Angelika Summa

Angelika Summa (* 1952 in Bayreuth) ist eine deutsche Metall-Bildhauerin.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Summa lebt und arbeitet seit 1973 in Würzburg. In den Jahren von 1981 bis 1991 absolvierte sie ein Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Germanistik mit Abschluss Magister Artium. Seit 1986 arbeitet Summa freischaffend als Bildhauerin. 1998 / 1999 nahm sie teil am Atelierförderprogramm des Freistaates Bayern, 2010 erhielt sie das Paul-Ernst-Wilke-Atelierstipendium Bremerhaven. Von 2008 bis 2011 war sie Dozentin für Skulptur und Metall in der Fachrichtung Kunstpädagogik der Universität Würzburg.[1]
Summa nahm am Salon des Réalitées Nouvelles im Parc Floral, Paris (2015), teil und war beteiligt an Zwei Zustände der Kunst im Arts Museum in Kunming, China (2015), an der Open-Air-Ausstellung Sculpture by the Sea, Bondi Beach, Sydney, Australien (2016), sowie an der 7. Schweizerischen Triennale der Skulptur Bad RagARTz in Bad Ragaz, Schweiz (2018).[2]
Summa nahm an etlichen Bildhauersymposien teil, so unter anderem an der Skulptura Beckingen 2010,[3] dem Bildhauersymposium Gießen (2009) und in Bad Salzhausen (2023).[1]
In einer Kunstperformance demonstrierte Summa während der Corona-Pandemie im Jahr 2020 – als Ausstellungen und Museumsbesuche nicht möglich waren –, dass viele Orte im öffentlichen Raum von Würzburg mit Kunst aufgewertet werden könnten und sollten: Dazu rollte sie eine monumentale Kugel aus Kunststoffschläuchen von ca. 130 cm Durchmesser eigenhändig durch die Straßen der Stadt zu konkreten Aufstellungsplätzen, die ihrer Ansicht nach hierfür infrage kämen.[4]
Summa ist Mitglied im Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Unterfranken e.V.[5]
Auszeichnungen und Preise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1995: Kulturförderpreis der Stadt Würzburg
- 2014: Kulturpreis der Stadt Würzburg
- 2014: PEMA-Kunstpreis des Kunstvereins Bayreuth
- 2017: 2. Preis des Deutschen Verzinkerpreises, Kategorie Metallgestaltung
Werk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Angelika Summa arbeitet mit „Halbzeug“, das heißt mit vorgefertigten Produkten wie beispielsweise Drähten, Rohren, Schläuchen, Stahlbändern, Seilen aus Metall, Schrauben. Aus diesen bildet – genauer gesagt: schweißt, lötet, flicht, wickelt, knüpft, knotet – sie Skulpturen, die mal handfest-energiegeladen daherkommen, mal eine Fantasiewelt aufspannen, die an ein kosmisches Gewebe erinnert.[6]
Da sind zum einen die monumentalen Stahlskulpturen, von denen einige im öffentlichen Raum dauerhaft zur Aufstellung gekommen sind. Trotz der – scheinbaren – Unordnung im Kleinen wird im Großen häufig eine geometrische Gestalt wie die einer Kugel erkennbar. Der oft wilde Gestus der einzelnen Segmente – gebogene Stahlrohre – scheint den Raum umher in Bewegung zu setzen (wie etwa bei Gegen den Strich, 2010) beziehungsweise zu energetisieren (wie bei Structangle).
„Meine Liebe gilt dem Gewirr, dem Geflecht, der Kompliziertheit von Strukturen, die aus prozesshaftem Tun und Denken erwachsen und dem Drang folgen, den Faden nicht zu verlieren. Irrwege sind dabei nicht ausgeschlossen. Aber letztlich ergibt sich die Lösung, sprich, die richtige skulpturale Gestalt, zwingend und ist nicht mehr zu verfehlen.“
Ihre filigranen Gespinste aus feinem Draht auf der anderen Seite besetzen den Raum nicht, sie scheinen ihn zu durchweben und zu aktivieren, sie deuten eine Struktur im Raum an, die grenzenlos vorgestellt werden kann. Der Betrachter meint, eine Ordnung oder ein Energiefeld zu erkennen, das – schaut man auf das Detail – fast lebendig-organisch wirkt wie etwa bei der Serie Skulpton.
„Räumlichkeit bedeutet bei Angelika Summa weniger Volumen, sondern durchwebte Raumstruktur. Andeutungen von geometrischen oder biomorphen Körpern entstehen aus Verdichtungen von räumlichen Akzenten. Oft sind dies einfache geometrische Körper wie Kugeln, Quader oder Kegel, manchmal auch organische Gespinste wie Nester, Wolken oder Wellen.“
Eine Sonderstellung in Angelika Summas Œuvre nehmen ihre Körperskulpturen ein, „Haute Sculpture“ genannt. Aus starrem, schwerem Metallblech und -gewebe, Kabel und Draht „näht“, „strickt“, „häkelt“ und „plissiert“ sie filigrane Gespinste, die sie – beispielsweise 2022 in den Cranach-Sälen der Fränkischen Galerie auf der Festung Rosenberg, Kronach – im Rahmen von Live-Performances von Models vorführen lässt.[9]
Werke im öffentlichen Raum (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Summa schuf zahlreiche Werke für den öffentlichen Raum.
- Runde Sache (2018), Baustahl. Maste-Barendorf, Iserlohn
- Gestrüpp (2012). Erbeskopf, Hunsrück
- Kumulus (2002). Neubürg, Fränkische Schweiz
- Alien (2018). Badische Stahlwerke Kehl
- Runde Sache (2018). Iserlohn
- Götterspeise (2017). Treuchtlingen
- Das große Rasenstück (2011). Skulpturenpark Bad Salzhausen
- Rotation (2010), Baustahl, ca. 2 m Durchmesser. SaarGarten, Beckingen[10]
- Gegen den Strich (2010), Mörfelden-Walldorf
- Kunstwerk für Haltsuchende (2009). Stadthaus Gießen
- Think tank – the message is inside (2009). Queidersbach
- Ohne Titel (2008/09), Baustahl, geschweißt, lackiert, 200 cm Durchmesser. Rathaus, Gießen[11]
- Protected Nature – 8 cubic meter City-Parc (2008). Merida / Yucatan, Mexiko
- Kumulus (2002), Skulpturenweg Neubürg, Fränkische Schweiz[12]
- Mikado (2001). Amt für Versorgung und Familienförderung, Würzburg
- Ohne Titel (1995). Seniorenwohnanlage Deutschhof, Schweinfurt
Einzelausstellungen (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zu den mit «K» gekennzeichneten Ausstellungen erschien ein Katalog.
- 2026: Angelika Summa – „Gedankengespinste“, KunstRaum Westpfalz, Kaiserslautern
- 2025/26: Kulturzentrum Franck-Haus, Marktheidenfeld
- 2023: Kleine Galerie Bad Waldsee / Landkreis Ravensburg; Kunstverein Kulmbach e.V.
- 2022: Cranach–Säle, Fränkische Galerie, Festung Rosenberg, Kronach (mit Wolf-Dietrich Weissbach, Fotografie)[9]
- 2021: Behr-Halle, Rathaus Würzburg; Angelika Summa / Paolo Iacchetti – Magie der Struktur, Galerie Dr. Markus Döbele, DettelbachK; Galerie im Rathaus Aalen (zusammen mit Anita Bialas / Malerei)
- 2020: Stadt Weikersheim[13]
- 2019: Kunstverein Bayreuth; Galerie Netuschil, Darmstadt
- 2018: Galerie im Rathaus Aalen
- 2017: Kunstverein Damianstor, Bruchsal; Kunst in die Stadt! – Skulpturen im öffentlichen Raum sowie in der Städtischen Galerie, Lahr/Schwarzwald
- 2015: Kloster Wechterswinkel, Bastheim / Rhön
- 2013: Augustinerkirche Würzburg
- 2011: Kunstverein im niederrheinischen Wesel, im Willibrordi-Dom
- 2009: Altes Schloss, GießenK
- 2005: Linie Hoch Zwei (mit Ute Wurtinger, Malerei), Kunsthalle Gießen
- 2004: Kunstverein Das Damianstor BruchsalK
- 1998: Kunstvereine Erlangen und Bayreuth
- 1995: Städtische Sammlungen Schweinfurt und Galerie-Studio Alte Reichsvogtei
Öffentliche Sammlungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Museum im Kulturspeicher Würzburg
- Stadt Caen, Frankreich
- Städtische Galerie, Lahr/Schwarzwald
- Oberhessisches Museum, Gießen
- Kunsthalle Schweinfurt
- Kunstmuseum Erlangen
- Museo de Arte Contemporáneo Ateneo de Yucatán MACAY
- Drahtmuseum Burg Altena
- Zentrum Innere Medizin, Universitätsklinikum Würzburg
- Kreisgalerie Mellrichstadt
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Angelika Summa / Paolo Iacchetti – Magie der Struktur. Galerie Markus Döbele, Dettelbach, 2021
- Angelika Summa – Skulptur. Lilla Galleriet, Umeå, Schweden. Eigenverlag Angelika Summa, Würzburg, 2014
- Gerd Kanz, Malerei und Graphik – Angelika Summa, Skulptur. Herausgeber: Egon A. Stumpf und Eleonore Schmidts-Stumpf, Galerie im Saal Eschenau, Knetzgau-Eschenau, 2011
- Angelika Summa – HauteSculpture : Sculptures de corps. 1998, Fa. Riedelbau, Schweinfurt, 2010, Paul-E.-Wilke-Atelier, Bremerhaven, Barbara Leicht (Katalog), Wolf-Dietrich Weissbach (Herausgeber)
- DrahtWerk – Angelika Summa. Kunstverein Das Damianstor, Bruchsal, 2004 (deutsch/englisch/französisch). ISBN 978-3-926621-38-2
- Angelika Summa: paroli. Drahtskulpturen 1993–1995. Städtische Sammlungen Schweinfurt und Galerie-Studio Alte Reichsvogtei, 1995
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur von und über Angelika Summa im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- angelika-summa.de - offizielle Website der Künstlerin
- Kunst aus Neu-Wredanien – die Bildhauerin Angelika Summa, Jürgen Linde, Kunstportal Baden-Württemberg, 2021
- Angelika Summa – die Metallbildhauerin. Filmporträt von Gert Michel, 6. April 2021 (YouTube)
- Angelika Summa. Artworks.art, Lörrach (mit Werkabbildungen)
- Die Welt der Angelika Summa – Porträt auf Welt der Form
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Filigranes Chaos aus Draht und Stahl. Frankfurter Neue Presse, 5. August 2023
- ↑ Angelika Summa / Paolo Iacchetti – Magie der Struktur. Galerie Markus Döbele, Dettelbach, 2021
- ↑ Skulptura Beckingen 2010 – Die neuen Skulpturen im SaarGarten, beckingen.de
- ↑ Kunstperformance in Würzburg: „Die Kugel rollt“. Von Katharina Kraus, Würzburg erleben, Main-Post GmbH, 6. November 2020
- ↑ Angelika Summa – Bildhauerei, Kunst am Bau, Installation / Performance. Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Unterfranken e.V., Würzburg
- ↑ Kunst aus Neu-Wredanien – die Bildhauerin Angelika Summa, Jürgen Linde, Kunstportal Baden-Württemberg, 2021
- ↑ Angelika Summa - Skulpturen. Kunst im carré domstrasse, Köln, April bis September 2025 (Ausstellungsflyer)
- ↑ Skulpturenplatz mit Angelika Summa auf der art Karlsruhe 2024, Galerie Markus Doebele, Dettelbach-Effeldorf
- 1 2 Angelika Summa | Wolf-Dietrich Weissbach „Hinter Cranachs Schleiern“. Ausstellung vom 15. Mai bis 12. Juni 2022, Kunstverein Kronach, 14. Mai 2022 (art-in.de)
- ↑ Beckingen, Summa, Plastik. Institut für aktuelle Kunst im Saarland, 10. März 2020
- ↑ Kunstwerk für Haltsuchende – Skulptur. giessen.de
- ↑ Naturkunstraum Neubürg – Wo sich Natur und Kunst vereinen. Interkommunale Allianz (ILE) Rund um die Neubürg – Fränkische Schweiz e.V.
- ↑ Kunst und Ausstellungen, weikersheim.de
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Summa, Angelika |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Metall-Bildhauerin |
| GEBURTSDATUM | 1952 |
| GEBURTSORT | Bayreuth |