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Nova Atlantis

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„Nova Atlantis“ (dt. „Das neue Atlantis“) ist der Titel eines fragmentarischen utopischen Werkes von Francis Bacon. Es erschien 1627 – ein Jahr nach dem Tod des Verfassers – in neulateinischer Sprache. Bacon legte darin unter anderem seine Vorstellung eines modernen Forschungsinstituts nieder.[1] Nova Atlantis ist die erste neuzeitliche Utopie, die sich sowohl im Titel als auch im Text explizit auf Platons Atlantis beruft. Jedoch hatten bereits zuvor einige Autoren wie etwa Thomas Morus (Utopia) oder Tommaso Campanella (La città del Sole) Platons Beschreibung als Vorbild für ihre utopischen Werke genommen. Bacon erhebt Atlantis dabei zum historischen Fakt, um der eigenen Geschichte mehr Glaubwürdigkeit zu geben. Er identifiziert Atlantis – einer zu seiner Zeit weit verbreiteten Ansicht (etwa bei Las Casas oder Fracastoro) folgend – mit Amerika. Dieses „alte Atlantis“ sei einst in der von Platon beschriebenen Katastrophe untergegangen, jedoch hätten sich einige Bewohner auf das „neue Atlantis“, die (fiktive) Südseeinsel Bensalem retten können.

Literatur

  • Tino Licht: Zu Entstehung und Überlieferung der Nova Atlantis. In: Strenae nataliciae. Heidelberg 2006, S. 113–126.
  • Bronwen Price (Hrsg.): Francis Bacon’s New Atlantis. New interdisciplinary essays. Manchester University Press, Manchester 2002, ISBN 0719060516.
  • Josef Bordat: Bacons Atlantis-Mythos und das Selbstverständnis der modernen Wissenschaft. In: S. Bodenmann, S. Splinter (Hrsg.): Mythos - Helden - Symbole. Legitimation, Selbst- und Fremdwahrnehmung in der Geschichte der Naturwissenschaften, der Medizin und Technik. Meidenbauer, München 2009, S. 121-130

Einzelnachweise

  1. Jürgen Klein Francis Bacon. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy.