Ninive
Ninive war eine altmesopotamische Stadt am Tigris, dem heutigen Irak. Die genaue Lage entspricht dem Ruinenhügel Kujundschik und Nebi Jenus am linken Ufer des Tigris gegenüber der Stadt Mossul. Der Name der Stadt ist sumerischen Ursprungs.
Spuren von fünf prähistorischen Siedlungen aus der Zeit zwischen 5000 und 2800 v. Chr. wurden gefunden. Bereits zur Zeit der Sumerer und Babylonier hatte die Stadt große Bedeutung. Ihre administrative und religiöse Hochblüte erhielt Ninive in der Zeit von 704 bis 681 v. Chr. unter Sanherib als Hauptstadt des assyrischen Reiches. Assurbanipal (669 bis 626 v. Chr.) erweiterte die Stadt und machte sie zum Mittelpunkt der damaligen zivilisierten Welt.
Sanherib ließ einen 80 Kilometer langen Kanal bauen, um die Stadt mit Wasser zu versorgen, und errichtete einen Staudamm. In der Stadt, die mit doppelten Mauern mit Türmen umgeben war, entstanden prachtvolle Paläste, die reich mit Reliefs verziert waren. Auffallend ist, dass es sich vorwiegend um Kampf-, Jagd- und Kultszenen handelt und religiöse Darstellungen in der Minderheit sind. Ebenso wurden Tontafeln mit Keilschrifttexten gefunden, die leider von europäischen Archäologen unsachgemäß freigelegt wurden.
612 v. Chr. wurde Ninive als dritte und zugleich die letzte Hauptstadt Assyriens (nach Assur und Nimrud) von den Medern und Babyloniern zerstört.
Der Prophet Jona erhält im gleichnamigen Buch des alten Testaments von Gott den Auftrag, der Bevölkerung von Ninive die Zerstörung ihrer Stadt wegen ihres sündhaften Verhaltens anzukündigen.
1842 wurde Ninive von Paul Émile Botta bei Ausgrabungen wieder entdeckt.
Literatur
- Matthiae, Paolo: Ninive, glanzvolle Hauptstadt Assyriens, Hirmer, München 1999. ISBN 3-7774-8240-4
- Die Bibel: Buch Jona