Dreifarbentheorie
Die Dreifarbentheorie oder Trichromatische Theorie ist eine historische Theorie zur Farbwahrnehmung im menschlichen Auge. Sie wurde um 1850 maßgeblich von Hermann von Helmholtz, auf Basis einer älteren Theorie von Thomas Young entwickelt.
Zum aktuellen Kenntnisstand der Physiologie siehe den Artikel Farbwahrnehmung.

Helmholtz hatte beobachtet, dass man aus farbigem Licht dreier Primärfarben jede beliebige andere Farbe mischen kann. (Dies ist bekanntlich auch heute noch das Funktionsprinzip von Fernsehbildschirmen!). Analog dazu vermutete er, dass es auch im Auge drei Typen von Rezeptoren gibt. Sie reagieren unterschiedlich empfindlich auf Licht verschiedener Wellenlängen. Grau und Weiß werden wahrgenommen, wenn alle drei Rezeptorentypen gleich stark angeregt werden. Schwarz wird wahrgenommen, wenn keiner der Rezeptorentypen stimuliert wird.
Tatsächlich gelang Ende des 19. Jahrhunderts der Nachweis von drei verschiedenen Farbsinneszellen in der Netzhaut. Auch die Farbenblindheit, die entsteht, wenn eine der drei Zellarten genetisch bedingt fehlt, fügt sich gut in die trichromatische Theorie. Andere Phänomene ließen sich besser durch die Gegenfarbtheorie erklären. Der Theoriestreit war für die Physiologie sehr befruchtend; zahlreiche Wissenschaftler des 19. Jahrhunderts äußerten sich zur Farbwahrnehmung.
Siehe auch: Farbwahrnehmung, Gegenfarbtheorie