Aleksit kristallisiert im trigonalen Kristallsystem und findet sich meist in Form plattiger Körner bis etwa einem Millimeter Größe. Das Mineral ist in jeder Form undurchsichtig (opak) und zeigt auf den stahlgrauen Oberflächen einen metallischen Glanz. Unter dem Auflichtmikroskop erscheinen polierte Flächen sehr hellgrau mit einem grünlichen Stich. Die Strichfarbe von Aleksit wurde aufgrund der geringen Probengröße bisher nicht ermittelt.
Mit einer Mohshärte von 2 gehört Aleksit zu den weichen Mineralen, das sich bei entsprechender Größe ähnlich wie das Referenzmineral Gips (Härte 2) mit dem Fingernagel ritzen ließe.
Entdeckt wurde Aleksit erstmals in der Gold-Mine Alekseevskoye im Stanowoigebirge (Region Sutamsky) in der zum russischen Föderationsgebiet Ferner Osten gehörenden Republik Sacha (Jakutien). Die Erstbeschreibung erfolgte 1978 durch A. G. Lipovetsky, Yu. S. Borodaev und E. N. Zav’yalov (russisch А. Г. Липовецкий, Ю. С. Бородаев, Е. Н. Завьялов), die das Mineral nach dessen Typlokalität benannten.
Da der Aleksit erst 1977 als eigenständiges Mineral anerkannt und dies erst 1978 publiziert wurde, ist er in der letztmalig 1977 überarbeiteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz noch nicht verzeichnet.
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[7]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Aleksit in die neu definierte Abteilung „Sulfarsenide, Sulfantimonide, Sulfbismutide“ ein. Diese ist weiter unterteilt nach der Struktur der Sulfarsenidkomplexe. Das Mineral ist hier entsprechend seinem Aufbau in der Unterabteilung „Poly-Sulfarsenide“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 2.GC.40a bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Aleksit die System- und Mineralnummer 02.06.03.02. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfidminerale“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Sulfide – einschließlich Seleniden und Telluriden – mit der Zusammensetzung AmBnXp, mit (m+n):p=4:3“ in der „Kochkaritgruppe“, in der auch Kochkarit und Hedleyit eingeordnet sind.
Die idealisierte chemische Zusammensetzung von Aleksit (PbBi2Te2S2) besteht aus einem Teil Blei (Pb) sowie je zwei Teilen Bismut (Bi), Tellur (Te) und Schwefel (S), was einem Massenanteil (Gewichts-%) von 21,94% Pb, 44,25% Bi, 27,02% Te und 6,79% S entspricht.[8]
Mikrosondenanalysen an zwei Proben natürlichen Aleksits aus der Typlokalität Alekseevskoye (Sacha, russische Föderation) ergaben die leicht abweichende chemische Zusammensetzung von 20,3 bzw. 20,5% Pb, 46,0 bzw. 45,5% Bi sowie beide Male 27,3% Te und 6,3% S. Silber, Antimon und/oder Selen konnten nicht nachgewiesen werden. Die Ergebnisse korrespondieren mit den empirischen Formeln Pb0,94Bi2,11Te2,06S1,89 bzw. Pb0,95Bi2,10Te2,06S1,89, was zur eingangs genannten Formel idealisiert wurde.[4]
Als seltene Mineralbildung konnte Aleksit nur an wenigen Orten nachgewiesen werden, wobei bisher weltweit knapp 30 Fundorte[9] dokumentiert wurden. Außer an seiner Typlokalität, der Gold-Mine Alekseevskoye in der Republik Sacha fand sich das Mineral in der Russischen Föderation noch in der ebenfalls im Fernen Osten liegenden Polymetall-Gold-Lagerstätte der Berezitovy-Mine (auch Berezitovoe) im Urusha-Oldoi-Erz-Revier der Oblast Amur, der Gold-Lagerstätte Kochkar bei Plast in der Oblast Tscheljabinsk (Südural), im Hopunvaara-Gebiet nahe Pitkjaranta (auch Pitkäranta) in der Republik Karelien und am Vulkan Panarechka in der Oblast Murmansk (Nordwestrussland).
Der bisher einzige bekannte Fundort in Österreich ist ein ehemaliges Gold- und Silber-Bergbaugebiet mit aufgelassenen Stollen und Halden bei Langenleiten in dem von der Goldberggruppe gebildeten Fraganttal in Kärnten.
Weitere bisher bekannte Fundorte in Europa sind unter anderem ein Aufschluss mit einer hydrothermal verändertemTonalit-Intrusion am „Herzogenhügel“ (Hertogenwald) etwa 10 km südöstlich von Eupen in der belgischen Provinz Lüttich, die Trepča Stan Terg Mine im Trepča-Komplex (Bezirk Mitrovica) im Kosovo, die Bergbaubezirke Băița (Bihor), Jolotca (Harghita) und Săcărâmb (auch Sacarîmb, Sekeremb oder Nagyág, Kreis Hunedoara) in Rumänien, Limarinho bei Chaves im Distrikt Vila Real in Portugal, die polymetallische Skarnerzlagerstätte der Conchita-Mine bei Estepona in der spanischen Provinz Málaga und die Kupfer- und Golderz-Mine Clogau St. Davids bei Bontddu in Wales (siehe auch Goldbergbau in Wales) im Vereinigten Königreich.
Daneben fand sich Aleksit noch an einem oder mehreren Orten in Australien, Brasilien, Bulgarien, China, Japan, Kanada, Kasachstan und im US-Bundesstaat Nevada.[10]
А. Г. Липовецкий, Ю. С. Бородаев, Е. Н. Завьялов:Алексит PbBi2Te2S2 – Новый Минерал. In: Zapiski Vsesoyuznogo Mineralogicheskogo Obshchestva. Band107, Nr.3, 1978, S.315–321 (russisch, Digitalisat bei rruff.info (Memento vom 26. April 2024 im Internet Archive) [PDF; 681kB; abgerufen am 29.Januar 2026] englische Übersetzung: A. G. Lipovetsky, Yu. S. Borodaev, E. N. Zav’yalov: Aleksite, PbBi2Te2S2, a new mineral).
Nigel J. Cook, Cristiana L. Ciobanu, Christopher J. Stanley, Werner H. Paar, Krister Sunblad:Compositional data for Bi—Pb tellurosulfides. In: The Canadian Mineralogist. Band45, Nr.3, 2007, S.417–435, doi:10.2113/gscanmin.45.3.417 (englisch, Digitalisat bei rruff.info (Memento vom 15. April 2024 im Internet Archive) [PDF; 2,5MB; abgerufen am 29.Januar 2026]).
Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.99 (englisch).
Aleksite search results.In:rruff.net.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 29.Januar 2026(englisch).
1234Peter Bayliss:Crystal chemistry and crystallography of some minerals in the tetradymite group. In: American Mineralogist. Band76, 1991, S.257–265 (englisch, minsocam.org[PDF; 1,1MB; abgerufen am 29.Januar 2026]).
1234Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
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Aleksite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 50kB; abgerufen am 29.Januar 2026]).