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Aba-Rundblattnase

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Aba-Rundblattnase
Systematik
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Überfamilie: Hufeisennasenartige (Rhinolophoidea)
Familie: Rundblattnasen (Hipposideridae)
Gattung: Altwelt-Rundblattnasen (Hipposideros)
Art: Aba-Rundblattnase
Wissenschaftlicher Name
Hipposideros abae
J. A. Allen, 1917
Verbreitung
Verbreitungsgebiet der Aba-Rundblattnase

Die Aba-Rundblattnase (Hipposideros abae) ist ein in West- und Zentralafrika verbreitetes Fledertier in der Gattung der Altwelt-Rundblattnasen. Das Typusexemplar stammt aus der Umgebung der Stadt Aba im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo. Noch bis 2005 wurde eine nahe Verwandtschaft zur Schneider-Rundblattnase angenommen. Neuere taxonomische Werke listen sie zusammen mit sechs anderen Arten zu einer Gruppe, die nach Noacks Rundblattnase (Hipposideros ruber) benannt ist.[1][2]

Diese kleine Rundblattnase erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 60 bis 70 mm, eine Schwanzlänge von 28 bis 40 mm und ein Gewicht von 17 bis 19 g. Es sind 54 bis 65 mm lange Unterarme, Hinterfüße von 7 bis 13 mm Länge und 18 bis 24 mm lange Ohren vorhanden. Das namensgebende Nasenblatt sitzt auf einer recht kurzen Schnauze und ist groß. Es hat an den Seiten drei Hautlappen und bei Männchen eine sackförmige Wulst im vorderen Bereich. Zwischen den kleinen Ohren gibt es keinen verbindenden Hautstreifen. Die meisten Populationen tragen oberseits dunkelbraunes Fell, während die Unterseite leicht heller ist. Bei einer orangenen Morphe hat die Oberseite rotbraune Schattierungen.[2]

Verbreitungsgebiet und Lebensweise

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Die Aba-Rundblattnase bewohnt einen breiteren Landstreifen von Guinea über Ghana, Niger, das nördliche Kamerun und die nördliche Zentralafrikanische Republik bis Südsudan und in den Nordosten der Demokratischen Republik Kongo. Aus angrenzenden Regionen in Mali, Benin und Tschad sind keine Funde dokumentiert, obwohl ein Vorkommen wahrscheinlich ist. Das Tier lebt im Flach- und Bergland bis 1000 Meter Höhe. Es hält sich in Savannen und durch Forstwirtschaft veränderten tropischen Regenwäldern auf. Diese Fledermaus meidet dichte Urwälder.[3]

Die nachtaktiven Exemplare ruhen am Tage in Höhlen, unter Felsüberhängen und in Bauen, die von anderen Säugetieren geschaffen wurden. Im Versteck bilden sich Kolonien mit mehreren hundert Mitgliedern, die gelegentlich mit anderen Rundblattnasen oder Hufeisennasen geteilt werden. Bei einer Studie entsprach die Anzahl der Weibchen in einer Kolonie der doppelten Anzahl der Männchen. An verschiedenen Orten im Verbreitungsgebiet wurden im März je ein Neugeborenes pro Weibchen entdeckt. Zur Nahrungswahl gibt es keine Informationen.[2]

Für den Bestand sind keine Bedrohungen bekannt. Die Schaffung von Waldschneisen scheint die Art begünstigt zu haben. Die IUCN schätzt die Gesamtpopulation als groß ein und listet die Aba-Rundblattnase als nicht gefährdet (least concern).[3]

Einzelnachweise

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  1. Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 3. Auflage. 2 Bände. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4 (englisch, Hipposideros abae).
  2. 1 2 3 Wilson, Lacher Jr. & Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. 9 - Bats. Lynx Edicions, 2019, ISBN 978-84-16728-19-0, S. 247 (englisch, Hipposideros abae).
  3. 1 2 Hipposideros abae in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2017. Eingestellt von: Monadjem, A., Fahr, J., Hutson, A.M., Mickleburgh, S. & Bergmans, W., 2016. Abgerufen am 20. April 2026.