André Michaux

André Michaux (* 7. März 1746 in Satory bei Versailles; † 16. November 1802 auf Madagaskar) war ein französischer Botaniker und Forschungsreisender. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Michx.“.
Leben und Wirken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Michaux war der Sohn eines Bauern auf dem königlichen Gut in Satory bei Versailles. Nach dem Tod seiner Frau Cecilie im Kindbett nahm er bei Bernard de Jussieu botanische Studien auf. 1779 verbrachte er botanisierend einige Zeit in England, 1780 erkundete er die Auvergne, die Pyrenäen und das nördliche Spanien. Die französische Regierung schickte ihn 1782 auf eine botanische Mission nach Persien. Die Reise begann ungünstig, denn Araber raubten seine komplette Ausrüstung; nur seine Bücher blieben ihm. Er gewann jedoch einflussreiche Unterstützung in Persien, da er den Schah von einer gefährlichen Krankheit heilte. Nach drei Jahren kehrte er mit einem schönen Herbarium nach Frankreich zurück. Für die botanischen Gärten Frankreichs brachte er zahlreiche Pflanzen aus dem Osten mit.
Ludwig XVI. ernannte ihn zum königlichen Botaniker und schickte ihn 1785 in die USA. Er sollte Pflanzen untersuchen, die für Frankreich von Wert sein könnten. Mit seinem Sohn François André bereiste er Kanada, Neuschottland und die Vereinigten Staaten. 1786 errichtete er in Charleston (South Carolina) einen Stützpunkt in Form eines Gartens, der zehn Jahre lang bestand. Von hier aus unternahm er viele Expeditionen in die verschiedensten Gegenden Nordamerikas. In dieser Zeit beschrieb und benannte er viele nordamerikanische Pflanzen. Er sammelte auch viele Pflanzen und Samen, die er nach Frankreich schickte. Gleichzeitig führte er viele Arten aus verschiedenen Teilen der Welt in Amerika ein, darunter Yellowwood Tree, Sasanqua Camellia, Sweet Olive Osmanthus, Crape Myrtle und Ginkgo. Bei seiner Arbeit wurde er von seinem Sohn François André unterstützt.
Auf der Rückreise nach Frankreich erlitt er 1796 Schiffbruch und verlor einen kleinen Teil seiner Sammlungen. Im Jahr 1800 segelte er mit der Expedition von Nicolas Baudin nach Australien, verließ das Schiff jedoch auf Mauritius wegen Streitigkeiten mit dem Kapitän. Er reiste weiter nach Madagaskar, um die Flora dieser Insel zu untersuchen, und starb dort 1802 an tropischem Fieber.
Seine Arbeit als Botaniker tat er größtenteils in der freien Natur. Er hat viel zu den botanischen Kenntnissen über den Mittleren Osten und Amerika beigetragen.
Ehrungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1796 wurde Michaux Mitglied der Académie des sciences in Paris.[1]
Die Pflanzengattung Michauxia L’Hérit. aus der Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae) ist nach ihm benannt worden,[2] ferner auch Pflanzenarten wie Lilium michauxii.
Ein Wald in Pennsylvania, eine Insel und die Réserve écologique André-Michaux[3] in Québec wurden zu seinen Ehren benannt.
Vom 16. bis 17. Mai 2002 fand in Belmont das André Michaux International Symposium statt.[4]
Schriften (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bücher
- Histoire des chênes de l’Amérique, ou Descriptions et figures de toutes les espèces et variétés de chênes de l’Amérique septentrionale […]. Crapelet, Paris 1801 (Digitalisat).
- Geschichte der amerikanischen Eichen, oder Beschreibungen und Abbildungen aller Arten und Abarten der Eichen des nördlichen Amerika; nach ihren Kennzeichen, ihrem Anbau und Nutzen. 2 Bände, 1802–1804 (Band 1, Band 2) – übersetzt von Johann Simon Kerner.
- Flora boreali-Americana, sistens caracteres plantarum quas in America septentrionali. 2 Bände, Levrault, Paris / Straßburg 1803 (Band 1, Band 2).
Zeitschriftenbeiträge
- Mémoire sur les dattiers, avec des observations sur quelques moyens utiles aux progrès de l’agriculture dans les colonies occidentales. In: Journal de physique, de chimie, d’histoire naturelle et des arts. Band 52, Paris 1801, S. 325–335 (Digitalisat, Digitalisat).
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Joseph Philippe François Deleuze: Notice historique sur André Michaux. In: Annales du Museum national d’histoire naturelle. Band 3, Paris 1804, S. 191–227 (Digitalisat).
- Joseph Philippe François Deleuze: Memoirs of the life and botanical travels of André Michaux. In: Annals of Botany. Band 1, 1804, S. 321–355 (Digitalisat).
- Marie Florence Lamaute: André Michaux and his Journey in Canada in 1792. In: Castanea. Band 69, Occasional Paper 2, 2004, S. 130–139 (doi:10.2179/0008-7475(2004)sp2[130:AMAHJI]2.0.CO;2).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Autoreneintrag für André Michaux beim IPNI
- André Michaux International Society (englisch)
- John C. Inscoe: Michaux, André. Eintrag in NCpedia, 1991.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Verzeichnis der Mitglieder seit 1666: Buchstabe M. Académie des sciences, abgerufen am 23. Januar 2020 (französisch).
- ↑ Mohammad S. Al-Zein, Lytton John Musselman: Michauxia (Campanulaceae): A Western Asian Genus Honoring a North American Pioneer Botanist. In: Castanea. Band 69, Occasional Paper 2, 2004, S. 200–205 (doi:10.2179/0008-7475(2004)sp2[200:MCAWAG]2.0.CO;2).
- ↑ Réserve écologique André-Michaux, Île André-Michaux, Commission de toponymie du Québec
- ↑ Castanea. Band 69, Occasional Paper 2, 2004 (Zeitschriftenartikel).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Michaux, André |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Botaniker und Forschungsreisender |
| GEBURTSDATUM | 7. März 1746 |
| GEBURTSORT | Satory bei Versailles |
| STERBEDATUM | 16. November 1802 |
| STERBEORT | Madagaskar |