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Anna Rathmann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Anna Helene Rathmann geborene Rosenmeyer (* 15. Februar 1902 in Rixdorf; † 8. Oktober 1992 in Berlin) war eine deutsche kommunistische Widerstandskämpferin.

Rosenmeyer hatte zwei jüngere Schwestern, Lieschen und Gertrud. Ihr Vater starb 1909, ihre Mutter 1919; ihre jüngste Schwester Lieschen starb 1924 an Tuberkulose. Sie wohnte mit ihrer Schwester Gertrud in einem Zimmer der Familie Müller in Neukölln, den Eltern einer Schulfreundin. Diese betrieben ein KPD-Lokal, in dem unter anderen auch Olga Benario-Prestes zu Gast war.[1] Nach dem Schulbesuch arbeitete sie als Metallarbeiterin im Kabelwerk Oberspree. 1924 wurden beide Schwestern Mitglieder der KPD und des Deutschen Metallarbeiter-Verbands (DMV). 1926 wurde sie in den Betriebsrat gewählt, engagierte sich in der Roten Hilfe und war Frauenleiterin des KPD-Bezirks Neukölln und Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung. 1930 heiratete sie den Schriftsetzer Emil Rathmann.

Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten war sie zusammen mit ihrer Schwester und anderen KPD-Mitgliedern im Widerstand in verschiedenen Neuköllner Gruppen tätig. Am 10. Mai 1935 wurde Rathmann zum ersten Mal festgenommen und in den sogenannten Richardstraßenprozessen angeklagt. Den Angeklagten wurde vorgeworfen, am 15. Oktober 1931 an der Ermordung des Neuköllner Wirts Heinrich Böwe, der ein SA-Lokal betrieb, beteiligt gewesen zu sein. Im November 1935 wurde sie wegen Mangels an Beweisen freigesprochen und setzte nach der Geburt ihrer Tochter Erika im August 1936 ihre Widerstandsaktivitäten fort.[2] Ihr Mann wurde 1939 in die Wehrmacht eingezogen. Über Ursula Goetze, mit der die Schwestern bereits seit Ende der 1920er Jahre befreundet waren, kam sie in Kontakt zur Roten Kapelle.[3] Im Februar 1942 wurde sie im Zusammenhang mit der Zerschlagung der Uhrig-Römer-Gruppe erneut für mehrere Wochen inhaftiert. Trotz etlicher Verhöre gelang es der Gestapo nicht, Anna Rathmann und ihrer Schwester Gertrud Rosenmeyer ihre illegalen Tätigkeiten nachzuweisen, weil sie für alle Treffen private Gründe angeben konnten. Nach der Freilassung lebte Anna Rathmann ab 1944 mit ihrer Tochter im brandenburgischen Wendisch Rietz.

Nach Kriegsende wohnte die Familie zunächst in Neukölln und zog 1949 nach Ost-Berlin um. Anna Rathmann war Mitglied der Kreisleitung der SED in Berlin-Lichtenberg.[3] An Anna Rathmann gibt es keine Erinnerungsobjekte in Berlin.

Einzelnachweise

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  1. aaa: Abschlussveranstaltung von Widerstandsgeschichte lokal – Auf Spurensuche von Berliner Frauen im Nationalsozialismus zwischen Verfolgung und Widerstand. In: Antifaschistinnen aus Anstand. 31. Dezember 2023, abgerufen am 3. Juni 2026.
  2. Anna Rathmann. In: Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Abgerufen am 3. Juni 2026.
  3. 1 2 Anna Rathmann | Frauen im Widerstand. In: Antifaschistinnen aus Anstand. Abgerufen am 3. Juni 2026.