die Lebern der Anderen. Geschichten aus der Großstadt. Ullstein, Berlin 2010. ISBN 978-3-548-28086-8. (Kurzgeschichten)
- Hell. Roman. Satyr-Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-944035-03-1.
- Helden in Schnabelschuhen. Roman. Knaus, München 2014, ISBN 978-3-8135-0561-0.
- Vom Licht. Roman. Satyr-Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-944035-77-2.
- Die bessere Geschichte. Roman. Rowohlt, Reinbek 2019, ISBN 978-3-498-09334-1.[3][4]
- Späte Kinder. Roman. Rowohlt, Hamburg 2022, ISBN 978-3-498-00237-4.
Weitere Werke (Auswahl):
- Die schönste Blume des Allgäus. In: 15. Open Mike. Allitera Verlag, München, 2007, ISBN 978-3-86520-287-1
- Der Hund. In: Michael Hametner (Hrsg.): Risse im Beton. Die besten Kurzgeschichten aus dem 14. MDR-Literaturwettbewerb 2009. Rotbuch-Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-86789-089-2
- Keine wirklich gute Schule und Warum der Jesuitenprovinzial dem ehemaligen Rektor Pater Theo Schneider nicht sein Vertrauen aussprechen sollte. In: Ebba Hagenberg-Miliu (Hrsg.): Unheiliger Berg: Das Bonner Aloisiuskolleg der Jesuiten und die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals. Kohlhammer, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-17-025130-4
- Drinnen, draußen, voll daneben. Ein paar weit ausgreifende Gedanken zu den Grundlagen völkischen und rassistischen Denkens. In: Markus Liske, Manja Präkels (Hrsg.): Vorsicht Volk!. Oder: Bewegungen im Wahn?. Verbrecher-Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-95732-121-3
- Schock der Woche. In: Heiko Werning, Volker Surmann (Hrsg.): Ist das jetzt Satire oder was?. Beiträge zur humoristischen Lage der Nation. Satyr-Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-944035-56-7
- mit Maren Kaschner: 111 Orte auf Rügen, die man gesehen haben muss. emons, Köln 2016, ISBN 978-3-95451-837-1
- Die Fütterung. In: Volker Neuhaus, Per Øhrgaard, Jörg-Philipp Thomas (Hrsg.): Freipass, Band 5: Paul Celan – Streitkultur – Deutsche Einheit. Verlag C. H. Beck, München 2020, ISBN 978-3-96289-101-5
- Die Grenzen der Psychotherapie. Eine Reflexion aus Patientensicht. In: Bert te Wildt, Gerhard Lauer, Robin Schmidt (Hrsg.): Was machen Digitalisierung und künstliche Intelligenz mit der Psychotherapie? Einwürfe und Provokationen. De Gruyter, Berlin/Boston 2024, ISBN 978-3-11-150872-6
- Eckiger Tisch. In: Anna Pollman, Christoph Möller (Hrsg.): Schlüsselbegriffe gesellschaftlichen Zusammenhalts. Ein kritisches Vokabular. Band 1. Wallstein-Verlag, Göttingen 2025, ISBN 978-3-8353-5697-9
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Hamburger Literaturpreise gehen an zwölf Autorinnen, Autoren, Übersetzerinnen und Übersetzer. In: Pressemitteilung der Behörde für Kultur und Medien. 10. November 2023, abgerufen am 4. Dezember 2023.
- ↑ "Raus! Nur raus!" Auslandsstipendien für Neft, Raben und Tomorrow. In: Börsenblatt. 19. Dezember 2022, abgerufen am 3. Januar 2024.
- ↑ Maik Brüggemeyer: Anselm Neft: „Die bessere Geschichte“ – Sehnsucht und Scham, deutschlandfunk.de, 3. Mai 2019, abgerufen am 7. Mai 2019
- ↑ Anselm Neft im Gespräch mit Christiane Florin: Internatsroman – „Moralischer Furor schadet“, deutschlandfunk.de, gesendet und abgerufen am 7. Mai 2019
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Neft, Anselm |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Autor |
| GEBURTSDATUM | 6. Juli 1973 |
| GEBURTSORT | Bonn |