Alpaka (Textilie)
Alpaka, eigentlich Alpaka-Wolle bzw. Pako-Wolle (Faserkurzeichen WP)[1] ist die Bezeichnung für die Wolle des ursprünglich nur in den Anden beheimateten, domestizierten Alpaka.[2]
Es gibt zwei Arten von Alpakas, das Huacaya (80 % der Alpakas) und das Suri (12 %) sowie 8 %[3]: Sie unterscheiden sich in der Struktur ihrer Faser (Wolle): Das Huacaya-Alpaka hat eine feine, gleichmäßig gekräuselte Faser und einige Grannenhaare (Deckhaare). Das Suri-Alpaka hingegen hat keine Kräuselung in der Faser, das Haar bildet gelockte, gerade Strähnen. Die Wolle wird nach über 20 natürlichen Farben sortiert.[2]
Die mittlere Stapellänge der Alpakafasern variiert zwischen 12,5 cm und 21,5 cm, die mittlere Feinheit zwischen 22 und 30 µm.[4] Die Zugfestigkeit liegt mit 150 bis 220 N/mm² im Bereich der Schafwolle.[5] Verarbeitet wird die Wolle der Alpakas zu Streichgarnen und Kammgarnen mit vielen Naturfarbvariationen verschiedener Brauntöne. Die Jahresproduktion liegt seit einigen Jahren bei 5000–6000 t. Davon werden ca. 90 % in Arequipa, Peru verarbeitet.[4][6]
- Alpaka als Gewebe, auch Lüster oder Orleans genannt, steht für sog. Halbwollqualitäten mit einer Baumwollkette und Alpakaschuss in Kamm- oder Streichgarntypen. Die Bindung ist Tuch. Hieraus werden leichte Kleider- oder Schürzenstoffe und Sommerjacken angefertigt.[7][8]
- Alpakka, nicht zu verwechseln mit Alpaka, ist eine inzwischen selten gebrauchte Bezeichnung für Extraktwolle aus Wollmischgeweben mit einer Faserlänge von über 20 Millimetern.[2][9]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Anton Schenek: Naturfaser-Lexikon. Deutscher Fachverlag, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-87150-638-9, S. 16.
- ↑ a b c Alfons Hofer: Textil- und Modelexikon. 7. Auflage. Band 1, Deutscher Fachverlag, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-87150-518-8, S. 20, Stichworte „Alpaka“, „Alpakka“.
- ↑ Dieter Veit: Fasern: Geschichte, Erzeugung, Eigenschaften, Markt. Springer Vieweg, Berlin, 2023, ISBN 978-3-662-64468-3, S. 346
- ↑ a b Dieter Veit: Fasern: Geschichte, Erzeugung, Eigenschaften, Markt. Springer Vieweg, Berlin, 2023, ISBN 978-3-662-64468-3, S. 348
- ↑ Paul-August Koch, Günther Satlow: Großes Textil-Lexikon: Fachlexikon für das gesamte Textilwesen. Band A–K. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1965, S. 32.
- ↑ Anton Schenek: Lexikon Garne und Zwirne: Eigenschaften und Herstellung textiler Fäden. Deutscher Fachverlag, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-87150-810-1, S. 29.
- ↑ Thomas Meyer zur Capellen: Lexikon der Gewebe. 5., grundlegende überarbeitete und erweiterte Auflage. Deutscher Fachverlag, Frankfurt am Main 2015, ISBN 978-3-86641-258-3, S. 229.
- ↑ Hugo Glafey (Hrsg.): Textil-Lexikon – Handwörterbuch der gesamten Textilkunde. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart / Berlin 1937, S. 13.
- ↑ Paul-August Koch, Günther Satlow: Großes Textil-Lexikon: Fachlexikon für das gesamte Textilwesen. Band: A–K. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1965, S. 33.