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Kellertheater

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Kellertheater sind Theaterräume, die einen kleinen Fassungsraum haben und oft Studiobühnen sind.

Die ersten Kellertheater entstanden in Wien in den 1930er Jahren, als sich junge Theaterschaffende und Schauspieler, die in der Zeit hoher Arbeitslosigkeit ohne Aussicht auf ein Engagement an einer großen Bühne und unzufrieden mit der konventionellen Spielplangestaltung alternative Arbeitsmöglichkeiten schufen. Erfinder war der aus Horodenka in Galizien stammende Jude Elias Jubal (Benno Neumann), ein ehemaliger Max Reinhardt-Seminarist, der 1928 die erste „Kellerbühne“ in Wien gründete und 1934 im Souterrain des Hôtel de France das „Theater für 49“ am Schottentor begründete. Mit seinem Theater nützte Jubal eine Lücke im österreichischen Theatergesetz, das eine – schwer zu erhaltende – Konzession erst für Theater mit über 50 Plätzen forderte. Dieser Trick löste eine Welle von Neugründungen kleiner Theater aus, die zu einem Auffangbecken für junge Talente wurden und auch jungen, unbekannten Autoren eine Platform boten und einen oft avantgardistischen Spielplan boten. Engagierte Theaterleute wie der aus Berlin emigrierte Piscator-Schüler Ernst Lönner mit seinem "Kleinen Theater in der Praterstraße" oder der spätere Direktor des Volkstheaters Leon Epp mit seinem Theater "Die Insel" am Parkring eröffneten weitere Theater.

Nach dem zweiten Weltkrieg folgten eine Reihe von Neugründungen, von denen manche Kellertheater kurzlebige Unternehmungen waren, andere konnten sich im Lauf der Jahre etablieren, darunter das Ateliertheater am Nachmarkt von Veit Relin, das Theater der Courage von Stella Kadmon, Experiment am Liechtenwerd von Conny Hannes Meyer oder die "Tribüne" im Café Landtmann. Für viele der Schauspieler, Regisseure und Bühnenbildner der Nachkriegsgeneration boten diese Kellertheater die erste Chance auf künstlerische Entfaltung. Manchmal spielten auch arrivierte Schauspieler in den Kellertheatern. Viele Dramen emigrierter Autoren erlebten ihre Wiener Erstaufführung nach dem Krieg in den Kellertheatern.

Heute dienen die Kellertheater vor allem der Aufführung von zeitgenössischen Werken, die an den großen Theatern wenig gespielt werden.

Zeitgenössische Kellertheater sind Kellertheater Frankfurt, Innsbrucker Kellertheater, Kellertheater Hamburg, Linzer Kellertheater, Neues Kellertheater Wetzlar, Kellertheater Bremgarten, Kellertheater Winterthur, Sulzbacher Kellertheater u.a.