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Alfred Berger (Bildhauer)

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(Weitergeleitet von Alfred Emil Berger)
Alfred Berger

Alfred Emil Berger (* 18. April 1889 in Seegel bei Pegau; † 5. Juli 1972) war ein deutscher Bildhauer und Unternehmer.

Alfred Berger war das dritte Kind von Theodor und Emilie Berger. Die Familie zog 1894 nach Leipzig, wo Alfred ab 1895 die 2. Bezirksschule besuchte. 1898 war der Seegeler Wunderbrunnen auf einem Feld der Familie Berger wieder aktiv geworden, weshalb zu seiner Nutzung Theodor Berger 1899 mit seiner Familie wieder nach Seegel zurückkehrte, wo er die Quelle erschloss und die Wasserschenke errichtete, in welcher „Seegeler Heil-und Wunderbronnen“ ausgeschenkt wurde.

1905 begann Alfred Berger in Zeitz eine Lehre als Holzbildhauer und legte 1908 die Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer Halle (Saale) ab. Anschließend arbeitete er von 1908 bis 1911 als Modelleur bei dem Leipziger Bildhauer Bruno Wollstädter und dessen Vater Wilhelm. Dazu begann er parallel ein Studium im Modellieren an der Königlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig. 1911 meldete Alfred Berger ein eigenes Bildhauergewerbe an und war damit am Bau des Völkerschlachtdenkmals beteiligt.

1914 wurde Berger zum Wehrdienst einberufen. Er kam Ende 1914 an die Westfront, wo er verwundet und daraufhin in der Nähe von Leipzig kaserniert wurde, sodass er die Königliche Akademie weiter besuchen konnte.[1]

Wasserschenke Seegel mit Quelle und Brunnenhaus (um 1915)

Nach Kriegsende heiratete er Elise Handschug, das Paar hatte die Töchter Theodora (* 1921) und Hannelore (* 1926). Neben seiner Tätigkeit als Bildhauer wurde Alfred Berger 1918 Geschäftsführer am Seegeler Wunderbrunnen[2] und nach dem Tod seines Vaters 1922 auch sein Besitzer[1].

Mit ihm gelangte das Unternehmen Wunderbrunnen zur Blüte. Durch geschickte Werbekampagnen, wobei er auch einen Stand auf der Leipziger Messe gestaltete, kurbelte er den Umsatz an. Er entwarf Briefpapier und Werbeschriften, Etiketten, Flaschen, Kronenverschlüsse und bemalte eigenhändig die Lieferfahrzeuge. Die Gasthäuser in den Nachbarorten bis hin nach Leipzig, Merseburg und im Mühltal verlangten nach dem Seegeler Wasser. In den 1930er Jahren ließ er einen Abfüllautomat mit einer Leistung von 3000 Flaschen pro Stunde installieren und belieferte während des Zweiten Weltkriegs auch das Militär. Da insbesondere von dort die Pfandflaschen nicht zurückkamen, entstand ein hohes Passiv-Betriebsvermögen, worauf später die DDR Steuern forderte, die er nicht zahlen konnte, worauf der Betrieb Anfang der 1960er Jahre unter staatliche Zwangsverwaltung gestellt und später auch vom Konsum betrieben wurde.[2]

Alfred Berger verstarb 1972 83-jährig und wurde auf dem Friedhof in Kitzen beerdigt.[1]

Putto an der Toreinfahrt zum Wunderbrunnen (2015)

Alfred Berger war mit seinen bildhauerischen Arbeiten an zahlreichen Leipziger Bauten beteiligt. Dazu gehören neben dem Völkerschlachtdenkmal unter anderem das ehemalige Gebäude der Allgemeinen Deutschen Credit-Anstalt, das Messehaus Union, der Gasthof Goldene Krone sowie die Erweiterung der ehemaligen Friedrichshallen in Leipzig-Connewitz und das ehemalige Hotel Sachsenhof am Johannisplatz. Aber auch in Städten wie Aue, Forst, Wittenberg und Crimmitschau war er tätig. Von den zahlreichen Fassadenverzierungen an den Gebäuden der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig haben sich trotz Kriegseinwirkung einige erhalten. Berger fertigte auch zahlreiche Modelle für andere Künstler und für Handwerker an.[1] Auch an der Seegeler Wunderquelle findet sich mit einem Putto am Toreingang noch ein Werk Bergers.

Commons: Alfred Berger – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 Alfred Berger (1889–1972). Abgerufen am 19. März 2024.
  2. 1 2 Die Geschichte des Seegeler Heil- und Wunderbronnens. Abgerufen am 26. April 2026.