Der ADAC-Opel e-Rallye-Cup ist eine als Markenpokal gestaltete Motorsport-Rennserie, die im Jahr 2021 gemeinsam mit dem ADAC erstmals ausgetragen wurde. Gefahren wurde mit dem Opel Corsa-e Rallye. (2021–2025) und Opel Mokka GSe Rallye (2026–). Der ADAC Opel e-Rallye Cup ist die Nachfolgeserie des ADAC Opel Rallye Cup.
Mitte August 2019 wurde öffentlich bekanntgegeben, dass der bisherige ADAC-Opel-Rallye-Cup, der zuvor mit dem Opel Adam Rallye ausgetragen worden war, in einen elektrischen Markenpokal umgewandelt wurde. Ziel der Umstellung war es, die Serie auf Elektroantrieb auszurichten und damit den weltweit ersten elektrischen Rallye-Markenpokal zu schaffen.[1] Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main vom 12. bis 22. September 2019 wurde der neue Opel Corsa-e für die Rennserie ADAC Opel e-Rallye Cup dem Publikum erstmals vorgestellt.[2] Beim Saisonfinale der Deutschen Rallye-Meisterschaft (DRM) im Rahmen der ADAC 3-Städte-Rallye am 18. und 19. Oktober 2019 wurde der neue Opel Corsa-e der Rallye-Szene präsentiert.[3] Auch auf der Essen Motor Show in Essen vom 29. November bis 8. Dezember 2019 wurde der Opel Corsa-e dem Publikum auf dem ADAC-Stand in Halle 3 gezeigt.[4]
Ende Januar 2020 wurden Holzer Motorsport als Service-Provider sowie Michelin als Reifenhersteller bekannt gegeben.[5] Ursprünglich sollte die Rennserie in der Debütsaison 2020/21 ausgetragen werden; aufgrund der COVID-19-Pandemie wurde der Start jedoch auf Frühjahr 2021 verschoben. Bei der ADAC Rallye Rund um die Sulinger Bärenklaue am 20. und 21. November 2020 sollten alle eingeschriebenen Teilnehmer mit dem neuen Opel Corsa-e erstmals unter Wettbewerbsbedingungen testen; die Veranstaltung wurde jedoch pandemiebedingt abgesagt.[6]
Der Rennkalender für die Saison 2021 wurde Mitte Dezember 2020 veröffentlicht. Die meisten Veranstaltungen fanden in Deutschland statt, ergänzt durch eine Rallye in Tschechien. Aufgrund der COVID-19-Pandemie mussten mehrere Rallyeveranstaltungen verlegt oder abgesagt werden. Im Rahmen der Saison wurde eine Veranstaltung im Umfeld der Rallye-Europameisterschaft (ERC), drei Rallyes im Format der Rallye 70 (mit maximal 70 Kilometern Wertungsprüfungen) sowie vier Läufe im Rahmen der Deutschen Rallye-Meisterschaft (DRM) durchgeführt.[7]
Anfang Dezember 2021 wurde bekanntgegeben, dass der Rennkalender für die Saison 2022 internationaler ausgerichtet wurde. Vier Veranstaltungen fanden im Rahmen der Deutschen Rallye-Meisterschaft (DRM) in Deutschland statt, ergänzt durch jeweils eine Rallye im Rahmen der Österreichischen Rallye-Meisterschaft (ÖRM) in Österreich, der Französischen Rallye-Meisterschaft in Frankreich sowie der Niederländischen Rallye-Meisterschaft in den Niederlanden.[8]
In den folgenden Jahren wurde der Rennkalender schrittweise weiter internationalisiert. So fanden 2023 drei Veranstaltungen im Rahmen der Deutschen Rallye-Meisterschaft (DRM) statt, ergänzt durch eine Rallye in der Schweiz im Rahmen der FIA European Rally Trophy (ERT), zwei Veranstaltungen im Rahmen der Französischen Rallye-Meisterschaft in Frankreich, eine im Rahmen der Österreichischen Rallye-Staatsmeisterschaft (ÖRM) in Österreich sowie eine im Rahmen der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) in Deutschland, Österreich und Tschechien.[9]
2024 setzte sich diese Entwicklung fort: Zwei Veranstaltungen wurden im Rahmen der Deutschen Rallye-Meisterschaft (DRM) in Deutschland ausgetragen, drei im Rahmen der Französischen Rallye-Meisterschaft in Frankreich, eine im Rahmen der Österreichischen Rallye-Staatsmeisterschaft (ÖRM) in Österreich, eine im Rahmen der Niederländischen Rallye-Meisterschaft in den Niederlanden sowie eine im Rahmen der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) in Deutschland, Österreich und Tschechien.[10]
Auch 2025 wurde der Rennkalender erneut angepasst. Drei Veranstaltungen fanden im Rahmen der Deutschen Rallye-Meisterschaft (DRM) in Deutschland statt, zwei im Rahmen der Französischen Rallye-Meisterschaft in Frankreich, eine im Rahmen der Niederländischen Rallye-Meisterschaft in den Niederlanden sowie eine im Rahmen der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) in Deutschland, Österreich und Tschechien.[11]
Für 2026 kam es zu weiteren Änderungen im Rennkalender. Zwei Veranstaltungen fanden im Rahmen der Deutschen Rallye-Meisterschaft (DRM) in Deutschland statt, ergänzt durch jeweils eine Rallye im Rahmen der Französischen Rallye-Meisterschaft in Frankreich, der Österreichischen Rallye-Staatsmeisterschaft (ÖRM) in Österreich, der Niederländischen Rallye-Meisterschaft in den Niederlanden, der Belgischen Rallye-Meisterschaft in Belgien sowie der FIA European Rally Trophy (ERT) in Italien.[12]
Teilnahmeberechtigt sind Fahrer und Beifahrer mit einer Internationalen Bewerber- und Fahrerlizenz des DMSB oder eines anderen der FIA angeschlossenen ASN Stufen A, B, C und D besitzen. Auch teilnahmeberechtigt sind Fahrer und Beifahrer die nur die Nationalen Bewerber- und Fahrerlizenz des DMSB oder eines anderen der FIA angeschlossenen ASN Stufen A besitzen und Beifahrer dürfen zusätzlich B und C besitzen. Außerdem dürfen Fahrer in den vergangenen zwei Jahren nicht Prioritätsfahrer der FIA oder eines ASN gewesen sein. Bewerber, die mit dem Fahrer teilnehmen, müssen eine internationale Firmen- oder internationale Club-Bewerberlizenz des DMSB oder eines anderen der FIA angeschlossenen ASN besitzen. Sollte sich im Lauf der Saison Fahrer/Beifahrer Wechsel anstehen muss diese Änderung dem Serienausschreiber sofort mitgeteilt werden. Wenn Firmen, Clubs oder Teams neben Fahrernamen im Programmteil Nenn-, Starter- und Ergebnislisten genannt werden wollen, ohne gleichzeitig die Funktion eines Bewerbers zu übernehmen brauchen eine sogenannte DMSB-Sponsor-Card. Gastteams brauchen eine gültige Internationale und Nationale Bewerber- und Fahrerlizenz gemäß Art. 5.1. Ausländische Bewerber/Fahrer/Beifahrer die an Rallyeveranstaltungen teilnehmen wollen brauchen die Zustimmung des eigenen ASN. Die Auslandsstartgenehmigung ist vom Bewerber/Fahrer in deutscher oder in englischer Sprache bei der Dokumentenabnahme vorzulegen. Haben die Veranstaltung den Status National A (NEAFP) sind DMSB-Lizenznehmer sowie Lizenznehmer eines anderen der FIA angeschlossenen ASN teilnahmeberechtigt und erhalten Punkte für den ADAC-Opel-e-Rallye-Cup 2021.
Ein Rallyewochenende findet nach den Bestimmungen der FIA/DMSB Rallye-Reglements statt. Besonderheiten sind den jeweiligen Veranstaltungsausschreibungen zu entnehmen. Jeder Teilnehmer hat bei offiziellen Terminen zu erscheinen, tut der Teilnehmer es nicht oder kommt zu spät wird er mit einer Geldbuße 100 Euro geahndet. Kommt es wiederholt vor, kann der Teilnehmer aus dem ADAC Opel e-Rally Cup ausgeschlossen werden. Der ADAC weist für die Bewerber/Teams im jeweiligen Servicepark die Stellflächen selbst zu. Fällt ein Team im Rallyerennen aus, muss es unverzüglich eine Meldung über den Ausfall und Ausfallgrund beim Serienausschreiber machen.[13]
Es wird mit einem Corsa-e Rallye gefahren. Es gelten folgende technischen Bestimmungen gemäß: Art. 253 des Anhang J (ISG der FIA), technische Bestimmungen des ADAC Opel e-Rally Cups, allgemeine Bestimmungen, Definitionen und Klarstellungen zu technischen Reglements (DMSB-Handbuch, blauer Teil), vorliegendes technisches Reglement, Reifenbestimmungen gemäß Anhang IV des DMSB Rallye-Reglements 2021, DMSB genehmigte Technik-Bulletins von ADAC e. V. und Opel Motorsport und Serviceleitfaden (Vehicle Documentation) und aktueller Ersatzteilkatalog des ADAC Opel e-Rally Cups 2021.
Bei jeder Veranstaltung muss das Fahrzeug 1690 kg plus Fahrer und Beifahrer mit deren Ausrüstung (zum Beispiel Helme, HANS Systeme, Headsets, Overalls etc.) betragen. Im Corsa-e Rallye Fahrzeug ist ein Soundsystem serienmäßig. Es darf ohne Genehmigung des ADAC e. V. und der Opel Automobile GmbH nicht verändert werden. Es muss bei jeder Fahrt bei einer Veranstaltung eingeschaltet sein. Bei Wertungsprüfung muss das Soundsystem über den zentralen Schalter an der Bedieneinheit auf laut geschaltet werden und während der Verbindungsetappen muss das Soundsystem auf leise geschaltet werden. Ist das Soundsystem defekt, muss der technische Kommissar bestätigen.
Jede HV-Batterie ist verplombt und ist ein entsprechendes Fahrzeug zugeordnet. Ab dem Werk sind die Gehäuseteile der HV-Batterie verklebt und dürfen weder während der Veranstaltung, noch zwischen den verschiedenen Events zum ADAC Opel e-Rally Cup geöffnet werden. Ein Fahrzeug mit beschädigter Verklebung wird nicht zur Veranstaltung zugelassen. Eine Veränderung an der HV-Batterie führt zum sofortigen Wertungsausschluss. Jeder Teilnehmer ist für die korrekte Verplombung der HV-Batterie bei der Veranstaltung selbst verantwortlich. Die HV-Batterie darf während der Veranstaltung nicht ausgetauscht werden aber nur zwischen den Veranstaltungen zum ADAC Opel e-Rally Cup möglich und es darf eine Ersatz-HV-Batterie über Opel Motorsport bezogen werden. Bei der nächsten technischen Abnahme ist der Austausch der HV-Batterie sofort zu melden.
Es dürfen nur Zweikreis-Bremsen ohne Antiblockiersystem verwendet werden und es sind ausschließlich die im Ersatzteilkatalog beschriebenen Bremsbeläge zugelassen. Der Reifenhersteller für die Saison 2021 ist Michelin. Es dürfen nur die am Fahrzeug montierten Reifen müssen zu jedem Zeitpunkt der Veranstaltung min. 1,6 mm Profiltiefe haben. Die Reifengröße beträgt 19/63-17 und es sind Slickreifen R21 und Regenreifen R11 zugelassen, einheitlich geschnitten dürfen nicht verwendet werden.[13][14]
In der Saison 2021 werden für die ersten 15 Plätze Punkte nach folgendem Punkteschema vergeben und das Gleiche gilt auch für die Junior-Wertung (Teilnehmer bis einschließlich 25 Jahre):[15]
Position
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
Punkte
30
24
21
19
17
15
13
11
10
7
5
4
3
2
1
Folgende Punkte werden für die Powerstage vergeben:
Der Opel Corsa–e Rallye wurde auf Basis des Serienmodells Opel Corsa-e nach den technischen Bestimmungen des ADAC Opel e-Rally Cup entwickelt und verfügte über einen Synchron-Elektromotor in Serienausführung mit einer Leistung von 100 kW (136 PS) und einem Drehmoment von 260 Nm, gespeist von einem 50-kWh-Lithium-Ionen-Akku. Die Kraftübertragung erfolgte über Frontantrieb mit Lamellen-Sperrdifferenzial, kombiniert mit einem Bilstein-Rallyefahrwerk mit MacPherson-Federbeinen und Uniballaufnahmen an der Vorderachse sowie einer elektrischen Servolenkung. Die Bremsanlage bestand aus Vierkolben-Bremssätteln mit innenbelüfteten Bremsscheiben (332 × 28 mm) an der Vorderachse und 264 × 12 mm an der Hinterachse, einstellbarem hydraulischem Bremsdruck im hinteren Bremskreis, angepasster Bremsensteuerung mit Rekuperation sowie einer hydraulischen Fly-Off-Handbremse. Verbaut waren BRAID-Felgen (7 × 17 Zoll, ET 20) sowie eine Leichtbau-Rohkarosserie mit verschweißtem Sicherheitskäfig, Unterfahrschutz für Motor, Getriebe und Hochvoltbatterie, elektrisch auslösender Feuerlöschanlage, Trockenbatterie im Motorraum, Schnellverschlüssen für Motorhaube und Heckklappe sowie Abschleppösen. Die Bordelektrik basierte auf einer angepassten elektrischen Serienarchitektur; Elektronisches Stabilitäts-Programm, Antriebsschlupfregelung und ABS waren deaktiviert und wurden durch ein neu entwickeltes Hochvolt-Sicherheitswarnsystem ergänzt, optional standen Tripmaster sowie Zusatzleuchten für Nachtetappen zur Verfügung. Die Abmessungen betrugen 4060 mm in der Länge, 1765 mm in der Breite und 1435 mm in der Höhe, bei einem Radstand von 2538 mm und einem Gewicht von rund 1480 kg.[16]
Der Opel Mokka GSe Rallye wurde nach dem FIA-eRally5-Reglement entwickelt, verfügt über einen Synchron-Elektromotor mit einer Leistung von 207 kW (281 PS), einem Drehmoment von 345 Nm und wird gespeist von einem 54-kWh-Lithium-Ionen-Akku. Die Kraftübertragung erfolgt über Frontantrieb mit Lamellen-Sperrdifferenzial und einem Renngetriebe, kombiniert mit einem Bilstein-Rallyefahrwerk mit MacPherson-Federbeinen und Uniballaufnahmen an der Vorderachse sowie einer elektrischen Servolenkung. Die Bremsanlage besteht aus Vierkolben-Bremssätteln mit innenbelüfteten Bremsscheiben (355 × 28 mm) vorne und 290 × 12 mm hinten, einstellbarem hydraulischem Bremsdruck im hinteren Bremskreis sowie einer hydraulischen „Fly-Off“-Handbremse. Verbaut werden Speedline-Felgen (8 × 18 Zoll, ET 20) sowie eine Leichtbau-Rohkarosserie mit verschweißtem Sicherheitskäfig, Unterfahrschutz für Motor, Getriebe und Hochvoltbatterie, Trockenbatterie im Motorraum, Schnellverschlüsse für Motorhaube und Heckklappe sowie Abschleppösen. Zur Sicherheitsausstattung gehören ein FIA-homologiertes Hochvolt-Sicherheitswarnsystem, eine elektrisch auslösende Feuerlöschanlage, Rennsitze mit integrierten Kopfstützen und 6-Punkt-Gurten sowie ein spezifisches Soundsystem. Die Bordelektrik basiert auf einem Rennsport-Kabelbaum und Rennsport-Software von STARD, ergänzt durch multifunktionales Lenkrad, ein spezielles Dashboard, drei softwaregesteuerte Fahrmodi und Data Logger; Elektronisches Stabilitäts-Programm, Antriebsschlupfregelung und ABS sind deaktiviert, optional stehen Tripmaster und Zusatzleuchten zur Verfügung. Die Abmessungen betragen 4150 mm Länge, 1787 mm Breite und 1515 mm Höhe, bei einem Radstand von 2561 mm und einem Gewicht von rund 1585 kg.[17]