Alfred Bleuler
Alfred „Fredi“ Bleuler (* 29. Juli 1942 in Zürich) ist ein Schweizer Maler, Plastiker und multimedialer Künstler. Sein Schaffen umfasst klassische Malerei, Computerkunst, Kinetik sowie Installationen im öffentlichen Raum.
Leben und Ausbildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Alfred Bleuler wuchs in Zollikon und im Zollikerberg auf. Nach ersten Erfahrungen in verschiedenen Berufen absolvierte er in den 1960er Jahren seine künstlerische Ausbildung in Schweden. Dort studierte er 1963 und 1964 Dekorationsmalerei an der Kunsthochschule Konstfack in Stockholm. Nach einem längeren Aufenthalt in Portugal im Jahr 1965[1] absolvierte er von 1966 bis 1971 ein Kunststudium an der Kungliga Konsthögskolan in Stockholm, Abteilung Kunst und Architektur.[1][2] Zu seinen Lehrern zählten Per Olof Ultvedt, Carl-Frederik Reuterswärd und Ulf Linde.[3]
Von 1972 bis 1975 betrieb er ein eigenes Werbeatelier. Es folgten längere Auslandsaufenthalte in Spanien (1976) und Griechenland (1977).[1] Nach seiner Rückkehr in die Schweiz etablierte sich Bleuler als freischaffender Künstler. Seit 1982 lebt und arbeitet er in Erlenbach im Kanton Zürich[1] und in der Toskana.
Künstlerisches Schaffen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bleulers Werk basiert auf mathematisch-geometrischen Ordnungsprinzipien. Wiederkehrende Kernmotive sind die Transformation, Reihung und visuelle Verschiebung von geometrischen Elementen wie Kreisen, Dreiecken, Quadraten, Pfeilen und Bändern.
Neben Werken auf Leinwand und Papier wandte sich Bleuler früh neuen Medien und Technologien zu. Er experimentierte intensiv mit Computer-Animationen, Computer-Kunst unter Verwendung von CAD und der Übersetzung digitaler Strukturen in physische Objekte. Ein Schwerpunkt seines Schaffens liegt im Bereich der Lichtkunst und der plastischen Raumgestaltung mit industriellen Materialien wie Sichtmauerwerk, Glas, Aluminium und Plexiglas.
1977 schuf der Künstler für die Glasfassade der Mensa der Universität Zürich-Irchel ein je nach Lichteinfall sich veränderndes Farbenspiel mit polarisierenden Folien.[1][4]
In einer 1992 veröffentlichten Kurzbiografie heißt es über Bleulers Arbeiten:
„Sein Anliegen ist die Kunst im öffentlichen Raum, sein Interesse gilt den optischen Phänomenen, der Irritation der Wahrnehmung. Mit geometrisch-konstruktiven Formelementen suggeriert er räumliche Wirkungen in der Ebene.“[1]
Die Kunstsammlung des Kantons Zürich besitzt zwei Werke von Alfred Bleuler.[4]
Werke im öffentlichen Raum (Kunst am Bau)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Universität Zürich-Irchel: Polarisationsverglasung in der Mensa/Cafeteria über das Erd- und Obergeschoss[5][4]
- Wandbild, Alterssiedlung Sydefädeli, Zürich-Höngg, 1984[6]
- UBS-Geschäftsstelle, Zürich-Witikon: Künstlerische Gestaltung des gläsernen Personenlifts über drei Stockwerke
- Eishalle Zürich-Oerlikon: Stockwerkübergreifende Mauerwerkgestaltung
- Swisscom Zürich-Binz: Farbgestaltung mit eloxierten Aluminiumplatten, in Zusammenarbeit mit Rita Ernst
- Gymnasium Oxelösund (Schweden): Plastische und farbliche Gestaltung einer Faltwand zur Saalverkleinerung im Schul- und Mensabetrieb
Stipendien und Werkbeiträge
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1965: Swiss Art Award (Eidgenössisches Stipendium für bildende Kunst)
- 1965–1981: 4 Werkbeiträge des Kantons Zürich
- 1966–1968: 3 Werkbeiträge der Gemeinde Zollikon
- 1967–1971: 4 Werkbeiträge des schwedischen Staates
- 1969+1970: 2 Werkbeiträge aus Webers-fond, Stockholm
- 1976+1982: 2 Werkbeiträge der Steo-stiftung, Zürich
Ausstellungen (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ars Electronica, Linz – Präsentation der Computer-Animationen
- Stadthaus Uster, Uster (Einzelausstellung)
- Kunsthaus Zürich, Zürich (Gruppenausstellungen Zürcher Künstler)
- Helmhaus, Zürich
- Kulturzentrum Oxelösund, Schweden
- helvet'art St. Gallen[7]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Arbeitskontakte: Alfred Bleuler … [et al.]: Kunsthaus Zürich, im Erdgeschoss Raum 1, 23. April – 5. Juni 1983 / unter dem Patronat der GSMBA Sektion Zürich; Zürcher Kunstgesellschaft [Ausstellungskatalog], Paul Meyer, Zürich 1983.
- John Matheson: SchweizerInnen an ausländischen Kunstakademien: Fredi Bleuler. In: Schweizer Kunst, Zeitschrift der Gesellschaft Schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten, Heft 1, 1989, S. 30–31 (Digitalisat, mit Abbildungen einiger Werke).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Persönliche Website
- Bleuler, Alfred. In: Sikart
- Bleuler, Alfred (Fredy) im Künstlerverzeichnis mural.ch
- Alfred Bleuler, Ausstellungs- und Dokumentationsprofil im Kunstbulletin
- GSMBA KünstlerInnen-Jahresblätter – Bleuler, Alfred. Eintrag auf der Website www.swisscybermuseum.ch der Gesellschaft Schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten (GSMBA)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 6 Bleuler, Alfred Zollikon ZH 1942. In: Urs Hobi (Hrsg.): Junge Schweizer Kunst, 1960–1990: Sammlung der Gotthard Bank (= Kataloge Schweizer Museen und Sammlungen. Band 14). Benteli, Bern 1992, ISBN 3-7165-0810-1, S. 229.
- ↑ Biografie Alfred Bleuler. In: GSMBA KünstlerInnen-Jahresblätter. Abgerufen am 21. Oktober 2026.
- ↑ John Matheson: SchweizerInnen an ausländischen Kunstakademien: Artikel Fredi Bleuler [im Inhaltsverzeichnis mit Falschschreibung Fredi Beutler]. In: Schweizer Kunst, Zeitschrift der Gesellschaft Schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten, Heft 1, 1989, auf S. 31 mit den Antworten Bleulers auf den Fragebogen, der auf S. 5 abgedruckt ist (Digitalisat, mit Abbildungen einiger Werke).
- 1 2 3 Kunstsammlung Kanton Zürich. In: bdzh.zetcom.net. Abgerufen am 23. Oktober 2026.
- ↑ Polarisation. Public Art. Alfred Bleuler, 1981. In: artlist.net. Abgerufen am 23. Oktober 2026.
- ↑ Alfred (Fredy) Bleuler: Wandbild, 1984. In: mural.ch. Abgerufen am 20. Oktober 2026.
- ↑ John Matheson (Hrsg.): Helvet’art. Eine Ausstellung der GSMBA für die Schweizer Künstler St. Gallen 1988. Biennale der Schweizer Kunst, Muttenz 1988, ISBN 3-905504-20-0.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bleuler, Alfred |
| ALTERNATIVNAMEN | Bleuler, Fredy (Spitzname); Bleuler, Fredi (Spitzname) |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Maler, Plastiker und multimedialer Künstler |
| GEBURTSDATUM | 29. Juli 1942 |
| GEBURTSORT | Zürich |