Adolphfelsen

Der Adolphfelsen (auch Adolph-Felsen oder adolphischer Bergbruch genannt) ist ein Felsgebilde im Unterharzer Selketal in Alexisbad im bundesdeutschen Land Sachsen-Anhalt.
Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der kleine Felsvorsprung des adolphischen Bergbruches befindet sich als geschützter Biotop nördlich von Alexisbad, am Ortsausgang in Richtung Mägdesprung (Drahtzug), etwa vier Meter neben dem östlichen/rechten Ufer flussabwärts der Selke, an der sogenannten Wilhelm-von-Kügelgen-Promenade. Oberhalb der steilen Geländewand des Adolphfelsens befindet sich der Luisentempel.
Gestaltung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Durch den Boden des Felsens aus unterkarboner Grauwacke und Kalk wurde in vergangener Zeit ein Durchbruch geschlagen. Der getriebene Stollen war Teil des Grabens, der Aufschlagwasser zur Klostermühle führte.
Am oberen Felsabschnitt befindet sich eine angerostete, eiserne Kunstgusstafel – auf ihr steht reliefiert zwischen einem Rahmen aus Perlstab in gesperrten Großbuchstaben die Aufschrift: ADOLPH. Sie beruht vermutlich auf einer Stiftung von Alexisbader Kurgästen aus dem gesellschaftlichen Umfeld der Schwestern Caroline und Wilhelmine Bardua zu Mitte des 19. Jahrhunderts.

Conodonten im Gestein
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Bergbruch liegt innerhalb der Tanner Zone: Die Umgebungsgesteine der beiden alexisbadischen Erzgänge sind Grauwacke und Plattenschiefer. Beide entstanden als untermeerische Ablagerungen während der Zeit des Unterkarbons vor etwa 350 Millionen Jahren. Diese zeitliche Einordnung ermöglichen Conodonten (Mikrofossilien), wie sie beispielsweise am Adolphfelsen entdeckt wurden. Es sind Reste von Lebewesen einer ausgestorbenen Tiergruppe, die ausschließlich im Meer lebten.
Denkmal
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im örtlichen Kulturgutverzeichnis von Harzgerode ist der in den Felsen geschlagene Durchbruch im Grauwackenzug als Graben eingetragen und steht mit Erfassungsnummer 094 50077 in der Ausweisungsart eines Baudenkmales unter Denkmalschutz des Landes Sachsen-Anhalt.

Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt. Band 7.2: Falko Grubitzsch, unter Mitwirkung von Winfried Korf und Theo Gosselke: Landkreis Quedlinburg. Halle (Saale) 2007, ISBN 978-3-86568-072-3, Seite 161.
Koordinaten: 51° 39′ 14,7″ N, 11° 7′ 2,7″ O