ASA-Programm
Das ASA-Programm (ursprünglich für Arbeits- und Studien-Aufenthalte) ist ein entwicklungspolitisches Austausch- und Stipendienprogramm in der Trägerschaft von Engagement Global gGmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Das Programm wurde 1960 in Eigeninitiative von Studierenden begonnen und über die Jahre institutionalisiert. Jährlich nehmen rund 230 Studierende und junge Berufstätige mit Lebensmittelpunkt in Deutschland zwischen 21 und 30 Jahren und rund 50 Teilnehmende aus einem DAC-Land am ASA-Programm teil.[1]
Historie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Inhaltliche Ausrichtung, Finanzierung und Organisationsstruktur des ASA-Programms haben sich in der Vergangenheit mehrfach geändert. Ab 1982 wurde das Programm von der Carl-Duisberg-Gesellschaft getragen, die 2002 in der InWEnt gGmbH aufging. Nach der zum 1. Januar 2011 erfolgten Fusion von InWent, DED und GTZ zur Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) übernahm diese vorübergehend die Trägerschaft. Seit 2012 ist das ASA-Programm ein Teil der neu gegründeten Engagement Global gGmbH mit Sitz in Bonn.
Das ASA-Programm wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und einer Anzahl von Bundesländern finanziert.[2] Deshalb ist der Umfang der Arbeit auch von der inhaltlichen politischen Ausrichtung des BMZ abhängig.
In der deutschen Entwicklungszusammenarbeit-Szene (EZ) ist ASA als Einsteigerprogramm oft ein Baustein in der Biographie vieler Mitarbeiter von GTZ, DED (jetzt GIZ) und anderer Organisationen.
Seit 2014 nennt sich ASA nur noch ASA-Programm als Eigenname und verwendet die ursprüngliche Erklärung als Arbeits- und Studien-Aufenthalte nicht mehr.
Die Projekte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Projekte unterscheiden sich fachlich stark voneinander: während manche Projekte darauf zielen, Informationen zu gewinnen und zu forschen, steht bei anderen die Praxis im Vordergrund. Dadurch sollen Wissen und Fähigkeiten, Kompetenzen und Knowhow ausgetauscht werden.
Ein Projektaufenthalt mit ASA dauert in der Regel drei oder sechs Monate.[3] Zu den Projektländern von ASA gehören viele Staaten Afrikas, Asiens, Lateinamerikas und Südosteuropas. Grundlegendes Merkmal eines Projektlandes ist dessen Zugehörigkeit zur DAC-Liste der OECD.
Mitbestimmung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wichtiges Merkmal des ASA-Programms war die Mitbestimmung der Teilnehmer. Bis 2019 hatten gewählte Teilnehmervertreter in der Programmkommission 50 % Stimmenanteile. Von der Programmleitung des ASA-Programms gab es damals Bestrebungen, die Mitbestimmung in eine „Mitwirkung“ zu verwandeln. Darauf verweist auch nochmal der Abschnitt Kritik unten.
Heute bietet das ASA-Programm ehemaligen Teilnehmenden verschiedene Möglichkeiten, sich nach der Teilnahme einzubringen. Ehemalige Teilnehmende unterstützen die Seminare als Tutorinnen, engagieren sich in der Ehemaligenvertretung und bringen die Interessen ehemaliger Teilnehmender im Programmbeirat ein.[4]
Der Programmbeirat unterstützt als beratendes Gremium die Fortentwicklung des ASA-Programms. Er berät in allen Grundsatzfragen, die für die Entwicklung und Gestaltung des ASA-Programms von besonderer Bedeutung sind. Ihm gehören Vertreterinnen und Vertreter des BMZ, der beteiligten Bundesländer und der Fraktionen des Deutschen Bundestages an. Außerdem nehmen ehemalige Teilnehmende des ASA-Programms am Programmbeirat teil. Weitere Mitglieder sind unter anderem Institutionen wie GIZ, DAAD, HU Berlin und EPIZ.[5]
Kritik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 9. September 2019 informierte Engagement Global über interne Pläne, die ehrenamtliche Mitbestimmung im ASA-Programm im Rahmen einer Strukturreform weitestgehend abzuschaffen. Unter anderem soll die zur Hälfte mit Ehrenamtlichen besetzte Programmkommission des ASA-Programms aufgelöst werden. Dagegen wehrte sich das ASA-Netzwerk unter anderem mit einer öffentlichen Petition.[6]
Auszeichnung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Projekt wurde im Jahr 2015 vom Rat für Nachhaltige Entwicklung mit dem Qualitätssiegel „Werkstatt N-Projekt“ ausgezeichnet.[7]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Detaillierte Darstellung der Projekte ( vom 6. Februar 2015 im Internet Archive)
- GLEN-Europe.org – Homepage des von ASA initiierten Europäischen Netzwerkes zur entwicklungspolitischen Bildung
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ ASA-Programm (Engagement Global gGmbH) – NachhaltigeJobs.de. Archiviert vom am 27. Dezember 2018; abgerufen am 17. März 2024.
- ↑ Programmfinanzierung. Engagement Global, abgerufen am 17. März 2026.
- ↑ Angebot und Ablauf. Engagement Global, abgerufen am 6. Mai 2026.
- ↑ ASA-Programm mitgestalten - ASA. Abgerufen am 6. Mai 2026.
- ↑ Arbeitsweise - ASA. Abgerufen am 6. Mai 2026.
- ↑ Petition: Erhalt zivilgesellschaftlicher Mitbestimmung in der Entwicklungszusammenarbeit | Change.org. Abgerufen am 13. September 2019.
- ↑ ASA-Programm, Das entwicklungspolitische Lern- und Qualifizierungsprogramm ( vom 14. April 2016 im Internet Archive), Werkstatt N, 2015