Ambrosos (Phokis)
Ambrosos (auch Ambrossos, altgriechisch Άμβροσσος, Ambrysos) war eine antike griechische Stadt im südlichen Phokis. Es lag nordöstlich von Antikyra in der Niederung zwischen den Gebirgen Kirphis und Helikon, in der Nähe des heutigen Ortes Distomo in Böotien, wo sich noch einige Mauerreste von der Akropolis erhalten haben.
Ambrosos befand sich in einem fruchtbaren Tal, in dem Weinbau betrieben wurde und Kermes-Eichen blühten.[1] Es wurde wie die übrigen phokischen Städte (außer Abai) 346 v. Chr. am Ende des Dritten Heiligen Krieges auf Befehl der Amphiktyonen zerstört.[2] Die Thebaner nahmen später den Ort in Besitz und umgaben ihn zur Verteidigung gegen König Philipp II. von Makedonien mit einer doppelten, sehr starken Mauer ohne Zinnen und Türme.[3] Um 225 v. Chr. wurden Ambrosos und Daulis von den Aitolern angegriffen.[4] Als der römische Konsul Titus Quinctius Flamininus 198 v. Chr. im Zweiten Makedonisch-Römischen Krieg den makedonischen König Philipp V. bekämpfte und in Phokis einmarschierte, nahm er mehrere dort gelegene Städte, darunter auch Ambrosos, ein.[5]
Als Pausanias im 2. Jahrhundert n. Chr. die Gegend von Ambrosos besuchte, fand er noch die von den Thebanern errichtete Stadtmauer, wenn auch an einigen Stellen verfallen, vor. Zu seiner Zeit hatte der Ort nur noch eine kleine Agora mit einer Anzahl meist zerbrochener Statuen. Außerdem erwähnt er einen ungefähr zwei Stadien südlich von der Stadt, an der Straße nach Antikyra, gelegenen Tempel der Artemis Diktynnaia, der Hauptgottheit von Ambrosos, mit einem Kultbild aus schwarzem Marmor im aiginetischen Stil.[3]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Gustav Hirschfeld: Ambrosos 1. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band I,2, Stuttgart 1894, Sp. 1815.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Anmerkungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Pausanias, Beschreibung Griechenlands 10, 36, 1 f.
- ↑ Pausanias, Beschreibung Griechenlands 10, 3, 2.
- 1 2 Pausanias, Beschreibung Griechenlands 10, 36, 3 ff.
- ↑ Polybios, Historíai 4, 25, 2.
- ↑ Titus Livius, Ab urbe condita 32, 18, 6 ff.