Taylor begann ihre Karriere 2003 bei den Paisley Cherokees, für die sie bis 2005 unter anderem in den männlichen Nachwuchsmannschaften des schottischen Spielbetriebs spielte. Parallel zum Eishockey spielte sie zunächst auch Basketball.[1] Anschließend begann Taylor ihre Hochschulkarriere an der University of New Hampshire und spielte von 2005 bis 2009 für die Frauenmannschaft der New Hampshire Wildcats im NCAA-System. In 140 Einsätzen erzielte sie 59 Punkte und gewann mit dem Team viermal den Titel der Hockey East.[2] Ihr Studium in Psychologie schloss sie mit einem Bachelor-Abschluss ab. Für die Saison 2009/10 wechselte sie zurück nach Großbritannien und spielte in der English National Ice Hockey League (Div. II) für die Lee Valley Lions, als erste nicht-Torhüterin überhaupt in einer britischen Männerliga. In 14 Spielen erzielte sie 17 Punkte und erzielte damit als erste Frau ein Tor in einer britischen Männerliga – inklusive eines Hattricks. Parallel spielte sie für die Frauenmannschaft Slough Phantoms, gewann mit ihr die Meisterschaft der Women’s Premier Ice Hockey League und gleichzeitig die britische Meisterschaft.[3]
2010 wechselte Taylor ins Ausland und unterschrieb einen Vertrag beim Schweizer Verein SC Reinach, womit sie die erste britische Frau wurde, die außerhalb des Vereinigten Königreichs (semi-)professionell Eishockey spielte.[3] Nach einem Jahr wechselte sie zu den ZSC Lions Frauen, bei denen sie die folgenden sieben Saisons verbrachte und eine prägende Figur im Schweizer Fraueneishockey wurde. Mit den ZSC Lions gewann sie in den folgenden Jahren insgesamt fünf Schweizer Meistertitel und gehörte in mehreren Spielzeiten zu den erfolgreichsten Spielerinnen bezüglich Tore, Vorlagen und Scorerpunkte.
Im April 2018 gab Taylor ihren Rücktritt vom aktiven Spielbetrieb bekannt[4][5] und arbeitete anschließend als Trainerin im Nachwuchsbereich (u.a. bei den Haringey Hounds, London Capitals). Bei den U18-Weltmeisterschaften der Division IIA in den Jahren 2022 und 2023 betreute sie das britische U18-Frauen-Nationalteam als Cheftrainerin.[6]
2021 kehrte sie in England aufs Eis zurück und spielte bis 2025 für die Streatham Storm in der WNIHL Elite.
Seit 2025 ist sie Cheftrainerin der ZSC Lions Frauen, nachdem der Verein eine Neuorganisation seiner Frauen-Abteilung angekündigt hatte.[7]
Angela Taylor vertrat das Vereinigte Königreich zwischen 2003 und 2018 bei insgesamt zehn Frauen-Weltmeisterschaften der Division II und III. Zudem nahm sie mit dem Nationalteam an zwei Qualifikationsturnieren für Olympische Winterspiele teil. Insgesamt bestritt sie 54 Länderspiele in den sie 70 Scorerpunkte, davon 39 Tore, erzielte und damit britische Rekordhalterin in beiden Kategorien ist.[5] 2008 übernahm sie das Kapitänsamt des Nationalteams und realisierte mit diesem den Aufstieg in die Division II bei der Weltmeisterschaft der Division III. Zudem wurde sie als beste Stürmerin des Turniers ausgezeichnet. Bei der Weltmeisterschaft der Division IIA im Jahr 2017 war sie Topscorerin und beste Vorlagengeberin.
(Legende zur Spielerstatistik: Sp oder GP= absolvierte Spiele; T oder G= erzielte Tore; V oder A= erzielte Assists; Pkt oder Pts= erzielte Scorerpunkte; SM oder PIM= erhaltene Strafminuten; +/−= Plus/Minus-Bilanz; PP= erzielte Überzahltore; SH= erzielte Unterzahltore; GW= erzielte Siegtore; 1Play-downs/Relegation; Kursiv: Statistik nicht vollständig)