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Isabella II. (Spanien)

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Isabella II. (Gemälde von Federico de Madrazo y Kuntz)
Isabella II. (Gemälde von Franz Xaver Winterhalter, 1852)
80 Reales Goldmünze von 1840

Isabella II. María Luisa, span. Isabel de Borbón y Borbón-Dos Sicilias oder Isabel II de España, (* 10. Oktober 1830 in Madrid; † 9. April 1904 in Paris) war Königin von Spanien.

Kindheit und Jugend

Isabella war die Tochter des Königs Ferdinand VII. von Spanien (1784–1833) und dessen vierter Frau, Maria Christina von Sizilien. Sie wurde im Alter von zwei Jahren Königin (29. September 1833). Ihr Vater hatte am 29. März 1830 das so genannte Salische Gesetz aufheben lassen, wodurch die alte kognatische kastilische Erbfolge wiederhergestellt wurde. Vormund war ihre Mutter.

Gegen die Empörung der Anhänger des von der Thronfolge ausgeschlossenen Carlos María Isidro de Borbón (1788–1855), der Karlisten, sicherte die Königinmutter Maria Christina durch ihre Verbindung mit den liberalen Parteien ihrer Tochter den Thron; 1840 verließ sie Spanien, blieb jedoch unter der Regentschaft Esparteros Königin von Spanien.

Die „Spanischen Heiraten“

Isabella wurde am 8. November 1843 im Alter von 13 Jahren durch Beschluss der Cortes für majorenn („mündig“) erklärt. Die Frage ihrer Verheiratung hatte eine europäische Dimension. Der französische König Ludwig Philipp I. beanspruchte den spanischen Thron für seine Dynastie. England erhob dagegen Einspruch.

Königin Isabella II. heiratete am 10. Oktober 1846, an ihrem 16. Geburtstag, ihren Cousin Franz d'Assisi (1822–1902), den Sohn des Infanten Franz de Paula (1794–1865), der seinerseits wieder ein Sohn von König Karl IV. von Spanien war. Damit waren sowohl Isabella als auch ihr Mann Enkel dieses Königs; die Väter der Eheleute waren Brüder. Außerdem waren auch die Mütter der Ehepartner Geschwister aus dem Hause Bourbon-Sizilien. Franz war ein kränklicher Mann.

Zugleich wurde die Vermählung von Isabellas Schwester Luisa Fernanda (1832–1897) mit dem Sohn Ludwig Philipps, dem Herzog von Montpensier (1824–1890), geschlossen. Man erwartete aus der königlichen Ehe wegen der scheinbar offenkundigen Zeugungsunfähigkeit des Königgemahls keine Kinder; die französische Absicht schien erreicht.

Regierungszeit

In der Regierung ihres Landes war die Königin von ihrer Umgebung abhängig, in welcher zuletzt die Nonne Patrocinio und der Intendant Marfori den meisten Einfluss besaßen. Wiederholte Aufstände änderten wohl die Ministerien, brachten aber keine Besserung der Regierung.

Im September 1868 machte eine Erhebung, zu der sich die verschiedensten Parteiführer verbündet hatten, ihrer Herrschaft ein Ende, gerade als sie mit Kaiser Napoléon III. eine Einmischung in die römische Frage zu Gunsten des Papstes verabredet hatte; sie floh nach Frankreich. An ihrer Stelle wurde Francisco Serrano Domínguez als Regent eingesetzt, bis 1870 Amadeus von Savoyen den spanischen Thron bestieg. Nach dessen Abdankung 1873 wurde in Spanien die Erste Republik ausgerufen.

Isabella entsagte der Krone am 25. Juni 1870 zugunsten ihres Sohns. Alfons XII. bestieg 1874 nach Wiedereinsetzung der Monarchie den Thron. Sein Vater war offiziell Francisco de Asís de Borbón. An der Vaterschaft bestehen allerdings Zweifel. Hierauf kehrte Isabella nach Spanien zurück und lebte teils dort, teils in Paris, wo sie am 9. April 1904 starb.

Kinder

Wider Erwarten gebar Königin Isabella II. neun Kinder:

  • Ferdinand (*/† 1850)
  • Maria Isabel de Borbón (1851–1931) ∞ 1868 Cajetan von Neapel-Sizilien (1846–1871)
  • María Cristina (*/† 1854)
  • Alfons XII. (1857–1885) König von Spanien
  1. ∞ 1878 Maria de las Mercedes d’Orléans-Montpensier
  2. ∞ 1879 Maria Christina von Österreich (1858–1929)
Commons: Isabella II. (Spanien) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien


VorgängerAmtNachfolger
Ferdinand VII.Königin von Spanien
1833–1868
Francisco Serrano Domínguez
Vorlage:Meyers ist obsolet; heißt jetzt Vorlage:Hinweis Meyers 1888–1890