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Fahrenheit 451

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Der Roman Fahrenheit 451 von Ray Bradbury erschien erstmals 1953 in einem New Yorker Verlag und wurde seitdem in zahlreiche Sprachen übersetzt. Er basiert auf der Kurzgeschichte "The Fire Man" von Bradbury, die 1950 in "Galaxy Science Fiction" erschien.

1966 wurde "Fahrenheit 451" von François Truffaut verfilmt. Die Hauptrolle des Feuerwehrmanns Montag spielte der österreichische Schauspieler Oskar Werner.

"Fahrenheit 451" spielt in einer Welt, in der es als schweres Verbrechen gilt, Bücher zu lesen oder sogar zu besitzen. Die Gesellschaft wird von dem politischen System abhängig, anonym und unmündig gehalten. Glücksdrogen und Videowände sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt.

In diesem System ist es die Aufgabe der Feuerwehr, Bücher aufzufinden und zu verbrennen. Dabei werden oft als Strafe die kompletten Häuser niedergebrannt, in denen sie gefunden werden. Zum Auffinden der Bücher bedient man sich des Denunziantentums. Auf den Helmen und Uniformen der "Feuerwehr" ist die Zahl "451" angebracht, jene Fahrenheit-Temperatur, bei der Papier Feuer fängt und Bücher sich entzünden. Die Temperatur 451° Fahrenheit entspricht 233° Celsius bzw. 506 Kelvin.

In der Verfilmung bedient sich der Regisseur Truffaut im Vorspann eines Tricks, der konsequenterweise den Inhalt der Geschichte überspitzt: Die Namen der Hauptdarsteller und des Filmteams werden nicht - wie normalerweise in Filmen - als Text angezeigt, sondern gesprochen. Die einzige Schrift, die im Film vorkommt und - im Kontext der Geschichte gesehen - somit akzeptiert wird, ist die Zahl "451", die die Feuerwehr symbolisiert.

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Hauptperson des Romans ist der Feuerwehrmann Montag, der zunächst kritiklos in diesem System funktioniert. Durch seine Liebe zu Clarissa lernt er die Kunst der Worte und den Wert freien Denkens kennen. Heimlich liest er Bücher und beginnt die Welt mit anderen Augen zu sehen. Diese Veränderungen gehen nicht spurlos an Montag vorbei. Er wird von seiner Ehefrau Mildred denunziert und soll bei der Verbrennung seines eigenen Hauses mitwirken. Montag flieht und schließt sich einer Gruppe von Dissidenten an, die, von den Medien totgeschwiegen, in den Wäldern vor der Stadt leben und Bücher auswendig lernen, um sie vor der Vernichtung zu bewahren.

Das Buch warnt in überspitzter Form vor einer sorglosen Spaßgesellschaft, in der übermächtige Medien zu einer allumfassenden Gleichschaltung führen, in der jegliche "negative" Gefühle wie Trauer und Schmerz durch Drogen abgeblockt werden und sich soziale Kälte breit macht; es ist ein Plädoyer für die Liebe, die Kunst und die freie Meinungsbildung des Einzelnen.